Bremer Ostafrika-Gesellschaft mbH (Bestand)
Show full title
7.2125
Staatsarchiv Bremen (Archivtektonik) >> Gliederung >> 7. Nichtamtliche Überlieferung >> 7.3. Wirtschaftsarchive >> 7.3.3. Handel
1929-1947
Enthält: Vermögensverwaltung, insbesondere der Pflanzungen von Ernst und Mary Brandis in Tansania - Berichte und Analysen über den Handel mit afrikanischen Produkten - Korrespondenz
Geschichte des Bestandsbildners: Die Geschichte der Bremer Ostafrika-Gesellschaft mbH. beginnt im Jahre 1900. Sie wurde im Amtsgericht Bremen, Abteilung Handelsregister unter HR B 211 unter dem Namen Bremer Westafrika Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Januar eingetragen. Gegenstand des Unternehmens war die Errichtung und der Betrieb von Faktoreien in Westafrika, die gewerbliche Anschaffung und Weiterveräußerung solcher Import- und Exportartikel, welche in Westafrika gehandelt werden sowie der Betrieb aller mit solchem Handel in Verbindung stehenden Geschäfte. Das Stammkapital betrug 200 000 Mark. Die ersten Geschäftsführer waren die Kaufleute Gustav Caspar Clarus Pelizaeus und Rudolph Franz Florenz August Wilmanns. Weitere Bremer Kaufleute fungierten als Gesellschafter. 1912 gründete sich eine weitere Bremer Ostafrika-Gesellschaft mbH. mit einer in Daressalam errichteten Zweigniederlassung. Deren Geschäftsführer und Gesellschafter waren keinesfalls mit vorgenannter Westafrika-Gesellschaft identisch. Diese Firma ist bereits 1925 erloschen. Auch war keiner an der 1912 bis 1934 existierenden Afrikanischen Handelsgesellschaft mbH beteiligt.
Geschichte des Bestandsbildners: 1903 wurde eine Zweigniederlassung in Neu Bremen (Kamerun) errichtet. Wilmanns schied bereits 1905 als Geschäftsführer aus; 1907 erhöhte man das Stammkapital auf 500 000 Mark. Gesellschafter waren zu der Zeit die Firmen G.S. Pelizaeus, Melchers Gebr. & Co., Hegeler & Söhne, Münder & Bechtel und der Prokurist Nils Alfred Persson, der von 1910-1916 als Geschäftsführer bestellt war. Ihm folgte der Kaufmann August Dietrich Theodor Hugo Schmöle, der nach der Reichsmarkumstellung auf 150 000 im Jahre 1929 zum alleinigen Gesellschafter avancierte. Wichtig für die Firmengeschichte war ein Major von Brandis. Dieser war aktiver Offizier gewesen und hatte den Feldzug 1914-1918 in Ostafrika unter General Lettow-Vorbeck mitgemacht. 1919 kam er nach Deutschland zurück und errang bei der Schutzpolizei den Majorsrang. Als die Deutschen in den ehemaligen Kolonien wieder zugelassen waren, kauften er und seine Frau Mary von Brandis bei Tanga in Ostafrika Plantagen, in die sie nicht unbeträchtliche Summen investierten. Auch H.A. Schmöle beteiligte sich - vornehmlich mit seiner Abfindungssumme, die er vom Deutschen Reich auf Grund von Vermögensverlusten, die er in Afrika erlitten hatte, erhalten hatte. Aus dieser Verbindung der beiden Herren heraus ist es schließlich zur Gründung, bzw. Umbenennung im Jahre 1936 in Bremer Ostafrika-Gesellschaft mbH. gekommen. Zu weiteren Geschäftsführern wurde der Kaufmann Rudolf Adolf Ewald Strahlendorff ernannt, der gleichzeitig Direktor der Bremer Tauwerke AG in Bremen-Vegesack war. Ferner war der Kaufmann Heinrich Schultz-Peltzer 1936 als Geschäftsführer hinzugekommen. Als Schweizer Bürger regelte er v. a. den Bankverkehr in Zürich, doch löschte man ihn im September 1940 im Handelsregister Bremen als Geschäftsführer.
