Nachlass Peter Baudendistel (* 1941, + 2009) (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 20/002 06
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Audiovisuelles Archiv >> Film- und Tondokumente aus den Staatsarchiven >> Ablieferungen des Staatsarchivs Freiburg
Überlieferungsgeschichte
Peter Baudendistel vererbte seinen Nachlass einem befreundeten Kameramann, welcher ihn dem Staatsarchiv Freiburg als Depositum übergab. Der Nachlass wurde aufgeteilt in das filmische Material, das vom Audiovisuellen Archiv in Stuttgart bearbeitet wurde und die restlichen Unterlagen (Dias, Fotos, Schriftgut), welche im Staatsarchiv Freiburg verblieben.
Weitere biografische Informationen enthält der beim Staatsarchiv Freiburg verbliebene Teil des Nachlasses unter T 1 (Zugang 2009/0034) Nachlass Baudendistel, Peter.
Inhalt und Bewertung
Der filmische Nachlass war in einem äußerst chaotischen Zustand. Bereits in Freiburg wurde eine erste grobe Sortierung nach Themen vorgenommen, welche aber nicht immer eindeutig erfolgen konnte. Deswegen wurde im Audiovisuellen Archiv Stuttgart eine völlig neue Klassifikation nach thematischen Gesichtspunkten erstellt.
Zu Beginn finden sich verschiedene Dokumentationen zu den verschiedenen Landschaften des Schwarzwaldes. Hervorzuheben ist hier vor allem "Der Schauinsland - Ein Berg als Fundgrube", ein Film der die unterschiedlichsten Aspekte dieses Berges vorstellt, vom auf Mikrofilm eingelagerten Weltkulturerbe bis zu lokalen Künstlern und dem Berg als Vergnügungsort. Ebenfalls erwähnenswert ist "Melodie einer Landschaft", entstanden im Auftrag des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, zur Vorstellung dieses Landkreises und zur Tourismuswerbung gedacht. Peter Baudendistel drehte außerdem noch Filme über seinen Heimatort St. Peter ("Im Zeichen der Schlüssel"), über Freiburg ("Freiburg hat was alle suchen") und über die Freiburger Münsterbauhütte ("Stein und Zeit"). Hinzu kommen noch wenige Filme anderer Autoren über Freiburg und den Schwarzwald.
Das zweite große Thema Baudendistels war Portugal, über das er neun Filme produzierte: "Lautlos weht der Wind", "Die Küste der Könige", "Die grüne Küste Portugals - Nordportugal", "Die Algarve", "Die Algarve - Sonnenloge am Atlantik", "Die Azoren", "Madeira", "Lissabon" und "Lissabon - Stadt am Tejo". Auch hier finden sich weitere Filme anderer Autoren über Portugal, die wohl als Quelle und Vergleich gedient haben. Die Filme Baudendistels wurden zudem in verschiedenen Fernsehsendungen verwendet und sie wurden zu größeren Dokumentationen zusammengesetzt, zum Beispiel von GEO-Film. Einige Filme über Portugal, die vor allem der Tourismuswerbung dienten, wurden mit Preisen der ITB Berlin ausgezeichnet.
Baudendistel arbeitete auch als Kameramann für das Fernsehen. Er drehte Beiträge für verschiedene Sendungen, wie "Du und dein Tier" im WDR, "Großstadtrevier" in der ARD oder die Reihe "Querschnitte" im ZDF. Diese Reihe entstand teilweise in Zusammenarbeit mit GEO-Film, weshalb es hier mehrere Versionen einer Sendung geben kann.
Ein weiteres Arbeitsfeld Baudendistels war die Werbung, im Nachlass finden sich einige Werbespots und längere Image-Filme für verschiedene Firmen.
Unter "Sonstige Filme" wurden alle weiteren Filme zusammengefasst, an denen Peter Baudendistel mitgewirkt hatte. Zum Einen Eigenproduktionen Baudendistels zu verschiedensten Themen, wie Künstlerportraits und der kurze Film "Die Kunst auf die Welt zu kommen. Wellensittiche" über die Brut und das Schlüpfen von Wellensittichen, des Weiteren verschiedene Tourismusfilme, die in Zusammenarbeit mit André de la Varre jr. entstanden. Diese Filme wurden größtenteils für KLM Royal Dutch Airlines produziert und stellen verschiedene Landschaften Europas für ein amerikanisches Publikum vor. Der dritte Punkt sind Filme verschiedener Autoren und weitere Fernsehproduktionen, bei denen Baudendistel lediglich die Kameraarbeit leistete und nicht mitproduzierte.
Den Beginn der filmischen Arbeit Baudendistels dokumentieren einige Normal-8 Filme, die nun unter Private Filme stehen. Sie wurden ca. in den Jahren 1955-1960 gedreht und zeigen alltägliche Szenen aus St. Peter und einige Urlaubsreisen der Familie.
Peter Baudendistel sammelte auf VHS-Kassetten auch Arbeiten seiner Vorbilder und Dokumentationen über andere Kameramänner und Filmemacher. Das wichtigste Vorbild ist sicher Sepp Allgeier, den er in jungen Jahren persönlich kennen lernte. Dessen Bergfilme aus den Jahren 1929 bis 1950, sowie auch Arbeiten von Heinz Pehlke und anderen finden sich am Schluss des Findbuchs.
Der Bestand umfasst 232 Filme mit einer Abspieldauer von über 120 Stunden.
