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151 - Archiv Dompfarrei St. Peter (Pläne
I) (Bestand)
Vorwort: Domarchiv St. Peter Worms - Abt. 2 Pläne (plan liegend)
Umfang: 11 Planschubladen (Übergröße ca. 2 m Breite) sowie 2,5 Regalböden (ca. 2 m Breite), 2916 VE (mit Unternummern ca. 4700 Einheiten)
Laufzeit: 1858 - 1938
Inhalt: Pläne und Zeichnungen vom Dom zu Worms und seinem Umfeld in Zusammenhang mit Wiederherstellungs- u. Baumaßnahmen
Vorliegendes Findbuch wurde im Juli 2011 nach Abschluss der Verzeichnung der plan liegenden Pläne des Domarchivs St. Peter Worms erstellt.
Ein kurzer geschichtlicher Abriss zu dem in der Obhut der katholischen Dompfarrei St. Peter Worms aufbewahrten Archiv sowie zum Verzeichnungsprojekt findet sich im Vorwort zum Bestand Abt. 1 Akten des Domarchivs.
Zur Verzeichnung und Benutzung
Als zweiter Abschnitt des Projektes übernahmen die beiden Archivarinnen des Stadtarchivs Worms, Frau Margit Rinker-Olbrisch und Frau Magdalena Kiefel, die Bearbeitung der plan liegenden Pläne und Zeichnungen. Für diese wurde innerhalb des Domarchivs der Bestand Abt. 2 Pläne (plan liegend) eingerichtet. Der umfangreichste Teil dieser Pläne ist im westlichen Raum des Archivs im Dach der Nikolauskapelle in dem Holz-Planschrank aus der Hofmann'schen Ära (vgl. DomA St. Peter Wo Abt. 1 Nr. 91/6) und in den beiden Schubladen des vermutlich aus derselben Zeit stammenden Architekten-Zeichentisches eben dort gelagert. Die Schubladen waren teilweise vollgestopft und die Planmappen aus Packpapier teilweise (stark) beschädigt. Die vorgefundene Ordnung und die letzte Mappenbeschriftungen gehen wohl auf die Sichtung durch Dr. Ing. Alfons Brand zusammen mit seinem Sohn Peter Brand im Sommer 1968 zurück (vgl. Vorwort zu Abt. 1 Akten). Die Planschubladen trugen eine mit dieser Ordnungssystematik verknüpfte Beschriftung, die sich aus der Durchnummerierung der Schübe von röm. I -XIV (davon I - II im Zeichentisch) und der Mappenbezeichnung zusammensetzte.
Für die neue Verzeichnung wurde eine vereinfachte Signaturvergabe gewählt. Diese sollte aus einer Verbindung von Lokatur, d.h. der Schubladen I - XIV und dann einer einfachen Zählung der einzelnen Pläne/Zeichnungen je Lade mit 1ff. beginnend bestehen. Daraus ergibt sich als Signatur für diesen Planbestand: Domarchiv St. Peter Worms od. DomA St. Peter Wo Abt. 2 Nr. I-1ff. Nicht selten ergaben sich weitere Untergliederungen, z.B. wenn eine Planserie, Duplikate, ergänzende Stücke etc. vorlagen. Hier wurde die jeweilige Signatur durch Schrägstrich und Zählung erweitert, z.B. zu folgender Variante DomA St. Peter Wo Abt. 2 Nr. XIII-21/1 und Nr. XIII-21/2. Im Findbuch werden darüber hinaus auch Verzeichnungseinheiten auftreten, die - obwohl nur 14 Schubladen vorhanden sind - Signaturen mit XV- und XVI- tragen. Diese beiden ergänzenden Zählungen wurden gebildet, nachdem nach Abschluss der Bearbeitung der Schubladen im westlichen Archivraum im östlichen Dachraum in einem "begehbaren Schrank" noch weitere plan liegende Mappen entdeckt wurden. Diese wurden dann ebenso bearbeitet und die Zählung entsprechend fortgeführt. Eine weitere Ausnahme bilden die Signaturen mit den Nummern A-1ff. Es handelt sich um eine Mappe mit 27 alten Plänen von 1859-1861, die in keiner Schublade, sondern auf dem Zeichentisch lag. Die Stücke dieser Mappe erhielten somit die Signatur DomA St. Peter Wo Abt. 2 Nr. A-1 bis Nr. A-27 [A = Alt].