Geschichte des Bestandsbildners: Erwähnenswert ist, dass die Gesellschaft auch durch die Kriegsjahre hindurch Handel mit Afrika unterhielt. Waren es Ende der Dreißiger Jahre vor allem DKW-Automobile und Motorräder, die man nach Angola lieferte, so importierte man v.a. von Mombasa/Kenia Sisal und Hanf nach Europa.
Die Geschäftsverbindungen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg vom Geschäftsführer Hans Schlotfeldt weitergeführt, der 1962 verstarb. An dessen Stelle trat der kaufmännische Angestellte Gerrit Krebs, der zwei Jahre später (1964) zum Abwickler der Firma wurde. Bis zum Schluss hielten die Bremer Tauwerk-Fabrik, vertreten durch Franz Tecklenborg, E. von Brandis und Theo Schmöle Stammeinlagen. 1968 war die Liquidation beendet und die Firma damit erloschen.
Bestandsgeschichte: Am 15.3.2001 wurden dem Staatsarchiv drei große Kartons mit Schriftgut unbekannter Herkunft übergeben. Sie enthielten 14 Ordner und 12 Schnellhefter. Eine erste Sichtung ergab, dass es sich um Schriftgut der Bremer Ostafrika Gesellschaft mbH. aus den Jahren 1929-1947 handelt. Das Archiv verfügt kaum über Firmenschriftgut aus der unmittelbaren Vor- und Nachkriegszeit, geschweige denn über Geschäftskorrespondenzen aus der Kriegszeit. Dass durch das Schriftgut der Bremer West- respektive Ostafrika-Gesellschaft speziell ein Stück Afrikahandel dokumentiert werden kann, ist ein Argument für Archivwürdigkeit, obwohl es sich bei dem geringen Umfang um nur einen ganz kleinen Ausschnitt handeln kann. Kassationen wurden in nur ganz geringem Maße vorgenommen. Leider waren die Unterlagen durch die jahrzehntelange Lagerung in einem Keller stark verschmutzt.
Das Schriftgut wurde archivisch bearbeitet, d.h. grob von Schmutz und Metall befreit, verpackt, signiert und durch vorliegendes Verzeichnis erschlossen. Es umfasst insgesamt 7 Archivkartons, die 25 Verzeichnungseinheiten beinhalten. Auf eine Feinverzeichnung wurde verzichtet; eine chronologische Reihung bot sich als Ordnungskriterium an.
April 2001
Dorothea Breitenfeldt
Geschichte des Bestandsbildners: Die Geschichte der Bremer Ostafrika-Gesellschaft mbH. beginnt im Jahre 1900. Sie wurde im Amtsgericht Bremen, Abteilung Handelsregister unter HR B 211 unter dem Namen Bremer Westafrika Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Januar eingetragen. Gegenstand des Unternehmens war die Errichtung und der Betrieb von Faktoreien in Westafrika, die gewerbliche Anschaffung und Weiterveräußerung solcher Import- und Exportartikel, welche in Westafrika gehandelt werden sowie der Betrieb aller mit solchem Handel in Verbindung stehenden Geschäfte. Das Stammkapital betrug 200 000 Mark. Die ersten Geschäftsführer waren die Kaufleute Gustav Caspar Clarus Pelizaeus und Rudolph Franz Florenz August Wilmanns. Weitere Bremer Kaufleute fungierten als Gesellschafter. 1912 gründete sich eine weitere Bremer Ostafrika-Gesellschaft mbH. mit einer in Daressalam errichteten Zweigniederlassung. Deren Geschäftsführer und Gesellschafter waren keinesfalls mit vorgenannter Westafrika-Gesellschaft identisch. Diese Firma ist bereits 1925 erloschen. Auch war keiner an der 1912 bis 1934 existierenden Afrikanischen Handelsgesellschaft mbH beteiligt.
