Gutsarchiv Marienthal (Bestand)
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H 146 (Benutzungsort: Wernigerode)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 10. Adelsarchive >> 10.02. Gutsarchive
1587 - 2019
Hinweis: Der Bestand enthält Archivgut, das personenbezogenen Schutzfristen gemäß § 10 Abs. 3 Satz 2 ArchG LSA unterliegt und bis zu deren Ablauf nur im Wege einer Schutzfristenverkürzung gemäß § 10 Abs. 4 Satz 2 ArchG LSA oder eines Informationszuganges gemäß § 10 Abs. 4a ArchG LSA zugänglich ist.
Findhilfsmittel: Findbuch von 1976 (online recherchierbar)
Registraturbildner: Marienthal gehört zur Stadt Eckartsberga, Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt.
1291 gründete Bischof Bruno von Naumburg den Zisterzienserinnenkonvent Marienthal, der kirchlich dem Erzbistum Mainz unterstellt war und bis 1533/39 bestand. Territorial lag Marienthal am Ausgang des Mittelalters im wettinischen Amt Eckartsberga. Es war 1485 albertinisch, seit 1547 kursächsisch, gehörte von 1657–1746 zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels und kam 1815 an Preußen, wo es 1816–1945 der Provinz Sachsen zugeordnet war.
Nach der Einführung der Reformation im albertinischen Sachsen 1539 kam es um den Klosterbesitz zu Auseinandersetzungen zwischen dem Landesherrn und der Familie Marschall zu Burgholzhausen, die Vogteirechte beanspruchte. 1566 verkauften die Marschall das Klostergut, das in der Folgezeit zahlreiche Besitzer hatte.
1634 und noch 1686 waren die von Krosigk mit dem Rittergut belehnt, 1706 war es im Besitz der Familie von Thienau, wurde Weiberlehen und ging 1729 an die von Münchhausen über. 1762/64 kauften die Gebrüder von Seebach Marienthal. Über Anna Mathilde von Wilmowsky, geborene von Seebach, ging das Gut 1862 an die Familie von Wilmowsky über, die es bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 in Besitz hatte.
Zum Rittergut gehörte 1827 die Patrimonialgerichtsbarkeit über das nach Burgholzhausen eingepfarrte Dorf Marienthal. 1828 wurde das Rittergut Lindenberg, 1899 das Rittergut Burgholzhausen und 1908 das Stadtgut Eckartsberga hinzuerworben.
Bestandsinformationen: Im Jahre 1949 wurde das im Rahmen der Bodenreform sichergestellte Gutsarchiv Marienthal vom damaligen Staatsarchiv Magdeburg übernommen und durch eine weitere Ablieferung 1956 ergänzt. Der Bestand wurde 2014 und 2015 durch zwei als Schenkung übernommene Nachträge im Umfang von 1,9 lfm bedeutend erweitert.
Das Gutsarchiv Marienthal wurde 1964 geordnet und verzeichnet. Da eine verwendbare Registraturordnung nicht vorlag, wurde er nach mehrjähriger Unterbrechnung 1976 in die vorliegende Ordnung gebracht. Eine Erschließung der 2014/15 neu übernommenen Nachträge ist geplant.
Die Retrokonversion des Findbuches erfolgte im November 2013.
2013 wurde der Bestand durch Schenkung dem Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt übereignet.
2014 und 2015 wurden dem Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt zahlreiche Archivalien und Karten durch die Familie Freiherr von Wilmowsky übergeben. Diese wurden geordnet, verzeichnet und in den Bestand eingearbeitet. Weitere Abgaben folgten in den Jahren 2017 bis 2019, die im Frühjahr 2020 erschlossen und in den Bestand eingearbeitet wurden.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.-
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Eckatsberga. Hrsg. von der Historischen Kommission der Provinz Sachsen, Halle/S. 1883.-
Schumann, A.: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen, 4. Bd., Zwickau 1817.-
Schön: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Regierungsbezirkes Merseburg, Merseburg 1930.-
Neuß, E.: Geschichte des Geschlechtes von Wilmowsky, Halle 1938.
Enthaltene Fotos: 5006
Findhilfsmittel: Findbuch von 1976 (online recherchierbar)
Registraturbildner: Marienthal gehört zur Stadt Eckartsberga, Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt.
1291 gründete Bischof Bruno von Naumburg den Zisterzienserinnenkonvent Marienthal, der kirchlich dem Erzbistum Mainz unterstellt war und bis 1533/39 bestand. Territorial lag Marienthal am Ausgang des Mittelalters im wettinischen Amt Eckartsberga. Es war 1485 albertinisch, seit 1547 kursächsisch, gehörte von 1657–1746 zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels und kam 1815 an Preußen, wo es 1816–1945 der Provinz Sachsen zugeordnet war.
Nach der Einführung der Reformation im albertinischen Sachsen 1539 kam es um den Klosterbesitz zu Auseinandersetzungen zwischen dem Landesherrn und der Familie Marschall zu Burgholzhausen, die Vogteirechte beanspruchte. 1566 verkauften die Marschall das Klostergut, das in der Folgezeit zahlreiche Besitzer hatte.
1634 und noch 1686 waren die von Krosigk mit dem Rittergut belehnt, 1706 war es im Besitz der Familie von Thienau, wurde Weiberlehen und ging 1729 an die von Münchhausen über. 1762/64 kauften die Gebrüder von Seebach Marienthal. Über Anna Mathilde von Wilmowsky, geborene von Seebach, ging das Gut 1862 an die Familie von Wilmowsky über, die es bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 in Besitz hatte.
Zum Rittergut gehörte 1827 die Patrimonialgerichtsbarkeit über das nach Burgholzhausen eingepfarrte Dorf Marienthal. 1828 wurde das Rittergut Lindenberg, 1899 das Rittergut Burgholzhausen und 1908 das Stadtgut Eckartsberga hinzuerworben.
Bestandsinformationen: Im Jahre 1949 wurde das im Rahmen der Bodenreform sichergestellte Gutsarchiv Marienthal vom damaligen Staatsarchiv Magdeburg übernommen und durch eine weitere Ablieferung 1956 ergänzt. Der Bestand wurde 2014 und 2015 durch zwei als Schenkung übernommene Nachträge im Umfang von 1,9 lfm bedeutend erweitert.
Das Gutsarchiv Marienthal wurde 1964 geordnet und verzeichnet. Da eine verwendbare Registraturordnung nicht vorlag, wurde er nach mehrjähriger Unterbrechnung 1976 in die vorliegende Ordnung gebracht. Eine Erschließung der 2014/15 neu übernommenen Nachträge ist geplant.
Die Retrokonversion des Findbuches erfolgte im November 2013.
2013 wurde der Bestand durch Schenkung dem Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt übereignet.
2014 und 2015 wurden dem Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt zahlreiche Archivalien und Karten durch die Familie Freiherr von Wilmowsky übergeben. Diese wurden geordnet, verzeichnet und in den Bestand eingearbeitet. Weitere Abgaben folgten in den Jahren 2017 bis 2019, die im Frühjahr 2020 erschlossen und in den Bestand eingearbeitet wurden.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.-
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Eckatsberga. Hrsg. von der Historischen Kommission der Provinz Sachsen, Halle/S. 1883.-
Schumann, A.: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen, 4. Bd., Zwickau 1817.-
Schön: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Regierungsbezirkes Merseburg, Merseburg 1930.-
Neuß, E.: Geschichte des Geschlechtes von Wilmowsky, Halle 1938.
Enthaltene Fotos: 5006
Laufmeter: 8.6
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
14.04.2025, 08:12 MESZ