(Notariatsinstrument) Vor Johannes Vögelin, Bürger zu Konstanz, salmansw. Hofmeister und kaiserl. Notar, erscheint um 5 Uhr im salmansw. Hof zu Pfullendorf in der obersten Stube. Abt Thomas von Salem und fordert ihn auf, mit ihm nach Ostrach zu kommen, dabei zu sein, wenn er von den Untertanen, Hintersassen, lehen- und leibeigenen Leuten der beiden Ämter Ostrach und Bachhaupten sowie von denen von Einhart, die alle in die Pflege Pfullend. gehören, die Huldigung entgegennehme, die Wehr besichtige und die Musterung halten lasse, und über alles ein Notariatsinstrument zu verfertigen. Nachdem der Abt ihn für diesen Akt der Dienstpflicht entlassen hatte, begab er sich mit dem Abt, mit dem Prior Muttelsee, den beiden Pflegern Johannes Wild und Vitus Hueber von Pfullendorf, dem Kaplan des Abtes Joachim Beckelhaube, den beiden Doktoren der Rechte Matthäus Klock und Joh. Konrad Hüldprand, Räten, Advokaten und Sekretarien des Abtes sowie mit anderen Beamten und Dienern des Abtes und in Begleitung von Räten und Beamten der Landvogtei Schwaben, nämlich des Verwalters Hans Conrad Dornsperger, des Landschreibers Gregorius Haiin und Forstmeisters Hans Jacob Raitner, die im Auftrage des Erzherzogs Maximilian wegen des kaiserl. Afterschirms anwesend sein sollten, nach Ostrach, wo sie um 7 Uhr ankamen. Dort waren die Untertanen des Amtes Ostrach, nämlich von Ostrach, Burckweiler, Rotenbühel, Speck, Tichtenhausen, Magenbuech, Laußhaim und Leveschweiler, mit ihren noch ledigen Söhnen, soweit sie bereits zum hochw. hl. Sakrament gegangen sind, "mit iren uferlegten über- und Seitenwehren" vor dem Amtshaus nach "offenem trumelstraich" angetreten. Zugegen waren auch die von Hanennest, Mettembuech, Früdenberg, Ober- und Unterochsenbach. Da sie aber die Huldigung bereits im Kloster Salem geleistet hatten, so waren sie allein der Musterung halber hierher beschieden worden. Um 8 Uhr wurde ihnen bekanntgegeben, daß Abt Petrus zu Ende des Jahres 1614 gestorben und der anwesende Abt Thomas kanonisch gewählt und am 10. Mai 1615 durch den Bischof Jacob von Konstanz bestätigt worden sei; er wolle nach altem Brauch von seinen Untertanen, Hintersassen, lehen- und leibeigenen Leuten "mit handtgegebner trew und etstattung aines leiblichen ayds mit ufgehabnen fingern die gewonliche und schuldige" Huldigung entgegennehmen, wofür er die Untertanen etc. bei ihren alten Rechten und Freiheiten belassen wolle. Darauf wurde die vom erwählten Kaiser Mathias 1612 Okt. 25 ausgestellte Privilegienbestätigung sowie die am gleichen Tage transsummierte Privilegienbestätigung vom Kaiser Karl V. von 1521 Mai 3 vorgelesen. Darauf beglückwünschte Joachim Haimpel, Oberamtmann zu Ostrach, im Auftr. der Amtleute und Dorfpfleger den Abt zu seiner Wahl, bedankte sich für den versprochenen Schutz und versprach, daß die Untertanen die Huldigung leisten. Darauf liest der Dr. Klock die 3 verschiedenen Eidesformeln, je eine für die Untertanen und Hintersassen, für die mit Erb-, Leib-, Hand- oder Schupflehen belehnten Leute und für die Leibeigenen vor. Daraufhin leisten die Gruppen den Eid. Die Musterung fand anschließend in der Zehntscheune zu Ostrach statt, durch die salemischen Beamten; was an Überwehren fehlte, wurde ergänzt. Zu der Huldigung und Musterung sollten auch erscheinen die im Bachhaupter Amt, nämlich zu Bachhaupten, Tafertsweiler, Osterndorf und Gunzenhausen gesessenen Untertanen sowie die von Einhart. Diese wurden jedoch durch Truchseß Wilhelm Heinrich am Erscheinen gehindert und mit Gefängis, Geldstrafen und Verweisung aus der Herrschaft bedroht. Es wurde deshalb Dr. Joh. Conrad Hüldprandt, salmansw. Rat und Sekretär, samt anderen Beamten nach Tafertsweiler geschickt, um den Untertanen mitzuteilen, sie sollen die Überwehren ablegen und nicht zur Musterung, sondern allein zur Huldigung nach Ostrach kommen. Auf dem Wege dorthin wurden sie am Ende des Hardholzes bei dem Gatter am Ostracher Ösch von dem truchsessischen Burgvogt zu Dürmentingen mit 5 anderen truchsessischen Diener n zu Pferde wiederum aufgehalten. Daraufhin zogen die von der Landvogtei entsandten Beamten des Erzherzogs Maximilian auch dorthin. Nachdem von truchsessischer Seite der Sekretariats Paulus Lang sowie der Forstmeister und andere Amtleute erschienen waren, wurden die gegenseitigen Rechtsansprüche vorgetragen, die Untertanen des Bachhaupter Amtes schließlich aber doch unter Protest der truchsessischen Beamten nach Ostrach geführt. Die salmansweilischen Untertanen von Einhart waren von den erbtruchsessischen Dienern vor Jettkofen aufgehalten worden. Hier wiederholte sich dasselbe Spiel: die Einharter legten ihre Wehren ab und deponierten sie in der salmansw. Sägmühle. Nach dem Dr. Hildprand ihnen versichert hatte, sie würden gegen die Drohungen des Erbtruchsessen in Schutz genommen, zogen auch die Einharter nach Ostrach. Die Bachhaupter und die von Einhart leisten gegen Mittag die Huldigungen