Diakonisches Werk - Innere Mission und Hilfswerk - der Evangelischen Kirchen in der DDR - Hauptabteilung Theologie und Missionarischer Dienst (Bestand)
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DWDDR I
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1960-1990
Fachabteilung für theologische Fragestellungen und Missionarische Dienste des 1969 "Innere Mission und Hilfswerk der Ev. Kirchen in der DDR" benannten Werkes.
Vorwort: Seit 1952 bestand in der Schönhauser Allee 59 in Berlin-Prenzlauer Berg eine Geschäftsstelle des Central-Ausschusses für die Innere Mission, die für das Gebiet der DDR zuständig war. Im Jahr 1957 vereinigten sich die beiden evangelischen Werke zu dem Werk "Innere Mission und Hilfswerk" (zur Entstehung des DWDDR siehe auch Vorwort zum Teilbestand Direktorat des DWDDR). Am Anfang des Jahres 1959 führte der Leiter des Werkes - Innere Misson und Hilfswerk - in der DDR, Gerhard Laudin, mit Paul Toaspern ein Gespräch und trug ihm den Aufbau und die Koordinierung der volksmissionarischen Arbeit in der DDR an. Zum 1. Oktober 1959 trat Toaspern daraufhin seinen Dienst als theologischer Referent im Werk an und wurde Leiter der Hauptabteilung I. Laudin und er waren anfänglich die einzigen Theologen, so dass er auch weitere theologische Aufgaben übernahm. Im Jahr 1960 wurde Toaspern Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Volksmission in der DDR, die 1969 in Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste umbenannt wurde. Bis zum 13. August 1961 war die Arbeit stark durch die Hauptgeschäftsstelle in Stuttgart und die beiden Theologen Hans-Christoph von Hase und Heinrich-Hermann Ulrich geprägt.
Durch den Mauerbau vom Westteil Deutschlands abgeschnitten, kam nun zu den theologischen und volksmissionarischen Aufgaben noch der Aufbau eines Tagungsprogramms für das Territorium der DDR auf Toaspern zu. Die jährlichen Lehrgänge des "Diakoniewissenschaftlichen Seminars" wurden acht Jahre lang von Toaspern organisiert und später vom Diakonischen Qualifizierungszentrum weitergeführt. Außerdem oblag Toaspern die Zusammenarbeit mit den Landes- und Freikirchen, Werken und Einrichtungen, und kirchlichen Gremien.
Einen anderen Schwerpunkt bildete die publizistische Arbeit. Redakteur der Zeitschrift "Ruf an den Bruder" war von 1957 bis 1982 Herbert Berger in Magdeburg und von 1982 bis 1989 Toaspern. Die Redaktion der Handreichung "Fröhlich helfen" lag von 1976 bis 1989 in den Händen von Wolf-Dietrich Talkenberger.
Neben der Stadtmissions- und Retraitenarbeit galt Toasperns Engagement den Schwesternschaften. Seit 1962 war er Vorsitzender im Vorstand des Diakonissenhauses Friedenshort in Heiligengrabe / Prignitz und später Vorsitzender im Rat der Evangelischen Schwesternschaft. Diese Aufgaben spiegeln sich deutlich in der Überlieferung der Hauptabteilung I wider.
Leitende theologische Mitarbeiter waren:
Pfarrer Dr. phil. Dr. theol. Paul Toaspern vom 1. Oktober 1959 bis 31. Dezember 1989
Pfarrer Wolf-Dietrich Talkenberger vom 1. September 1976 bis 31. Oktober 1990
Pfarrer Reinhart Lange vom 1. April 1984 bis Anfang 1990.
Durch die Fülle der Aufgaben erfolgte in den 1980er Jahren eine Trennung zwischen dem theologischen und dem volksmissionarischen Bereich. Toaspern führte die volksmissionarischen Aufgaben in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste als Hauptabteilung VII. Lange wurde zum Leiter der Hauptabteilung I, dem ab 1. Dezember 1987 auch die Aufgaben der Hauptabteilung III (Geriatrie) übertragen wurden.
Die Akten der Hauptabteilung I sind weitestgehend erhalten. Unter ihnen bilden die Akten von Berger (Redaktion der Zeitschrift "Ruf an den Bruder") eine Fremdproveninz.
