Nachlass Familie von Martens (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 56
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Überlieferungsgeschichte
Christian Septimus von Martens wird am 19. August 1793 als siebter Sohn von Wilhelm Conrad von Martens (1748 - 1828), dem königlich-dänischen Generalkonsul von Venedig, und seiner zweiten Ehefrau Margarete von Scheler (1765 - 1832) auf deren Landgut Miravecchia in der Nähe von Venedig geboren.
Im Jahr 1811 folgt Christian von Martens dem Beispiel seines Bruders Karl und seines Onkels General Georg von Scheler und begibt sich in den königlich-württembergischen Militärdienst. Am 28.Juli 1811 wird er zum Kadetten des 6.Infanterie - Regiments "Kronprinz" in Heilbronn ernannt. Kurz vor dem Ausmarsch zum Rußlandfeldzug wird Martens am 7.Februar 1812 zum Leutnant befördert. Nach dem Sachsenfeldzug von 1813 nimmt er als Oberleutnant an den Befreiungskriegen von 1814/15 teil. Zum Quartiermeisterleutnant wird Martens 1819 befördert, 1820 erhält er den Rang eines Brigadeadjutanten,1822 den Hauptmannstitel und 1844 die Stellung eines Majors. Als Oberstleutnant leistet Martens 1848 in Schleswig - Holstein und anschließend bis 1849 in Baden Dienst. Nach seiner Versetzung in den Ruhestand 1853 gehört Martens dem königlichen Ehreninvalidenkorps an und lebte bis zu seinem Tod am 31. Mai 1882 in Stuttgart.´Privat hat Martens zahlreiche Reisen unternommen, insbesondere in seine Heimat Norditalien und zu seinen Geschwistern, die über mehrere Länder Mitteleuropas verstreut lebten.1832 bricht er zu einer größeren Reise nach Italien auf (Mailand,Livorno, La Spezia etc.) und setzt diese durchs Rheinland (Koblenz, Bad Ems etc.) fort. Am 1. Oktober 1832 heiratet er Pauline Louise Dorothee Lotter, die Tochter des Geheimen Archivrats Christoph Ludwig Friedrich von Lotter. Von insgesamt fünf Kindern, drei Töchtern und 2 Söhnen, wird 1833 als erste Tochter Marina geboren. Diese heiratet 1858 den preußischen Rittergutsbesitzer Peter de Weerth aus Slupowo, wohin das Ehepaar Martens öfters reist. Sowohl auf seinen Privatreisen als auch bei den Feldzügen hat Martens Tagebücher geführt, die er häufig mit Aquarellen illustrierte. Für seine Aquarelle vom Napoleonfeldzug haben ihm zum Teil zeitgenössische Bilder von Faber du Faur und Adam als Vorlagen gedient. Außerdem legt Martens über die zahlreichen Reisen Bilderalben an. Neben Soldatenalltag und militärischen Schlachten hält Martens insbesondere Landschaften, Stadtansichten, Schlösser, Kirchen, Ruinen, Schiffe und Straßenzüge in seinen Illustrationen fest. Die Tagebücher seiner ersten Feldzüge von 1812 und 1813 sind noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht worden.
Inhalt und Bewertung
Der Nachlaß Christian von Martens wurde dem Hauptstaatsarchiv von seiner Urenkelin Frau Anna Fischer-Dann aus Stuttgart - Birkach zum Teil zu deren Lebzeiten geschenkt bzw. nach ihrem Tod 1977 aufgrund des Testaments vermacht. Christian von Martens hat seine Tagebücher und Alben durchnummeriert. Ins Hauptstaatsarchiv sind die Nummern 1, 2, II, 7, 10, 18, 20a, 34 und 40 gelangt, wobei die allgemeinen Tagebücher und die Uniform-Zeichnungen keine alten Signaturen tragen. Offensichtlich ist mit dem Vermächtnis von Frau Fischer-Dann nicht der gesamte Nachlaß von Christian von Martens eingekommen. Nach Ausweis des Kataloges "Alte Ansichten aus Württemberg" von Max Schefold besitzt die Sammlung Mayer in Geislingen/Steige ebenfalls verschiedene Tagebücher und Alben. Der Nachlaß hat - auch wegen seiner Stuttgarter Ansichten - hohen dokumentarischen Wert.