Die eindeutige Signaturvergabe soll so durch Verknüpfung mit dem Lagerort jederzeit einen direkten Zugriff ermöglichen. Während der Verzeichnung ergab sich jedoch noch ein praktisches Problem quasi bei Händeln der Schubladen. Einige Schubladen waren verzogen, blockierten und konnten nur mühselig geleert und nicht wieder genutzt werden. Deshalb wurden die Mappen dieser Schubladen mit den oben genannten ergänzenden Mappen (A-, XV- und XVI) in dem östlichen Archivraum in dem "begehbaren Schrank" auf neu gefertigten Regalböden deponiert. Als Hilfe für die Benutzung und Auffindung der Pläne wurde ein Handout erstellt.
Der Verzeichnung zugrunde gelegt wurden die für Pläne üblichen Kriterien, d.h. neben Titel und Entstehungsdatum (falls angegeben bzw. erkennbar), Maßstab (falls angegeben bzw. übertragbar), Zeichner/Unterzeichner sowie Ausführung (Original bzw. Repro; Material; Bleistift/Tusche). Unter Ausführung wurden dann auch Hinweise auf Beischreibungen, vorhandene Bemerkungen, Veränderungen und Kennzeichnungen gemacht, die auf den Plänen/Zeichnungen zum großen Teil farbig erfolgten. Hier findet sich bei der Verzeichnung der einheitliche Vermerk "farbige Markierung". Besonderheiten wurden im Feld Bemerkungen aufgenommen.
Insgesamt wurden im Zeitraum von Anfang April bis Mitte Juni 2011 - 2920 Titelaufnahmen gefertigt, tatsächlich wurden dabei jedoch ca. 4700 Einheiten erfasst.
Zum Inhalt
Der Bestand Abt. 2 des Domarchivs umfasst lediglich die plan liegenden Pläne und Zeichnungen und somit nur einen Teil der in ihrem vollen Umfang noch nicht abzuschätzenden Plansammlung des Domarchivs St. Peter Worms. Es sind noch zahlreiche lose gerollte Pläne sowie sechs große Kisten mit Plänen vorhanden, ebenso großformatige aufgezogene Tafeln, die vermutlich zu Ausstellungs- und Demonstrationszwecken gefertigt wurden. Gerade bei den älteren Zeichnungen (vor den Wiederherstellungsmaßnahmen) lässt sich feststellen, dass diese nahezu vollständig vorhanden sind, wie das in Abt. 1 des Domarchivs vorliegende Bestandsverzeichnis der Bauhütte belegt (vgl. DomA St. Peter Wo Abt. 1 Nr. 86/14). Die Stücke decken in ihrer Gesamtheit eine Dokumentation der baulichen Entwicklung des Doms und seines Umfeldes über 80 Jahre, nämlich von 1858 bis 1938 ab.
Die Klassifikation weist acht Hauptgruppen auf, die gleichzeitig die inhaltlichen Schwerpunkte wiederspiegeln. Es sind dies:
1. Pläne/Zeichnungen vor 1890
2. Arbeiten im Vorfeld der Baumaßnahmen (1893-1895)
3. Bau-/Wiederherstellungsmaßnahmen am Dom
4. Bauteile und -maßnahmen an der Taufkapelle/Nikolauskapelle
5. Weitere Baueinheiten des Doms
6. Ausstattung des Doms (tlw. auch Taufkapelle)
7. Domplatzgestaltung, Domumgebung
8. Verschiedene/sonstige Pläne
Im ersten Abschnitt sind vor allen Dingen die verschiedenen Zeichnungen hervorzuheben, die sich mit dem Zustand des Westchors befassen. Die frühesten aus dem Jahr 1859 wurden von dem Baukandidat Usinger gefertigt, die aus den 1880iger Jahren von Regierungsbaumeister Reybacher, Wilhelm Meyer und Domprobst Fehr sind im Zusammenhang mit den verschiedenen Gutachten zu sehen. Zu den frühen Stücken gehören außerdem Kapellenzeichnungen von Baurat Opfermann sowie Zeichnungen, die sich mit dem Ostkuppelprojekt befassen.
Vor Beginn der Baumaßnahmen wurden Fundament- und Bodenpläne erstellt, der Werkplatz eingerichtet und eine Entwässerungsanlage durchgeführt. Alle diese Pläne, entstanden zwischen 1893 und 1895 wurden in die zweite Gruppe eingegliedert.
