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96. Infanterie-Division (Bestand)
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1939-1943
Geschichte des Bestandsbildners: Die organisationsgeschichtlichen Angaben und Unterstellungsübersichten sind aus dem Werk von Georg Tessin, "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945", Bd. 6, Seite 142-143, Frankfurt/Main und Osnabrück, 1966 ff. übernommen.
96. Infanterie-Division
(WK XI, E 588 Hannover)
21.9.1939 auf dem Tr. Üb. Platz Bergen bei Celle, WK XI, als Div. 5. Welle; Ausstattung mit tschechischem Gerät; die WK VI und II hatten Personaleinheiten zu stellen. Die Hgr. Süd steuerte aus Polen einen Rgts. Kdr., zwölf Kompaniechefs und 120 Unteroffiziere mit Kriegserfahrung bei. Nach dem Aufstellungsbefehl vom 8.9. sollte die Div. bis 1.11. feldverwendungsfähig sein:
Inf. Rgt. 283 I.-III. aus WK II, sp. E 348 Hameln
Inf. Rgt. 284 I.-III. aus WK XI (II. aus WK VI), E 398 Goslar
Inf. Rgt. 287 I.-III. aus WK XI, E 194 Göttingen
Art. Rgt. 196 I.-IV. (I. aus WK II) E 19 Hannover
Div. Einheiten 196 (statt Aufkl. Abt. nur Radf. Schw.)
Vom August 1940 bis Februar 1941 war die Division im WK XI beurlaubt. Die 2. und 2./Pz. Jg. Abt. 196 wurden am 4.7.1940 als 2. und 3./290 der 290. ID der 8. Welle überlassen; nach Wiederaufruf der Division wurde die 2. durch 3./198 ersetzt. Die ursprünglichen 13. Gran. Werfer-Kpn. der drei Inf. Rgter. wurden am 2.4.1941 durch drei IGK von der 246. Inf. Div. (dritter Welle) ersetzt.
1942 wurde die Division durch Auflösung von I./283, I./284 und III./287 auf 6 Inf. Btl. gesetzt. Juni 1944 erhielt die Division bei der Hgr. Nordukraine nach dem Ausbruch des "Hube-Kessels" bei Auffrischung in Frontnähe völlig neue Fp. Nummern. Etwas später wurden III./283 und III./284 in I./283 und I./284 umbenannt:
Gren. Rgt. 283 I., II.
Gren. Rgt. 284 I., II.
Gren. Rgt. 287 I., II.
Div. Füs. Btl. 96
Art. Rgt. 196 I.-IV.
Div. Einheiten 196.
Die Division kam in Niederösterreich in amerikanische Gefangenschaft und wurde teilweise an die Russen übergeben.
Unterstellung:
1939
Dez.: XXV; 7. Armee; "C"; Westen; Oberrhein
1940
Jan./Mai: z. Vfg.; 7. Armee; "C"; Westen; Bruchsal
Die "Schematischen Kriegsgliederungen" setzen erst mit dem 8. Juni 1940 ein; aus dem ersten Vierteljahr 1944 fehlen sie.
Bearbeitungshinweis: Die Bestände der Divisionskommandos waren bereits im Jahr 1988 verzeichnet worden (Frau Ganser). Das hieraus im April 1988 fertiggestellte Findbuch wurde 2010 retrodigitalisiert und 2012 sowie 2015 überarbeitet.
Bestandsbeschreibung: Wie die Kriegstagebücher (KTB) aller anderen Verbände und Dienststellen des Heeres waren auch die KTB der Divisionen vom Mobilmachungstag (26. August 1939) an das Heeresarchiv Potsdam abzugeben, wo sie eine Zugangssignatur erhielten (anfangs getrennt nach Kriegsschauplätzen: P für Polen, W für Westen; nach Beendigung des West- und des Norwegenfeldzuges aber nur nach laufender Nummer) und in dieser Reihenfolge eingelagert, dann aber systematisch nach den KTB-führenden Stellen und Abteilungen in Eingangslisten erfasst wurden. Diese Listen (so genannte "Potsdam-Listen") sind erhalten geblieben. Aus ihnen geht hervor, dass noch bis Anfang bzw. Mitte 1944 Kriegstagebücher von Divisionen beim Heeresarchiv eingegangen sind. Jedoch sind die Kriegstagebücher, die später als Mitte oder Ende 1943 in Potsdam eingingen, offenbar nicht mehr in die Zweigstelle Liegnitz ausgelagert und mit allen anderen Beständen, die sich noch in Potsdam befanden, beim Brand des Heeresarchivs im April 1945 vernichtet worden. Weitere Aktenverluste, die nur zum Teil durch Ersatzakten aus Doppelüberlieferungen aufgefüllt werden konnten, waren bereits beim Brand in der Kriegswissenschaftlichen Abteilung des Generalstabs des Heeres im Februar 1942 entstanden. Die nach Liegnitz ausgelagerten Divisionsbestände gelangten mit einem Evakuierungszug Anfang 1945 nach Thüringen, wo sie im April 1945 von amerikanischen Truppen erbeutet und über Frankfurt/Main in die USA gebracht wurden. Dort wurden sie nochmals erfasst und - mit Ausnahme der Quartiermeister-Unterlagen - verfilmt. Ab 1962 erfolgte die Rückgabe an die Bundesrepublik Deutschland. Die Unterlagen kamen zunächst in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, von wo sie nach deren Auflösung Anfang 1968 in die Abteilung Militärarchiv gelangten.