Der Nachlaß umfaßt:
a. Handschriften mit Abbildungen
- Allgemeine Tagebücher, 3 Bände
- Tagebuch vom Rußlandfeldzug 1812, 2 Bände
- Tagebuch von der Italien- und Rheinreise 1832, 3 Band
- 20 Uniformzeichnungen, 1 Band
b. Bilderalben
Die Bilderalben zeigen vorwiegend Orts- und Landschaftsansichten. Die meisten Bilder sind Aquarelle von Christian von Martens, die nach der Natur oder nach Vorlagen gemalt sind. In den Alben sind auch Radierungen und Stiche von anderen Künstlern wie auch einige Aquarelle von Angehörigen der Familie Martens enthalten. Einige Stiche hat Christian von Martens zum Ausmalen gekauft.
c. Gerahmte Bilder
Zwei großformatige Ölbilder, zwei Aquarelle und drei Porträtfotografien
d. Stammbaum der Familie Lotter (Lotter, Carl: Stammbaum der Familie Lotter in Schwaben. Stuttgart 1879.
e. Familienpapiere und Unterlagen zur Geschichte der Familie von Martens
1. Zur Biographie Christian von Martens (19.8.1793 - 2.6.1882): Christian Septimus von Martens wird am 19.August 1793 als siebter Sohn von Wilhelm Conrad von Martens (1748 - 1828), dem königlich-dänischen Generalkonsul von Venedig, und seiner zweiten Ehefrau Margarete von Scheler (1765 - 1832) auf deren Landgut Miravecchia in der Nähe von Venedig geboren. Im Jahr 1811 folgt Christian von Martens dem Beispiel seines Bruders Karl und seines Onkels General Georg von Scheler und begibt sich in den königlich-württembergischen Militärdienst. Am 28.Juli 1811 wird er zum Kadetten des 6.Infanterie - Regiments "Kronprinz" in Heilbronn ernannt. Kurz vor dem Ausmarsch zum Russlandfeldzug wird Martens am 7. Februar 1812 zum Leutnant befördert. Nach dem Sachsenfeldzug von 1813 nimmt er als Oberleutnant an den Befreiungskriegen von 1814/15 teil. Zum Quartiermeisterleutnant wird Martens 1819 befördert, 1820 erhält er den Rang eines Brigadeadjutanten, 1822 den Hauptmannstitel und 1844 die Stellung eines Majors. Als Oberstleutnant leistet Martens 1848 in Schleswig - Holstein und anschließend bis 1849 in Baden Dienst. Nach seiner Versetzung in den Ruhestand 1853 gehört Martens dem königlichen Ehreninvalidenkorps an und lebt bis zu seinem Tod am 31. Mai 1882 in Stuttgart. Christian von Martens war Träger des Militärverdienstordens, der Medaille von 1814/15, der badischen Verdienstmedaille von 1849 und des Ehrenkreuzes für seine 40-jährige Dienstzeit. Privat hat Martens zahlreiche Reisen unternommen, insbesondere in seine Heimat Norditalien und zu seinen Geschwistern, die über mehrere Länder Mitteleuropas verstreut lebten. 1832 bricht er zu einer größeren Reise nach Italien auf (Mailand Livorno, La Spezia etc.) und setzt diese durchs Rheinland (Koblenz, Bad Ems etc.) fort. Am 1.Oktober 1832 heiratet er Pauline Louise Dorothee Lotter, die Tochter des Geheimen Archivrats Christoph Ludwig Friedrich von Lotter. Von insgesamt fünf Kindern (drei Töchter und 2 Söhne) wird 1833 als erste Tochter Marina geboren. Diese heiratet 1858 den preußischen Rittergutsbesitzer Peter de Weerth aus Slupowo, wohin das Ehepaar Martens öfters reist. Sowohl auf seinen Privatreisen als auch bei den Feldzügen hat Martens Tagebücher geführt, die er häufig mit Aquarellen illustrierte. Für seine Aquarelle vom Napoleonfeldzug haben ihm zum Teil zeitgenössische Bilder von Faber du Faur und Adam als Vorlagen gedient. Außerdem legt Martens über die zahlreichen Reisen Bilderalben an. Neben Soldatenalltag und militärischen Schlachten hält Martens insbesondere Landschaften, Stadtansichten, Schlösser, Kirchen, Ruinen, Schiffe und Straßenzüge in seinen Illustrationen fest. Die Tagebücher seiner ersten Feldzüge von 1812 und 1813 sind noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht worden.