Bei der Verzeichnung durch Johannes Hofmann Mitte der 1990er Jahre erfolgte eine Aufteilung der Akten des Diakonischen Werkes - Innere Misson und Hilfswerk - der DDR in Teilbestände für die jeweiligen Hauptabteilungen. Der Bestand umfasst 634 Verzeichnungseinheiten. Der zeitliche Umfang des Bestandes erstreckt sich von 1948 bis 1991.
Die Zitierweise lautet: ADW, DWDDR I.
Das Findbuch schrieb Heidemarie Köppen. Die Eingabe in das Archivdatenbankprogramm Augias erfolgte im Zuge der Retrokonversion im Jahr 2007. Das Vorwort verfasste Johannes Röhm.
Abkürzungen
AG Arbeitsgemeinschaft
AGEM Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen in der DDR
AMD Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste
BEK Bund Evangelischer Kirchen in der DDR
CCPD Kommission der Kirchen für Teilnehmer an der Entwicklung (beim ÖRK)
DCV Deutscher Caritasverband
DDR Deutsche Demokratische Republik
DW Diakonisches Werk
DW/IMHW Diakonisches Werk - Innere Mission und Hilfswerk - der Ev. Kirchen in der DDR
EKD Evangelische Kirche in Deutschland
EKU Evangelische Kirche der Union
epd Evangelischer Pressedienst
ev. evangelisch
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
HFU Heilpädagogischer Fernunterricht
HGSt Hauptgeschäftsstelle des Diakonisches Werkes der EKD, Stuttgart
IMHW Innere Mission und Hilfswerk der Evangelischen Kirchen
KEK Konferenz Europäischer Kirchen
KKL Konferenz der Evangelischen Kirchenleitungen in der DDR
KSZE Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
KZ Konzentrationslager
luth. lutherisch
LWB Lutherischer Weltbund
o.D. ohne Datum
ÖMA Ökumenisch-Missionarisches Amt
ÖMAV Ökumenisch-Missionarischer Verbindungsausschuss
ÖMZ Ökumenisch-Missionarisches Zentrum
ÖRK Ökumenischer Rat der Kirchen
SA Sturmabteilung der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands
UdSSR Union der sozialistischen Sowjetrepubliken
USA Vereinigte Staaten von Amerika
VEB Volkseigener Betrieb
VELKD Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands
VELKDDR Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche in der DDR
ZVA Zentraler Vorbereitungsausschuss Gemeindeseminare
Vorwort: Seit 1952 bestand in der Schönhauser Allee 59 in Berlin-Prenzlauer Berg eine Geschäftsstelle des Central-Ausschusses für die Innere Mission, die für das Gebiet der DDR zuständig war. Im Jahr 1957 vereinigten sich die beiden evangelischen Werke zu dem Werk "Innere Mission und Hilfswerk" (zur Entstehung des DWDDR siehe auch Vorwort zum Teilbestand Direktorat des DWDDR). Am Anfang des Jahres 1959 führte der Leiter des Werkes - Innere Misson und Hilfswerk - in der DDR, Gerhard Laudin, mit Paul Toaspern ein Gespräch und trug ihm den Aufbau und die Koordinierung der volksmissionarischen Arbeit in der DDR an. Zum 1. Oktober 1959 trat Toaspern daraufhin seinen Dienst als theologischer Referent im Werk an und wurde Leiter der Hauptabteilung I. Laudin und er waren anfänglich die einzigen Theologen, so dass er auch weitere theologische Aufgaben übernahm. Im Jahr 1960 wurde Toaspern Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Volksmission in der DDR, die 1969 in Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste umbenannt wurde. Bis zum 13. August 1961 war die Arbeit stark durch die Hauptgeschäftsstelle in Stuttgart und die beiden Theologen Hans-Christoph von Hase und Heinrich-Hermann Ulrich geprägt.
Durch den Mauerbau vom Westteil Deutschlands abgeschnitten, kam nun zu den theologischen und volksmissionarischen Aufgaben noch der Aufbau eines Tagungsprogramms für das Territorium der DDR auf Toaspern zu. Die jährlichen Lehrgänge des "Diakoniewissenschaftlichen Seminars" wurden acht Jahre lang von Toaspern organisiert und später vom Diakonischen Qualifizierungszentrum weitergeführt. Außerdem oblag Toaspern die Zusammenarbeit mit den Landes- und Freikirchen, Werken und Einrichtungen, und kirchlichen Gremien.