Geschichte des Bestandsbildners: 1903 wurde eine Zweigniederlassung in Neu Bremen (Kamerun) errichtet. Wilmanns schied bereits 1905 als Geschäftsführer aus; 1907 erhöhte man das Stammkapital auf 500 000 Mark. Gesellschafter waren zu der Zeit die Firmen G.S. Pelizaeus, Melchers Gebr. & Co., Hegeler & Söhne, Münder & Bechtel und der Prokurist Nils Alfred Persson, der von 1910-1916 als Geschäftsführer bestellt war. Ihm folgte der Kaufmann August Dietrich Theodor Hugo Schmöle, der nach der Reichsmarkumstellung auf 150 000 im Jahre 1929 zum alleinigen Gesellschafter avancierte. Wichtig für die Firmengeschichte war ein Major von Brandis. Dieser war aktiver Offizier gewesen und hatte den Feldzug 1914-1918 in Ostafrika unter General Lettow-Vorbeck mitgemacht. 1919 kam er nach Deutschland zurück und errang bei der Schutzpolizei den Majorsrang. Als die Deutschen in den ehemaligen Kolonien wieder zugelassen waren, kauften er und seine Frau Mary von Brandis bei Tanga in Ostafrika Plantagen, in die sie nicht unbeträchtliche Summen investierten. Auch H.A. Schmöle beteiligte sich - vornehmlich mit seiner Abfindungssumme, die er vom Deutschen Reich auf Grund von Vermögensverlusten, die er in Afrika erlitten hatte, erhalten hatte. Aus dieser Verbindung der beiden Herren heraus ist es schließlich zur Gründung, bzw. Umbenennung im Jahre 1936 in Bremer Ostafrika-Gesellschaft mbH. gekommen. Zu weiteren Geschäftsführern wurde der Kaufmann Rudolf Adolf Ewald Strahlendorff ernannt, der gleichzeitig Direktor der Bremer Tauwerke AG in Bremen-Vegesack war. Ferner war der Kaufmann Heinrich Schultz-Peltzer 1936 als Geschäftsführer hinzugekommen. Als Schweizer Bürger regelte er v. a. den Bankverkehr in Zürich, doch löschte man ihn im September 1940 im Handelsregister Bremen als Geschäftsführer.
Geschichte des Bestandsbildners: Erwähnenswert ist, dass die Gesellschaft auch durch die Kriegsjahre hindurch Handel mit Afrika unterhielt. Waren es Ende der Dreißiger Jahre vor allem DKW-Automobile und Motorräder, die man nach Angola lieferte, so importierte man v.a. von Mombasa/Kenia Sisal und Hanf nach Europa.
Die Geschäftsverbindungen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg vom Geschäftsführer Hans Schlotfeldt weitergeführt, der 1962 verstarb. An dessen Stelle trat der kaufmännische Angestellte Gerrit Krebs, der zwei Jahre später (1964) zum Abwickler der Firma wurde. Bis zum Schluss hielten die Bremer Tauwerk-Fabrik, vertreten durch Franz Tecklenborg, E. von Brandis und Theo Schmöle Stammeinlagen. 1968 war die Liquidation beendet und die Firma damit erloschen.
Bestandsgeschichte: Am 15.3.2001 wurden dem Staatsarchiv drei große Kartons mit Schriftgut unbekannter Herkunft übergeben. Sie enthielten 14 Ordner und 12 Schnellhefter. Eine erste Sichtung ergab, dass es sich um Schriftgut der Bremer Ostafrika Gesellschaft mbH. aus den Jahren 1929-1947 handelt. Das Archiv verfügt kaum über Firmenschriftgut aus der unmittelbaren Vor- und Nachkriegszeit, geschweige denn über Geschäftskorrespondenzen aus der Kriegszeit. Dass durch das Schriftgut der Bremer West- respektive Ostafrika-Gesellschaft speziell ein Stück Afrikahandel dokumentiert werden kann, ist ein Argument für Archivwürdigkeit, obwohl es sich bei dem geringen Umfang um nur einen ganz kleinen Ausschnitt handeln kann. Kassationen wurden in nur ganz geringem Maße vorgenommen. Leider waren die Unterlagen durch die jahrzehntelange Lagerung in einem Keller stark verschmutzt.
Das Schriftgut wurde archivisch bearbeitet, d.h. grob von Schmutz und Metall befreit, verpackt, signiert und durch vorliegendes Verzeichnis erschlossen. Es umfasst insgesamt 7 Archivkartons, die 25 Verzeichnungseinheiten beinhalten. Auf eine Feinverzeichnung wurde verzichtet; eine chronologische Reihung bot sich als Ordnungskriterium an.
April 2001
Dorothea Breitenfeldt
0,7
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
30.06.2025, 11:55 AM CEST