2. Zum Nachlass Christian von Martens: Der Nachlass Christian von Martens wurde dem Hauptstaatsarchiv von seiner Urenkelin Frau Anna Fischer-Dann aus Stuttgart Birkach zum Teil zu deren Lebzeiten geschenkt bzw. nach ihrem Tod 1977 aufgrund des Testaments vermacht. Christian von Martens hat seine Tagebücher und Alben durchnummeriert. Ins Hauptstaatsarchiv sind unter anderem die Nummern 1, 2, 3,II, 7, 9, 10, 18, 20a, 34 und 40 gelangt, wobei die allgemeinen Tagebücher und die Uniform-Zeichnungen keine alten Signaturen tragen. Offensichtlich ist mit dem Vermächtnis von Frau Fischer-Dann nicht der gesamte Nachlass von Christian von Martens eingekommen. Nach Ausweis des Kataloges "Alte Ansichten aus Württemberg" von Max Schefold besitzt die Sammlung Mayer in Geislingen/Steige ebenfalls verschiedene Tagebücher und Alben. Der Nachlass hat - auch wegen seiner Stuttgarter Ansichten - hohen dokumentarischen Wert. Der Nachlass umfasst u.a.: a. Handschriften mit Abbildungen - Allgemeine Tagebücher, 3 Bänd - Tagebuch vom Russlandfeldzug 1812, 2 Bände - Tagebücher von der Italien- und Rheinreisen 1816, 1830 und 1832, 1 Band - 20 Uniformzeichnungen, 1 Band b. Bilderalben: Die acht Bilderalben zeigen vorwiegend Orts- und Landschaftsansichten. Die meisten Bilder sind Aquarelle von Christian von Martens, die nach der Natur oder nach Vorlagen gemalt sind. In den Alben sind auch Radierungen und Stiche von anderen Künstlern wie auch einige Aquarelle von Angehörigen der Familie Martens enthalten. Einige Stiche hat Christian von Martens zum Ausmalen gekauft. c. Gerahmte Bilder Zwei großformatige Ölbilder, zwei Aquarelle und drei Porträtfotografien d. Stammbaum der Familie Lotter Lotter, Carl: Stammbaum der Familie Lotter in Schwaben. Stuttgart 1879. 2008 kamen über das Staatsarchiv Ludwigsburg weitere Papiere zur Geschichte der Familie von Martens in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Abgegeben wurden sie von Frau Sieglinde Landenberger aus Möglingen, eine Verwandte der Familie von Martens. Die Neuzugänge betreffen vor allem Carl Christoph von Martens und Adolph von Martens. Des weiteren umfassen sie verschiedene Unterlagen zur Familiengeschichte. Diese Papiere wurden 2008 in den Nachlass Christian von Martens eingeordnet. Weitere Unterlagen wie vor allem Tagebücher, Bilderalben und Grafiken kamen in den Jahren 2011, 2013, 2016 und 2020 in das Hauptstaatsarchiv, darunter auch zwei sehr seltene Wachsporträtsbüsten von Conrad und Mary von Martens aus der Zeit um 1760, gefertigt wohl in Venetien.