Einen anderen Schwerpunkt bildete die publizistische Arbeit. Redakteur der Zeitschrift "Ruf an den Bruder" war von 1957 bis 1982 Herbert Berger in Magdeburg und von 1982 bis 1989 Toaspern. Die Redaktion der Handreichung "Fröhlich helfen" lag von 1976 bis 1989 in den Händen von Wolf-Dietrich Talkenberger.
Neben der Stadtmissions- und Retraitenarbeit galt Toasperns Engagement den Schwesternschaften. Seit 1962 war er Vorsitzender im Vorstand des Diakonissenhauses Friedenshort in Heiligengrabe / Prignitz und später Vorsitzender im Rat der Evangelischen Schwesternschaft. Diese Aufgaben spiegeln sich deutlich in der Überlieferung der Hauptabteilung I wider.
Leitende theologische Mitarbeiter waren:
Pfarrer Dr. phil. Dr. theol. Paul Toaspern vom 1. Oktober 1959 bis 31. Dezember 1989
Pfarrer Wolf-Dietrich Talkenberger vom 1. September 1976 bis 31. Oktober 1990
Pfarrer Reinhart Lange vom 1. April 1984 bis Anfang 1990.
Durch die Fülle der Aufgaben erfolgte in den 1980er Jahren eine Trennung zwischen dem theologischen und dem volksmissionarischen Bereich. Toaspern führte die volksmissionarischen Aufgaben in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste als Hauptabteilung VII. Lange wurde zum Leiter der Hauptabteilung I, dem ab 1. Dezember 1987 auch die Aufgaben der Hauptabteilung III (Geriatrie) übertragen wurden.
Die Akten der Hauptabteilung I sind weitestgehend erhalten. Unter ihnen bilden die Akten von Berger (Redaktion der Zeitschrift "Ruf an den Bruder") eine Fremdproveninz.
Bei der Verzeichnung durch Johannes Hofmann Mitte der 1990er Jahre erfolgte eine Aufteilung der Akten des Diakonischen Werkes - Innere Misson und Hilfswerk - der DDR in Teilbestände für die jeweiligen Hauptabteilungen. Der Bestand umfasst 634 Verzeichnungseinheiten. Der zeitliche Umfang des Bestandes erstreckt sich von 1948 bis 1991.
Die Zitierweise lautet: ADW, DWDDR I.
Das Findbuch schrieb Heidemarie Köppen. Die Eingabe in das Archivdatenbankprogramm Augias erfolgte im Zuge der Retrokonversion im Jahr 2007. Das Vorwort verfasste Johannes Röhm.
Abkürzungen
AG Arbeitsgemeinschaft
AGEM Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen in der DDR
AMD Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste
BEK Bund Evangelischer Kirchen in der DDR
CCPD Kommission der Kirchen für Teilnehmer an der Entwicklung (beim ÖRK)
DCV Deutscher Caritasverband
DDR Deutsche Demokratische Republik
DW Diakonisches Werk
DW/IMHW Diakonisches Werk - Innere Mission und Hilfswerk - der Ev. Kirchen in der DDR
EKD Evangelische Kirche in Deutschland
EKU Evangelische Kirche der Union
epd Evangelischer Pressedienst
ev. evangelisch
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
HFU Heilpädagogischer Fernunterricht
HGSt Hauptgeschäftsstelle des Diakonisches Werkes der EKD, Stuttgart
IMHW Innere Mission und Hilfswerk der Evangelischen Kirchen
KEK Konferenz Europäischer Kirchen
KKL Konferenz der Evangelischen Kirchenleitungen in der DDR
KSZE Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
KZ Konzentrationslager
luth. lutherisch
LWB Lutherischer Weltbund
o.D. ohne Datum
ÖMA Ökumenisch-Missionarisches Amt
ÖMAV Ökumenisch-Missionarischer Verbindungsausschuss
ÖMZ Ökumenisch-Missionarisches Zentrum
ÖRK Ökumenischer Rat der Kirchen
SA Sturmabteilung der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands
UdSSR Union der sozialistischen Sowjetrepubliken
USA Vereinigte Staaten von Amerika
VEB Volkseigener Betrieb
VELKD Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands
VELKDDR Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche in der DDR
ZVA Zentraler Vorbereitungsausschuss Gemeindeseminare
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
22.04.2025, 11:01 MESZ
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