Urgicht und Urteil
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7547
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 21 Urgichten
(15)92 Oktober 6, Freitag
Regest: Michael Riettmiller von Gutenberg Kirchheimer Amts, Metzgergesell, hat auf Geheiß und Antrieb der Josanna (= Jos-Anna?), gewesener Ehefrau des hiesigen Bürgers Bastian Schor (?), den Bastian, wenn er in seinen Garten gehe, umbringen sollen. Als er sich weigerte, haben beide, Michel und Josanna, sich miteinander verglichen (= verabredet), den Bastian zu vergiften, dann davonzuziehen und einander zu ehelichen. Michel verlangte in der unteren Apotheke Gift, kaufte solches 4mal und stellte es der Josanna zu. Diese mischte es dem Bastian etliche Male in Brei und Suppe, um ihn ums Leben zu bringen, wie auch geschehen wäre, wenn der Allmächtige es nicht gnädig verhütet hätte. Deswegen hätte Michel nach dem strengen Recht Leib und Leben verwirkt. Jedoch in Ansehung seiner Jugend und Erwägung anderer Umstände hat man Gnade für Recht walten lassen, und vom Rat der Reichsstadt Reutlingen ist Michel mit Urteil und Recht dem Nachrichter in seine Hand und Band erkannt worden, der ihn eine Viertelstund ans Halseisen stellen, dann ihm zu wohlverdienter Straf und andern zum abscheulichen (= abschrekkenden) Exempel über die Metmanns-Brücke hinaus mit Ruten wohl ausstreichen soll. Dazu soll Michel in einen Eid nehmen, die Stadt Reutlingen und ihr ganzes Gebiet zu meiden und bei Verlust Leibes und Lebens nicht mehr darein zu kommen.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