Zu einem der vier umfangreichsten Gruppen gehört der dritte Abschnitt, der sich mit den Bau- und Wiederherstellungsmaßnahmen am Dom beschäftigt. Die Arbeiten rund um den Westchor und die westliche Vierungskuppel (z.B. die Aufnahme vor der Abtragung, zur Fundamentverstärkung und Einrüstung, zahlreiche Schichtenpläne) stehen im Mittelpunkt, auch die große Westrose sei hier erwähnt. Ferner finden sich in diesem Abschnitt Pläne/Zeichnungen zu den Türmen, dem Langhaus und der Ostkuppel.
Auch bei der vierten Klassifikationsgruppe handelt es sich um eine sehr umfangreiche, die sich mit den Baumaßnahmen und verschiedenen Bauteilen der Taufkapelle/Nikolauskapelle befasst. Als Schlagworte seien hier erwähnt Einrüstung der Taufkapelle, Taufsteinnische, Gewölbe, Keller, Treppenhaus, Türen, Portal und Fenster, verschiedene Bauelemente (Gurte, Konsolen etc.).
Im fünften Kapitel werden die Pläne/Zeichnungen zu weiteren Baueinheiten des Doms berücksichtigt, wie Sakristei, Silberkammer, Kapellen und insbesondere die Salier-Grabkammer.
Die dritte große Klassifikationsgruppe bildet die sechste Gruppe, in der Verzeichnungseinheiten sind, die sich im Wesentlichen mit der Ausstattung des Doms, teilweise auch der Taufkapelle, befassen - seien es Türen und Portale, Altäre oder Beleuchtung, seien es die Grabkammer des Domprobstes Fehr, Kanzel oder Orgel, seien es Steinbildwerke, alte Glasmalereien, Bodenbeläge oder auch Kirchenbänke. Auch zu Ausstattungselementen wie die Vitrine des Dommodells, Flaggen und Wappen findet sich Material in dieser Gruppe.
Sehr umfangreich ist auch der siebte Abschnitt. Der hauptsächlich Pläne und Zeichnungen zur Domplatzgestaltung enthält. Es wurden in der Klassifikation zwei zeitliche Schwerpunkte gesetzt, zum einen vor 1930, zum anderen nach 1930. Zahlreiche Stücke, die leider undatiert sind wurden in einer gesonderten Untergruppe zusammengefasst. Von diesen könnte das eine oder andere bei der Benutzung eventuell nachträglich zeitlich eingeordnet werden. Auch das weitere Domumfeld wird in den Unterlagen der siebten Klassifikationsgruppe dokumentiert. So finden sich hier Pläne zu weiteren Baulichkeiten, z.B. dem Pfarrhaus in der Andreasstraße, dem Schulhaus in der Schlossgasse 6, zum Haus Schlossgasse 4, zur Wohnhausgruppe Andreasstr. Nr. 8-14 oder zum projektierten Schul-, Pfarr- und Schwesternhaus am Dom.
Die achte Gruppe birgt alle Pläne und Zeichnungen, die in den vorgenannten Abschnitten nicht einzuordnen sind, die den Dom nicht betreffen und vor allen Dingen auch Pläne, die in Mappen mit der Aufschrift "Verschiedenes" zu finden und bei der Einzelzuweisung nicht einzugliedern waren.
Bemerkungen zum Abschluss
Bei der Verzeichnung vor Ort im Domarchiv erfolgte die Titelaufnahme in eine Exceldatei, die dann im Stadtarchiv Worms in das AUGIAS-Archivprogramm konvertiert und mit dem Findbuchausdruck abgeschlossen wurde. Wünschenswert, jedoch in vollem Umfang nicht umzusetzen, ist eine Digitalisierung der Pläne. Es wurde allerdings gerade für die ältesten und für besonders aussagekräftige Objekte festgehalten, dass zumindest diese ausgewählten Stücke digitalisiert werden sollen.
Bezüglich des Inhalts wurde bei der Titelaufnahme die Beschriftung der Mappen übernommen und - sofern vorhanden - die der Pläne/Zeichnungen selbst, außerdem ergänzende Bemerkungen gemacht. Fehlten nähere Angaben, wurde versucht, die Darstellungen zu identifizieren bzw. zu erläutern. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass die Bearbeiterinnen zwar Archivarinnen ansonsten jedoch fach fremd sind, d.h. weder Kunsthistorikerinnen noch Architektinnen. In diesem Zusammenhang ergeht deshalb die Bitte an alle Experten, die die Unterlagen zukünftig sichten, offensichtliche Fehler bzw. korrekte Termini weiterzugeben, so dass die Verzeichnung laufend optimiert werden kann.
Worms, im Juli 2011
Margit Rinker-Olbrisch
Magdalena Kiefel