Landratsamt und Kreisausschuss des Kreises Preußisch Stargard, Regierungsbezirk Danzig (Bestand)
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XIV. HA, Rep. 193
Tektonik >> TERRITORIALÜBERLIEFERUNGEN, PROVINZIAL- UND LOKALBEHÖRDEN >> Westpreußen >> Die preußische Provinz bis 1920 >> Innere und Polizeiverwaltung
Laufzeit: 1803 - 1945
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Vorbemerkung
Behördengeschichte:
Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung in Preußen auf Basis der auf dem Wiener Kongress beschlossenen Grenzziehungen entstand am 1. Juli 1818 der Kreis Preußisch Stargard im Regierungsbezirk Danzig. Hatten die Kreise generell schon vor den Stein-Hardenbergschen Verwaltungsreformen in einer Doppelfunktion als ständische Verbände und untere staatliche Verwaltungsbezirke fungiert, blieb diese Charakteristik auch jetzt erhalten: der Landrat als Vertreter des Staates wurde vom König auf Vorschlag des Kreistags ernannt, die Landratsämter waren der dienstlichen Aufsicht der Regierungen unterstellt. Zum Geschäftskreis des Landrates zählten die allgemeine Landesverwaltungspolizei, Militärsachen, Gewerbeangelegenheiten sowie die Aufsicht über das Regalien- und Abgabewesen, insbesondere Steuerveranlagung und -einziehung. Der vom Landrat einberufene Kreistag hatte beratende Funktion, seine Aufgaben beschränkten sich weitestgehend auf die Steuerverteilung und Prüfung der Verwendung der Kreismittel.
Im Gefolge der Kreisordnung von 1850 wurden als Vollzugsorgane der Kreisselbstverwaltung Kreisausschüsse begründet, denen man über die Zuweisung von Angelegenheiten der allgemeinen Landesverwaltung gleichzeitig den Charakter einer staatlichen Verwaltungsbehörde verlieh. Die Ausschüsse setzten sich zusammen aus dem Landrat als Vorsitzenden und sechs aus der Kreisversammlung gewählten Mitgliedern. Der Umfang der übertragenen Aufgaben wuchs schon bald über den ursprünglichen Auftrag - Vorbereitung der Kreistagsbeschlüsse, Verwaltung der Kreisangelegenheiten und Ernennung der Kreisbeamten - hinaus und umfasste u.a. die Armen- und Wegepolizei, gewerbe-, bau- und feuerpolizeiliche Angelegenheiten, öffentliche Gesundheitspflege und die Justizverwaltung. Der Geschäftskreis des Landrats selbst blieb im Wesentlichen unverändert, neue Aufgaben entstanden in der Folgezeit aus der Durchführung der Gewerbe- und Versicherungsgesetzgebung.
Die Bestimmungen des Versailler Vertrages führten am 28. Juni 1919, also gut ein Jahrhundert nach Begründung des Kreises Preußisch Stargard, zu seiner Auflösung. Das Gebiet der preußischen Provinz Westpreußen fiel größtenteils an den polnischen Staat; ein schmaler Streifen an der Ostgrenze kam an die Freie Stadt Danzig. Im Zuge der Besetzung Polens durch deutsche Truppen wurde der Kreis Preußisch Stargard als Teil des neu gebildeten Reichsgaues (Danzig) Westpreußen 1939 wieder errichtet, um dann nach Ende des Zweiten Weltkriegs erneut Polen zugesprochen zu werden.
Bestandsgeschichte:
Die wechselnde staatliche Zugehörigkeit des Gebietes der Provinz Westpreußen spiegelt sich auch in der Geschichte des Schriftguts der dortigen Behörden und seiner archivalischen Quellen wider. Die sich bereits 1918 anbahnende und im Versailler Vertrag ein Jahr später beschlossene Eingliederung des Territoriums in den wiedererstandenen polnischen Staat bzw. die neubegründete Freie Stadt Danzig führte zu einer Verlagerung sowohl von archivischen (Teil-) Beständen als auch laufenden Behördenschriftgut auf preußisches Gebiet vor allem nach Königsberg und Berlin; ein Prozess, der sich zum Ende der erneuten Zugehörigkeit des Territoriums zum Deutschen Reich 1939-1944 (s.o.) wiederholen sollte.