3. Zur Ordnung und Verzeichnung: Der Nachlass wurde von Januar bis Juli 1987 geordnet und verzeichnet. Die Ordnung erfolgte nach den drei unterschiedlichen Typen - Handschriften, Bilderalben, Einzelbilder - in drei Hauptgruppen, innerhalb dieser nach chronologisch - systematischen Gesichtspunkten. Danach wurden die Einheiten fortlaufend numeriert, so dass sich insgesamt 20 Nummern ergaben. Der als Buch veröffentlichte Stammbaum der Familie Lotter wird in der Archivbibliothek verwahrt. Verzeichnet wurde sowohl der Band als Ganzes, als auch die darin enthaltenen Ansichten als Einzeltitelaufnahmen. Die Einzeltitelaufnahmen erscheinen unter dem Enthält-Vermerk. Sie wurden bei den Tagebüchern und dem Album der Slupowo-Reise in der vorliegenden, d.h. chronologischen Reihenfolge belassen. Bei den übrigen Bilderalben erfolgte eine Systematisierung nach dem Motiv, wobei die Ortsansichten nach Länderzugehörigkeit geordnet sind. Neben dem Titel wurden bei der Gesamttitelaufnahme die Lauf-/Entstehungszeit, die Band-/Bildgröße, der Umfang (Seiten- bzw. Blattzahl, Anzahl der enthaltenen Ansichten und Karten etc.), die alte Signatur, sowie eine genauere Beschreibung des Inhalts aufgenommen. Die Einzeltitelaufnahme setzt sich in der Regel aus Motiv Entstehungsdatum, Verfasser, Format, das die reine Bildgröße (Höhe x Breite) wiedergibt, und der Ausführungsart/ Technik zusammen. Im Anschluss daran folgen Anmerkungen aller Art (Rückseitenvermerke, Erhaltungszustand, Katalognummer bei Max Schefold). Die Blatt- oder Seitenzahlangabe der Abbildung innerhalb des betreffenden Bandes erscheint rechts unter der Titelaufnahme. Von Christian von Martens übernommene Angaben (auch Schreibweisen) sind in Anführungszeichen gesetzt. Vom Bearbeiter erschlossene Teile sind von spitzen Klammern < ... > umgeben. Abkürzungen wurden in runden Klammern (...) aufgelöst. Der Inhalt des Bestandes bzw. Repertoriums ist durch einen Orts-, Personen-, Sach- sowie einen Künstlerindex (Maler, Zeichner, Lithographen, Stecher... und Lithographische Anstalten) erschlossen. Eine Liste der benutzten Literatur und Karten schließt sich an das Verzeichnungskapitel an. Ortschaften, die weder anhand eines Ortslexikons noch einer Landkarte zu lokalisieren waren, wurden wie in Zweifelsfällen mit einem Fragezeichen versehen, selbst wenn die Länder- und Provinzzugehörigkeit eindeutig festgestellt werden konnte. Im Anschluss an die Indices folgt die Kopie der französischen Russlandkarte7, mit deren Hilfe fast alle russischen Orte identifiziert und deren Verwaltungsgliederung für den Ortsindex übernommen wurde. Die im Index aufgeführten Bezirke entsprechen also den Gouvernements der französischen Karte. Abschließend ist anzumerken, dass die Schreibweisen der russischen Orte variieren. Bei starken Abweichungen wurden Verweise im Index angelegt; bei kleineren Abweichungen die Schreibweise der französischen Karte in Klammern dahinter gesetzt. Der Bestand umfasst nach der Verzeichnung ca. 2 laufende Meter. Stuttgart, im August 1987 Nachtrag: Im November 2003 konnte der dritte Band der Tagebücher, der den Feldzug gegen Preußen behandelt, erworben werden (Az.: 7511.3-S.1). Weitere Unterlagen zur Geschichte der Familie von Martens kamen 2011, 2013, 2016 und 2018 im Hauptstaatsarchiv ein (so auch vor allem aus Norddeutschland, u.a. aus dem Nachlass von Günther Friedrich Seidel, Stuhr-Brinkum). Sie ergänzen das bereits vorhandene Archivgut hervorragend. Diese wurden im März 2016 von Peter Bohl verzeichnet, nach der Verpackung wurden die Aquarelle und Lithografien digitalisiert und im Internet interessierten Nutzern digital zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2020 bot einer der Nachkommen dem Hauptstaatsarchiv drei weitere Gemälde an, von denen eines ("Von Calais nach London") sofort übernommen und digitalisiert wurde. Die anderen Gemälde sollen dem Hauptstaatsarchiv zu einem späteren Zeitpunkt übergeben werden.
Literatur: ADB XX S.447 Carl Lotter, Stammbaum der Familie Lotter in Schwaben Stuttgart 1879, § 67; Lotter, Ein siebzigjähriges Jubiläum in: Schwäbische Chronik 1882, S.196 Martens, Christian v.: I. Vor fünfzig Jahren. Tagebuch meines Feldzuges in Russland 1812. II. Tagebuch meines Feldzuges in Sachsen 1813. Stuttgart, Öhringen : A. Schaber 1862/63. (HStAS Bibliothek A 5559 b)
Abkürzungsverzeichnis: ADB Allgemeine Deutsche Biographie Bd. Band Bl. Blatt Desgl. Desgleichen Kr. Kreis Nr. Nummer o. D. ohne Datum o. V. ohne Verfasser Prov. Provinz RB Regierungsbezirk Reg. Region S. Seite s. siehe u. a. unter anderem vgl. vergleiche
Christian Septimus von Martens wird am 19. August 1793 als siebter Sohn von Wilhelm Conrad von Martens (1748 - 1828), dem königlich-dänischen Generalkonsul von Venedig, und seiner zweiten Ehefrau Margarete von Scheler (1765 - 1832) auf deren Landgut Miravecchia in der Nähe von Venedig geboren.