Akten aus der Vorkriegszeit sind bei den Infanterie-Divisionen nur in drei Ausnahmefällen in größerer Zahl überliefert: - 7., 10. und 17. Inf.Div.; diese drei Divisionen waren im Wehrkreis VII (München), bzw. im später (1937) eingerichteten, ebenfalls bayerischen Wehrkreis XIII (Nürnberg) beheimatet. Für beide Wehrkreise muss etwa Anfang 1941 eine Aktensammelaktion befohlen worden sein, ohne dass hierüber Näheres bekannt geworden wäre. Unbekannt ist auch, wo sich die Aktensammelstelle befand, in der amerikanische Truppen 1945 mehrere tausend Akten von Stäben, Truppenteilen und Dienststellen mit bayerischen Standorten aus der Zeit 1919 bis 1941 erbeuteten. Dieses Schriftgut wurde nach der Rückgabe aufgeteilt; Divisionsakten kamen in die Bestandsgruppe RH 26. Von diesen drei Ausnahmen also abgesehen, ist aus den Vorkriegsjahren praktisch nichts vorhanden; Gleiches gilt für das bei den einzelnen Abteilungen der Divisionsstäbe außerhalb der Kriegstagebuch-Unterlagen angefallene Routine-Schriftgut.
In den einzelnen Rückgaben waren enthalten:
- Sept. 1962: 1.-6. Division
- März 1963: 7.-18. Division
- Juli 1963: 19.-23. Division
- März 1964: 24.-34. und 73. bis 79. Division
- Juli 1964: 35.-72. und 81. Division
- März 1964: 82.-100. Division
- Sept. 1965: 101.-125. Division
- Mai 1966: 126.-212. und 215.-217. Division
- Juli 1966: 213. Sich. Division
- Dez. 1966: 218.-295. Division
- Mai 1967: 296.-383. Division, 999. le. Afrika-Division, Div. Brandenburg
Das Aktenmaterial aus Potsdam bzw. Liegnitz, das etwa 95 bis 98% der Bestände ausmacht, wird ergänzt durch Beuteschriftgut vom westlichen Kriegsschauplatz, das in den USA zumeist "Pseudo-Potsdam-Nummern" ab 70.000 erhalten hat, sowie durch Einzelakten aus anderen in den USA zum Teil unter Sachbetreffen gebildeten Schriftgutgruppen (z.B. „EAP") und durch Abgaben aus Privathand, darunter auch Nachkriegs-Ausarbeitungen der Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army/Studiengruppe Wehrmachtführung und Heer.
Die Gliederung des Aktenmaterials ist stets die gleiche:
- Stammtafeln (mit organisationsgeschichtlichen Angaben auch zu den Divisionseinheiten)
- Abteilung Ia (Führungsabteilung; auch Ausbildungsangelegenheiten)
- Abteilung Ic (Feindaufklärung, Spionage- und Sabotageabwehr, Truppenbetreuung)
- Abteilung IIa/IIb (Adjutantur: Personalwesen)
- Abteilung Ib (Quartiermeister) mit den Unterabteilungen
III (Gericht)
IVa (Intendant)
IVb (Div.Arzt)
IVc (Div.Veterinär)
IVd ev./kath. (Div. Geistliche)
- Kommandant des Div.Stabsquartiers (nur im ersten Kriegsjahr)
- Sonstige Unterlagen
Inhaltliche Charakterisierung: Ia: KTB von Sept. bis Dez. 1939, von Mitte Mai bis Juli 1940 und von Feb. 1941 bis Sept. 1943
Ib: KTB von Juni bis Ende Juli 1940, von Feb. 1941 bis Ende Feb. 1942, von Mai 1942 bis Ende Juni 1943 und von Okt. bis Dez. 1943
Ic: TB von Feb. 1941 bis Ende Sept. 1943
IIa: KTB von Feb. 1941 bis Ende Sept. 1943
Erschließungszustand: Vollständig erschlossen
Zitierweise: BArch RH 26-96/...
96. Infanterie-Division (96. ID), 1939-1943
68 Aufbewahrungseinheiten; 2,5 laufende Meter
Bestand
deutsch
Fremde Archive: Deutsche Dienststelle (WASt) Berlin: Erkennungsmarken-Verzeichnisse und namentliche Verlustmeldungen
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Bestände:
RH 7 (OKH / Heerespersonalamt, darin Verleihungsvorschläge und Verleihungslisten)
RW 60 (Gerichte der Reichswehr und Wehrmacht)
PERS 15 (Verfahrensakten von Gerichten der Reichswehr und Wehrmacht)
MSG 3 (Sammlung von Verbandsdruckgut)
Akten:
MSG 3/1717-1720: "Der Watzmann". - Nachrichtenblatt der ehem. Infanterie-Division Nr. 96
Literatur: Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bd. 65
Held, Walter: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. 5 Bde. Osnabrück 1978 ff.
Pohlmann, Hartwig: Geschichte der 96. Infanterie-Division 1939-1945. Bad Nauheim 1959
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. 20 Bde. Osnabrück 1967 ff.
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