Wann konkret und auf welchem Wege die vorliegende Überlieferung des Landratsamtes bzw. Kreisausschusses Berent in das Geheime Staatsarchiv gelangte, ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu beantworten. In einem 1912 publizierten Überblick des damaligen Archivdirektors Max Bär zu den Beständen des Staatsarchivs Danzig wird der Bestand unter der Abteilungsnummer 193 aufgeführt. Jedoch lässt sich nicht erkennen, ob die archivische Aufstellung lediglich vorbereitend oder bereits nach Abgabe durch die Behörde und archivischer Bewertung erfolgte. Wie insgesamt bei den ursprünglich aus dem Staatsarchiv Danzig bzw. aus dem Registraturgut der Behörden der Provinz Westpreußen stammenden Unterlagen wurde auch die Überlieferung des Landratsamtes bzw. Kreisausschusses Preußisch Stargard im Geheimen Staatsarchiv als XIV. Hauptabteilung unter Übernahme der Danziger Repositurnummer aufgestellt.
Ein Teilbestand nicht verlagerter Archivalien im Umfang von 41 Verzeichnungseinheiten aus dem Zeitraum 1773-1919 befindet sich im heutigen Staatsarchiv Danzig (Archiwum Panstwowe w Gdansku).
Für das vorliegende Findbuch wurden die Aktentitel überarbeitet und der Bestand klassifiziert; ein Signaturindex erleichtert das Auffinden bekannter Signaturnummern.
Formalangaben:
Letzte vergebene Nummer*: 253
(* bei Signierung nach nc)
Umfang (in laufenden Metern): 6 lfm
Gesamtlaufzeit des Bestandes: 1803 - 1945
Lagerungsort : Magazin Dahlem
Die Akten sind auf rosa Leihscheinen wie folgt zu bestellen:
XIV. HA, Rep. 193, Nr. ##
Zitierweise:
XIV. HA, Rep. 193 Landratsamt und Kreisausschuss des Kreises Preußisch Stargard
Berlin, 12. November 2020
Dr. Susanne Brockfeld,
Sachgebiet II 2.1
Zitierweise: GStA PK, XIV. HA, Rep. 193
Vorbemerkung
Behördengeschichte:
Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung in Preußen auf Basis der auf dem Wiener Kongress beschlossenen Grenzziehungen entstand am 1. Juli 1818 der Kreis Preußisch Stargard im Regierungsbezirk Danzig. Hatten die Kreise generell schon vor den Stein-Hardenbergschen Verwaltungsreformen in einer Doppelfunktion als ständische Verbände und untere staatliche Verwaltungsbezirke fungiert, blieb diese Charakteristik auch jetzt erhalten: der Landrat als Vertreter des Staates wurde vom König auf Vorschlag des Kreistags ernannt, die Landratsämter waren der dienstlichen Aufsicht der Regierungen unterstellt. Zum Geschäftskreis des Landrates zählten die allgemeine Landesverwaltungspolizei, Militärsachen, Gewerbeangelegenheiten sowie die Aufsicht über das Regalien- und Abgabewesen, insbesondere Steuerveranlagung und -einziehung. Der vom Landrat einberufene Kreistag hatte beratende Funktion, seine Aufgaben beschränkten sich weitestgehend auf die Steuerverteilung und Prüfung der Verwendung der Kreismittel.
Im Gefolge der Kreisordnung von 1850 wurden als Vollzugsorgane der Kreisselbstverwaltung Kreisausschüsse begründet, denen man über die Zuweisung von Angelegenheiten der allgemeinen Landesverwaltung gleichzeitig den Charakter einer staatlichen Verwaltungsbehörde verlieh. Die Ausschüsse setzten sich zusammen aus dem Landrat als Vorsitzenden und sechs aus der Kreisversammlung gewählten Mitgliedern. Der Umfang der übertragenen Aufgaben wuchs schon bald über den ursprünglichen Auftrag - Vorbereitung der Kreistagsbeschlüsse, Verwaltung der Kreisangelegenheiten und Ernennung der Kreisbeamten - hinaus und umfasste u.a. die Armen- und Wegepolizei, gewerbe-, bau- und feuerpolizeiliche Angelegenheiten, öffentliche Gesundheitspflege und die Justizverwaltung. Der Geschäftskreis des Landrats selbst blieb im Wesentlichen unverändert, neue Aufgaben entstanden in der Folgezeit aus der Durchführung der Gewerbe- und Versicherungsgesetzgebung.
