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Nathan der Weise
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Weimarer Zeitung, Nr. 234, 06.10.1858, S. 935: „Die Wiedereröffnung unseres Hoftheaters fand in würdiger Weise durch Lessings unsterbliches Dichtwerk: ‚Nathan‘ statt. Die Aufführung, wenn auch nicht in allen Partieen tadellos, machte doch in ihrem Ensemble einen überwiegend guten Eindruck, wozu natürlich das Meiste die vortreffliche Darstellung der Hauptrolle beitrug, in welcher sich das Interesse an der Dichtung so wesentlich concentrirt und zuspitzt. Mit recht aufrichtiger Freude sahen wir an diesem ‚Nathan‘ unsres wackern Veteranen Genast, wie dem wahren Künstler, dem, der es von innen heraus und aus einem Stücke, nicht durch bloßes aufgeflicktes Virtuosenthum ist, die Weihe und Frische künstlerischer Begabung immerfort unwandelbar treu bleibt. Da war noch Alles so lebenvoll, so warm, so aus dem Ganzen und Vollen des tieferfaßten Charakters herausquellend, wie es nur je gewesen sein kann. Die Plastik der Bewegungen wie der Ausdruck der Worte – Alles war im schönsten Ebenmaß und ganz im Geiste der eben so bewegten wie maßvollen Dichtung. Die berühmte Stelle von den Ringen wurde meisterhaft gesprochen und verfehlte ihres tiefen Eindrucks auf die Hörer nicht. Wir wollen es dem Umstande, daß das Publikum noch nicht wieder recht in die Uebung seiner Rechte und Pflichten eingewohnt war, zu Gute halten, wenn diese treffliche Darstellung nicht durch Hervorruf des Künstlers gelohnt ward. Neben Hrn. Genast müssen wir mit besonderer Anerkennung noch der Frau Genast, als ‚Daja‘, und des Hrn. Kaibel gedenken, dessen ‚Klosterbruder‘ eine vorzügliche Leistung war, die wesentlich mit zu dem guten Gesammteindrucke des Stücks beitrug.“