Die Digitalisierung und Erschließung der AV-Medien wurde von der Stiftung Kulturgut großzügig unterstützt und gefördert.
Stuttgart, im November 2011
Annette Riek
Peter Baudendistel vererbte seinen Nachlass einem befreundeten Kameramann, welcher ihn dem Staatsarchiv Freiburg als Depositum übergab. Der Nachlass wurde aufgeteilt in das filmische Material, das vom Audiovisuellen Archiv in Stuttgart bearbeitet wurde und die restlichen Unterlagen (Dias, Fotos, Schriftgut), welche im Staatsarchiv Freiburg verblieben.
Weitere biografische Informationen enthält der beim Staatsarchiv Freiburg verbliebene Teil des Nachlasses unter T 1 (Zugang 2009/0034) Nachlass Baudendistel, Peter.
Inhalt und Bewertung
Der filmische Nachlass war in einem äußerst chaotischen Zustand. Bereits in Freiburg wurde eine erste grobe Sortierung nach Themen vorgenommen, welche aber nicht immer eindeutig erfolgen konnte. Deswegen wurde im Audiovisuellen Archiv Stuttgart eine völlig neue Klassifikation nach thematischen Gesichtspunkten erstellt.
Zu Beginn finden sich verschiedene Dokumentationen zu den verschiedenen Landschaften des Schwarzwaldes. Hervorzuheben ist hier vor allem "Der Schauinsland - Ein Berg als Fundgrube", ein Film der die unterschiedlichsten Aspekte dieses Berges vorstellt, vom auf Mikrofilm eingelagerten Weltkulturerbe bis zu lokalen Künstlern und dem Berg als Vergnügungsort. Ebenfalls erwähnenswert ist "Melodie einer Landschaft", entstanden im Auftrag des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, zur Vorstellung dieses Landkreises und zur Tourismuswerbung gedacht. Peter Baudendistel drehte außerdem noch Filme über seinen Heimatort St. Peter ("Im Zeichen der Schlüssel"), über Freiburg ("Freiburg hat was alle suchen") und über die Freiburger Münsterbauhütte ("Stein und Zeit"). Hinzu kommen noch wenige Filme anderer Autoren über Freiburg und den Schwarzwald.
Das zweite große Thema Baudendistels war Portugal, über das er neun Filme produzierte: "Lautlos weht der Wind", "Die Küste der Könige", "Die grüne Küste Portugals - Nordportugal", "Die Algarve", "Die Algarve - Sonnenloge am Atlantik", "Die Azoren", "Madeira", "Lissabon" und "Lissabon - Stadt am Tejo". Auch hier finden sich weitere Filme anderer Autoren über Portugal, die wohl als Quelle und Vergleich gedient haben. Die Filme Baudendistels wurden zudem in verschiedenen Fernsehsendungen verwendet und sie wurden zu größeren Dokumentationen zusammengesetzt, zum Beispiel von GEO-Film. Einige Filme über Portugal, die vor allem der Tourismuswerbung dienten, wurden mit Preisen der ITB Berlin ausgezeichnet.
Baudendistel arbeitete auch als Kameramann für das Fernsehen. Er drehte Beiträge für verschiedene Sendungen, wie "Du und dein Tier" im WDR, "Großstadtrevier" in der ARD oder die Reihe "Querschnitte" im ZDF. Diese Reihe entstand teilweise in Zusammenarbeit mit GEO-Film, weshalb es hier mehrere Versionen einer Sendung geben kann.
Ein weiteres Arbeitsfeld Baudendistels war die Werbung, im Nachlass finden sich einige Werbespots und längere Image-Filme für verschiedene Firmen.
Unter "Sonstige Filme" wurden alle weiteren Filme zusammengefasst, an denen Peter Baudendistel mitgewirkt hatte. Zum Einen Eigenproduktionen Baudendistels zu verschiedensten Themen, wie Künstlerportraits und der kurze Film "Die Kunst auf die Welt zu kommen. Wellensittiche" über die Brut und das Schlüpfen von Wellensittichen, des Weiteren verschiedene Tourismusfilme, die in Zusammenarbeit mit André de la Varre jr. entstanden. Diese Filme wurden größtenteils für KLM Royal Dutch Airlines produziert und stellen verschiedene Landschaften Europas für ein amerikanisches Publikum vor. Der dritte Punkt sind Filme verschiedener Autoren und weitere Fernsehproduktionen, bei denen Baudendistel lediglich die Kameraarbeit leistete und nicht mitproduzierte.
Den Beginn der filmischen Arbeit Baudendistels dokumentieren einige Normal-8 Filme, die nun unter Private Filme stehen. Sie wurden ca. in den Jahren 1955-1960 gedreht und zeigen alltägliche Szenen aus St. Peter und einige Urlaubsreisen der Familie.
Peter Baudendistel sammelte auf VHS-Kassetten auch Arbeiten seiner Vorbilder und Dokumentationen über andere Kameramänner und Filmemacher. Das wichtigste Vorbild ist sicher Sepp Allgeier, den er in jungen Jahren persönlich kennen lernte. Dessen Bergfilme aus den Jahren 1929 bis 1950, sowie auch Arbeiten von Heinz Pehlke und anderen finden sich am Schluss des Findbuchs.
Der Bestand umfasst 232 Filme mit einer Abspieldauer von über 120 Stunden.
Die Digitalisierung und Erschließung der AV-Medien wurde von der Stiftung Kulturgut großzügig unterstützt und gefördert.
Stuttgart, im November 2011
Annette Riek
232 Filme
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