Die Bestimmungen des Versailler Vertrages führten am 28. Juni 1919, also gut ein Jahrhundert nach Begründung des Kreises Preußisch Stargard, zu seiner Auflösung. Das Gebiet der preußischen Provinz Westpreußen fiel größtenteils an den polnischen Staat; ein schmaler Streifen an der Ostgrenze kam an die Freie Stadt Danzig. Im Zuge der Besetzung Polens durch deutsche Truppen wurde der Kreis Preußisch Stargard als Teil des neu gebildeten Reichsgaues (Danzig) Westpreußen 1939 wieder errichtet, um dann nach Ende des Zweiten Weltkriegs erneut Polen zugesprochen zu werden.
Bestandsgeschichte:
Die wechselnde staatliche Zugehörigkeit des Gebietes der Provinz Westpreußen spiegelt sich auch in der Geschichte des Schriftguts der dortigen Behörden und seiner archivalischen Quellen wider. Die sich bereits 1918 anbahnende und im Versailler Vertrag ein Jahr später beschlossene Eingliederung des Territoriums in den wiedererstandenen polnischen Staat bzw. die neubegründete Freie Stadt Danzig führte zu einer Verlagerung sowohl von archivischen (Teil-) Beständen als auch laufenden Behördenschriftgut auf preußisches Gebiet vor allem nach Königsberg und Berlin; ein Prozess, der sich zum Ende der erneuten Zugehörigkeit des Territoriums zum Deutschen Reich 1939-1944 (s.o.) wiederholen sollte.
Wann konkret und auf welchem Wege die vorliegende Überlieferung des Landratsamtes bzw. Kreisausschusses Berent in das Geheime Staatsarchiv gelangte, ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu beantworten. In einem 1912 publizierten Überblick des damaligen Archivdirektors Max Bär zu den Beständen des Staatsarchivs Danzig wird der Bestand unter der Abteilungsnummer 193 aufgeführt. Jedoch lässt sich nicht erkennen, ob die archivische Aufstellung lediglich vorbereitend oder bereits nach Abgabe durch die Behörde und archivischer Bewertung erfolgte. Wie insgesamt bei den ursprünglich aus dem Staatsarchiv Danzig bzw. aus dem Registraturgut der Behörden der Provinz Westpreußen stammenden Unterlagen wurde auch die Überlieferung des Landratsamtes bzw. Kreisausschusses Preußisch Stargard im Geheimen Staatsarchiv als XIV. Hauptabteilung unter Übernahme der Danziger Repositurnummer aufgestellt.
Ein Teilbestand nicht verlagerter Archivalien im Umfang von 41 Verzeichnungseinheiten aus dem Zeitraum 1773-1919 befindet sich im heutigen Staatsarchiv Danzig (Archiwum Panstwowe w Gdansku).
Für das vorliegende Findbuch wurden die Aktentitel überarbeitet und der Bestand klassifiziert; ein Signaturindex erleichtert das Auffinden bekannter Signaturnummern.
Formalangaben:
Letzte vergebene Nummer*: 253
(* bei Signierung nach nc)
Umfang (in laufenden Metern): 6 lfm
Gesamtlaufzeit des Bestandes: 1803 - 1945
Lagerungsort : Magazin Dahlem
Die Akten sind auf rosa Leihscheinen wie folgt zu bestellen:
XIV. HA, Rep. 193, Nr. ##
Zitierweise:
XIV. HA, Rep. 193 Landratsamt und Kreisausschuss des Kreises Preußisch Stargard
Berlin, 12. November 2020
Dr. Susanne Brockfeld,
Sachgebiet II 2.1
Zitierweise: GStA PK, XIV. HA, Rep. 193
Umfang: 6 lfm (259 VE); Angaben zum Umfang: 6 lfm (259 VE)
Bestand
deutsch
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
19.08.2025, 12:19 PM CEST
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Hierarchy detail view
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- TERRITORIALÜBERLIEFERUNGEN, PROVINZIAL- UND LOKALBEHÖRDEN (Archival tectonics)
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- Die preußische Provinz bis 1920 (Archival tectonics)
- Innere und Polizeiverwaltung (Archival tectonics)
- Landratsamt und Kreisausschuss des Kreises Preußisch Stargard, Regierungsbezirk Danzig (Archival holding)