Im Jahr 1811 folgt Christian von Martens dem Beispiel seines Bruders Karl und seines Onkels General Georg von Scheler und begibt sich in den königlich-württembergischen Militärdienst. Am 28.Juli 1811 wird er zum Kadetten des 6.Infanterie - Regiments "Kronprinz" in Heilbronn ernannt. Kurz vor dem Ausmarsch zum Rußlandfeldzug wird Martens am 7.Februar 1812 zum Leutnant befördert. Nach dem Sachsenfeldzug von 1813 nimmt er als Oberleutnant an den Befreiungskriegen von 1814/15 teil. Zum Quartiermeisterleutnant wird Martens 1819 befördert, 1820 erhält er den Rang eines Brigadeadjutanten,1822 den Hauptmannstitel und 1844 die Stellung eines Majors. Als Oberstleutnant leistet Martens 1848 in Schleswig - Holstein und anschließend bis 1849 in Baden Dienst. Nach seiner Versetzung in den Ruhestand 1853 gehört Martens dem königlichen Ehreninvalidenkorps an und lebte bis zu seinem Tod am 31. Mai 1882 in Stuttgart.´Privat hat Martens zahlreiche Reisen unternommen, insbesondere in seine Heimat Norditalien und zu seinen Geschwistern, die über mehrere Länder Mitteleuropas verstreut lebten.1832 bricht er zu einer größeren Reise nach Italien auf (Mailand,Livorno, La Spezia etc.) und setzt diese durchs Rheinland (Koblenz, Bad Ems etc.) fort. Am 1. Oktober 1832 heiratet er Pauline Louise Dorothee Lotter, die Tochter des Geheimen Archivrats Christoph Ludwig Friedrich von Lotter. Von insgesamt fünf Kindern, drei Töchtern und 2 Söhnen, wird 1833 als erste Tochter Marina geboren. Diese heiratet 1858 den preußischen Rittergutsbesitzer Peter de Weerth aus Slupowo, wohin das Ehepaar Martens öfters reist. Sowohl auf seinen Privatreisen als auch bei den Feldzügen hat Martens Tagebücher geführt, die er häufig mit Aquarellen illustrierte. Für seine Aquarelle vom Napoleonfeldzug haben ihm zum Teil zeitgenössische Bilder von Faber du Faur und Adam als Vorlagen gedient. Außerdem legt Martens über die zahlreichen Reisen Bilderalben an. Neben Soldatenalltag und militärischen Schlachten hält Martens insbesondere Landschaften, Stadtansichten, Schlösser, Kirchen, Ruinen, Schiffe und Straßenzüge in seinen Illustrationen fest. Die Tagebücher seiner ersten Feldzüge von 1812 und 1813 sind noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht worden.
Inhalt und Bewertung
Der Nachlaß Christian von Martens wurde dem Hauptstaatsarchiv von seiner Urenkelin Frau Anna Fischer-Dann aus Stuttgart - Birkach zum Teil zu deren Lebzeiten geschenkt bzw. nach ihrem Tod 1977 aufgrund des Testaments vermacht. Christian von Martens hat seine Tagebücher und Alben durchnummeriert. Ins Hauptstaatsarchiv sind die Nummern 1, 2, II, 7, 10, 18, 20a, 34 und 40 gelangt, wobei die allgemeinen Tagebücher und die Uniform-Zeichnungen keine alten Signaturen tragen. Offensichtlich ist mit dem Vermächtnis von Frau Fischer-Dann nicht der gesamte Nachlaß von Christian von Martens eingekommen. Nach Ausweis des Kataloges "Alte Ansichten aus Württemberg" von Max Schefold besitzt die Sammlung Mayer in Geislingen/Steige ebenfalls verschiedene Tagebücher und Alben. Der Nachlaß hat - auch wegen seiner Stuttgarter Ansichten - hohen dokumentarischen Wert.
Der Nachlaß umfaßt:
a. Handschriften mit Abbildungen
- Allgemeine Tagebücher, 3 Bände
- Tagebuch vom Rußlandfeldzug 1812, 2 Bände
- Tagebuch von der Italien- und Rheinreise 1832, 3 Band
- 20 Uniformzeichnungen, 1 Band
b. Bilderalben
Die Bilderalben zeigen vorwiegend Orts- und Landschaftsansichten. Die meisten Bilder sind Aquarelle von Christian von Martens, die nach der Natur oder nach Vorlagen gemalt sind. In den Alben sind auch Radierungen und Stiche von anderen Künstlern wie auch einige Aquarelle von Angehörigen der Familie Martens enthalten. Einige Stiche hat Christian von Martens zum Ausmalen gekauft.
c. Gerahmte Bilder
Zwei großformatige Ölbilder, zwei Aquarelle und drei Porträtfotografien
d. Stammbaum der Familie Lotter (Lotter, Carl: Stammbaum der Familie Lotter in Schwaben. Stuttgart 1879.
e. Familienpapiere und Unterlagen zur Geschichte der Familie von Martens
1. Zur Biographie Christian von Martens (19.8.1793 - 2.6.1882): Christian Septimus von Martens wird am 19.August 1793 als siebter Sohn von Wilhelm Conrad von Martens (1748 - 1828), dem königlich-dänischen Generalkonsul von Venedig, und seiner zweiten Ehefrau Margarete von Scheler (1765 - 1832) auf deren Landgut Miravecchia in der Nähe von Venedig geboren. Im Jahr 1811 folgt Christian von Martens dem Beispiel seines Bruders Karl und seines Onkels General Georg von Scheler und begibt sich in den königlich-württembergischen Militärdienst. Am 28.Juli 1811 wird er zum Kadetten des 6.Infanterie - Regiments "Kronprinz" in Heilbronn ernannt. Kurz vor dem Ausmarsch zum Russlandfeldzug wird Martens am 7. Februar 1812 zum Leutnant befördert. Nach dem Sachsenfeldzug von 1813 nimmt er als Oberleutnant an den Befreiungskriegen von 1814/15 teil. Zum Quartiermeisterleutnant wird Martens 1819 befördert, 1820 erhält er den Rang eines Brigadeadjutanten, 1822 den Hauptmannstitel und 1844 die Stellung eines Majors. Als Oberstleutnant leistet Martens 1848 in Schleswig - Holstein und anschließend bis 1849 in Baden Dienst. Nach seiner Versetzung in den Ruhestand 1853 gehört Martens dem königlichen Ehreninvalidenkorps an und lebt bis zu seinem Tod am 31. Mai 1882 in Stuttgart. Christian von Martens war Träger des Militärverdienstordens, der Medaille von 1814/15, der badischen Verdienstmedaille von 1849 und des Ehrenkreuzes für seine 40-jährige Dienstzeit. Privat hat Martens zahlreiche Reisen unternommen, insbesondere in seine Heimat Norditalien und zu seinen Geschwistern, die über mehrere Länder Mitteleuropas verstreut lebten. 1832 bricht er zu einer größeren Reise nach Italien auf (Mailand Livorno, La Spezia etc.) und setzt diese durchs Rheinland (Koblenz, Bad Ems etc.) fort. Am 1.Oktober 1832 heiratet er Pauline Louise Dorothee Lotter, die Tochter des Geheimen Archivrats Christoph Ludwig Friedrich von Lotter. Von insgesamt fünf Kindern (drei Töchter und 2 Söhne) wird 1833 als erste Tochter Marina geboren. Diese heiratet 1858 den preußischen Rittergutsbesitzer Peter de Weerth aus Slupowo, wohin das Ehepaar Martens öfters reist. Sowohl auf seinen Privatreisen als auch bei den Feldzügen hat Martens Tagebücher geführt, die er häufig mit Aquarellen illustrierte. Für seine Aquarelle vom Napoleonfeldzug haben ihm zum Teil zeitgenössische Bilder von Faber du Faur und Adam als Vorlagen gedient. Außerdem legt Martens über die zahlreichen Reisen Bilderalben an. Neben Soldatenalltag und militärischen Schlachten hält Martens insbesondere Landschaften, Stadtansichten, Schlösser, Kirchen, Ruinen, Schiffe und Straßenzüge in seinen Illustrationen fest. Die Tagebücher seiner ersten Feldzüge von 1812 und 1813 sind noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht worden.
2. Zum Nachlass Christian von Martens: Der Nachlass Christian von Martens wurde dem Hauptstaatsarchiv von seiner Urenkelin Frau Anna Fischer-Dann aus Stuttgart Birkach zum Teil zu deren Lebzeiten geschenkt bzw. nach ihrem Tod 1977 aufgrund des Testaments vermacht. Christian von Martens hat seine Tagebücher und Alben durchnummeriert. Ins Hauptstaatsarchiv sind unter anderem die Nummern 1, 2, 3,II, 7, 9, 10, 18, 20a, 34 und 40 gelangt, wobei die allgemeinen Tagebücher und die Uniform-Zeichnungen keine alten Signaturen tragen. Offensichtlich ist mit dem Vermächtnis von Frau Fischer-Dann nicht der gesamte Nachlass von Christian von Martens eingekommen. Nach Ausweis des Kataloges "Alte Ansichten aus Württemberg" von Max Schefold besitzt die Sammlung Mayer in Geislingen/Steige ebenfalls verschiedene Tagebücher und Alben. Der Nachlass hat - auch wegen seiner Stuttgarter Ansichten - hohen dokumentarischen Wert. Der Nachlass umfasst u.a.: a. Handschriften mit Abbildungen - Allgemeine Tagebücher, 3 Bänd - Tagebuch vom Russlandfeldzug 1812, 2 Bände - Tagebücher von der Italien- und Rheinreisen 1816, 1830 und 1832, 1 Band - 20 Uniformzeichnungen, 1 Band b. Bilderalben: Die acht Bilderalben zeigen vorwiegend Orts- und Landschaftsansichten. Die meisten Bilder sind Aquarelle von Christian von Martens, die nach der Natur oder nach Vorlagen gemalt sind. In den Alben sind auch Radierungen und Stiche von anderen Künstlern wie auch einige Aquarelle von Angehörigen der Familie Martens enthalten. Einige Stiche hat Christian von Martens zum Ausmalen gekauft. c. Gerahmte Bilder Zwei großformatige Ölbilder, zwei Aquarelle und drei Porträtfotografien d. Stammbaum der Familie Lotter Lotter, Carl: Stammbaum der Familie Lotter in Schwaben. Stuttgart 1879. 2008 kamen über das Staatsarchiv Ludwigsburg weitere Papiere zur Geschichte der Familie von Martens in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Abgegeben wurden sie von Frau Sieglinde Landenberger aus Möglingen, eine Verwandte der Familie von Martens. Die Neuzugänge betreffen vor allem Carl Christoph von Martens und Adolph von Martens. Des weiteren umfassen sie verschiedene Unterlagen zur Familiengeschichte. Diese Papiere wurden 2008 in den Nachlass Christian von Martens eingeordnet. Weitere Unterlagen wie vor allem Tagebücher, Bilderalben und Grafiken kamen in den Jahren 2011, 2013, 2016 und 2020 in das Hauptstaatsarchiv, darunter auch zwei sehr seltene Wachsporträtsbüsten von Conrad und Mary von Martens aus der Zeit um 1760, gefertigt wohl in Venetien.
3. Zur Ordnung und Verzeichnung: Der Nachlass wurde von Januar bis Juli 1987 geordnet und verzeichnet. Die Ordnung erfolgte nach den drei unterschiedlichen Typen - Handschriften, Bilderalben, Einzelbilder - in drei Hauptgruppen, innerhalb dieser nach chronologisch - systematischen Gesichtspunkten. Danach wurden die Einheiten fortlaufend numeriert, so dass sich insgesamt 20 Nummern ergaben. Der als Buch veröffentlichte Stammbaum der Familie Lotter wird in der Archivbibliothek verwahrt. Verzeichnet wurde sowohl der Band als Ganzes, als auch die darin enthaltenen Ansichten als Einzeltitelaufnahmen. Die Einzeltitelaufnahmen erscheinen unter dem Enthält-Vermerk. Sie wurden bei den Tagebüchern und dem Album der Slupowo-Reise in der vorliegenden, d.h. chronologischen Reihenfolge belassen. Bei den übrigen Bilderalben erfolgte eine Systematisierung nach dem Motiv, wobei die Ortsansichten nach Länderzugehörigkeit geordnet sind. Neben dem Titel wurden bei der Gesamttitelaufnahme die Lauf-/Entstehungszeit, die Band-/Bildgröße, der Umfang (Seiten- bzw. Blattzahl, Anzahl der enthaltenen Ansichten und Karten etc.), die alte Signatur, sowie eine genauere Beschreibung des Inhalts aufgenommen. Die Einzeltitelaufnahme setzt sich in der Regel aus Motiv Entstehungsdatum, Verfasser, Format, das die reine Bildgröße (Höhe x Breite) wiedergibt, und der Ausführungsart/ Technik zusammen. Im Anschluss daran folgen Anmerkungen aller Art (Rückseitenvermerke, Erhaltungszustand, Katalognummer bei Max Schefold). Die Blatt- oder Seitenzahlangabe der Abbildung innerhalb des betreffenden Bandes erscheint rechts unter der Titelaufnahme. Von Christian von Martens übernommene Angaben (auch Schreibweisen) sind in Anführungszeichen gesetzt. Vom Bearbeiter erschlossene Teile sind von spitzen Klammern < ... > umgeben. Abkürzungen wurden in runden Klammern (...) aufgelöst. Der Inhalt des Bestandes bzw. Repertoriums ist durch einen Orts-, Personen-, Sach- sowie einen Künstlerindex (Maler, Zeichner, Lithographen, Stecher... und Lithographische Anstalten) erschlossen. Eine Liste der benutzten Literatur und Karten schließt sich an das Verzeichnungskapitel an. Ortschaften, die weder anhand eines Ortslexikons noch einer Landkarte zu lokalisieren waren, wurden wie in Zweifelsfällen mit einem Fragezeichen versehen, selbst wenn die Länder- und Provinzzugehörigkeit eindeutig festgestellt werden konnte. Im Anschluss an die Indices folgt die Kopie der französischen Russlandkarte7, mit deren Hilfe fast alle russischen Orte identifiziert und deren Verwaltungsgliederung für den Ortsindex übernommen wurde. Die im Index aufgeführten Bezirke entsprechen also den Gouvernements der französischen Karte. Abschließend ist anzumerken, dass die Schreibweisen der russischen Orte variieren. Bei starken Abweichungen wurden Verweise im Index angelegt; bei kleineren Abweichungen die Schreibweise der französischen Karte in Klammern dahinter gesetzt. Der Bestand umfasst nach der Verzeichnung ca. 2 laufende Meter. Stuttgart, im August 1987 Nachtrag: Im November 2003 konnte der dritte Band der Tagebücher, der den Feldzug gegen Preußen behandelt, erworben werden (Az.: 7511.3-S.1). Weitere Unterlagen zur Geschichte der Familie von Martens kamen 2011, 2013, 2016 und 2018 im Hauptstaatsarchiv ein (so auch vor allem aus Norddeutschland, u.a. aus dem Nachlass von Günther Friedrich Seidel, Stuhr-Brinkum). Sie ergänzen das bereits vorhandene Archivgut hervorragend. Diese wurden im März 2016 von Peter Bohl verzeichnet, nach der Verpackung wurden die Aquarelle und Lithografien digitalisiert und im Internet interessierten Nutzern digital zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2020 bot einer der Nachkommen dem Hauptstaatsarchiv drei weitere Gemälde an, von denen eines ("Von Calais nach London") sofort übernommen und digitalisiert wurde. Die anderen Gemälde sollen dem Hauptstaatsarchiv zu einem späteren Zeitpunkt übergeben werden.
Literatur: ADB XX S.447 Carl Lotter, Stammbaum der Familie Lotter in Schwaben Stuttgart 1879, § 67; Lotter, Ein siebzigjähriges Jubiläum in: Schwäbische Chronik 1882, S.196 Martens, Christian v.: I. Vor fünfzig Jahren. Tagebuch meines Feldzuges in Russland 1812. II. Tagebuch meines Feldzuges in Sachsen 1813. Stuttgart, Öhringen : A. Schaber 1862/63. (HStAS Bibliothek A 5559 b)
Abkürzungsverzeichnis: ADB Allgemeine Deutsche Biographie Bd. Band Bl. Blatt Desgl. Desgleichen Kr. Kreis Nr. Nummer o. D. ohne Datum o. V. ohne Verfasser Prov. Provinz RB Regierungsbezirk Reg. Region S. Seite s. siehe u. a. unter anderem vgl. vergleiche
67 Nummern, ca. 2 lfd. m
Bestand
Martens, Christian v.: I. Vor fünfzig Jahren. Tagebuch meines Feldzuges in Rußland 1812. II. Tagebuch meines Feldzuges in Sachsen 1813. Stuttgart, Öhringen: A. Schaber, 1862/63.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