Innenminister Wolfgang Schäuble: 15 Jahre und 5 Tage nach dem Attentat
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/016 R050024/205
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/016 Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2005
Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2005 >> Oktober 2005
20. Oktober 2005
Der Innenminister in der neuen Regierung wird Wolfgang Schäuble heißen. Schäuble kehrt damit in das Amt zurück, in dem er seine größten politischen Erfolge feierte. Als Manager der deutschen Einheit hatte er den Grundlagenvertrag ausgehandelt und damit die Wiedervereinigung perfekt gemacht. Vor 15 Jahren fast auf die Woche genau passiert das Attentat. Wolfgang Schäuble wurde von einem geistig verwirrten Mann lebensgefährlich verletzt.
Rückblende:
Freischüsse vor 15 Jahren. Ein Drogenabhängiger, der sich vom Staat verfolgt glaubte, schießt auf Wolfgang Schäuble. Stundenlang kämpft der 48-jährige im Krankenhaus ums Überleben. Er ist Bundesinnenminister und war bei seinem Wahlkreis in Offenburg unterwegs. Es ist Wahlkampf, die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl steht bevor. Doch nachdem Attentat sagen viele Christdemokraten: der Wahlkampf muss jetzt aussetzen.
Wolfgang Schäuble hat überlebt. Seine Partei hat damals die Wahl gewonnen. Sechs Wochen nach dem Attentat ist er wieder auf der politischen Bühne. Was aus ihm werden wird - Schäuble gibt sich abgeklärt.
Sechs Wochen vor den Schüssen: Schäuble unterzeichnet mit dem DDR-Vertreter den umstrittenen Vertrag zur Deutschen Einheit. Die Stunde während der Unterzeichnungen und danach gehört zu dem Höhenpunkt im politischen Leben von Wolfgang Schäuble.
Schäuble als Innenminister und später als Fraktionschef ist in der Regierung Kohl kein pflegeleichter Minister. Im Gegensatz zum Kanzler ist er überzeugt, nur mit höheren Steuern ist die Einheit zu finanzieren. Als einziger in der CDU fordert er: weg mit dem Arbeitsverbot für Asylbewerber, aber er setzt sich nicht durch.
Auch das hat Schäuble angestoßen: die Unterschriftencampagne der CDU gegen den Doppeltpass für Ausländer. Er entwickelt die Idee eines Kerneuropas als Gegenmodell zu EU und sorgt mit diesen Nationaltönen europaweit für Irritationen. Dann hat die CDU andere Sorgen: schwarze Konten, illegale Spenden. Ex-Kanzler Kohl schweigt und muss den Parteivorsitz abgeben. Schäuble wird Parteichef und fordert von Kohl Aufklärung. Dann gerät Schäuble selbst in die Schwarzkonten Grauzone, nach der Vermittlung einer Spende.
Schäuble sieht sich als Opfer einer Parteiintrige, an der Kohl selbst die Strippen gezogen habe. Aber er hat, so heißt es, die Gabe mit Schlägen fertig zu werden.
Berlin, den 17. Oktober 2005. 15 Jahre und 5 Tage nach dem Attentat. Angela Merkel stellt die künftigen CDU-Kabinettsmitglieder vor. Für das Amt des Innenministers wird Wolfgang Schäuble nominiert.
Rückblende:
Freischüsse vor 15 Jahren. Ein Drogenabhängiger, der sich vom Staat verfolgt glaubte, schießt auf Wolfgang Schäuble. Stundenlang kämpft der 48-jährige im Krankenhaus ums Überleben. Er ist Bundesinnenminister und war bei seinem Wahlkreis in Offenburg unterwegs. Es ist Wahlkampf, die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl steht bevor. Doch nachdem Attentat sagen viele Christdemokraten: der Wahlkampf muss jetzt aussetzen.
Wolfgang Schäuble hat überlebt. Seine Partei hat damals die Wahl gewonnen. Sechs Wochen nach dem Attentat ist er wieder auf der politischen Bühne. Was aus ihm werden wird - Schäuble gibt sich abgeklärt.
Sechs Wochen vor den Schüssen: Schäuble unterzeichnet mit dem DDR-Vertreter den umstrittenen Vertrag zur Deutschen Einheit. Die Stunde während der Unterzeichnungen und danach gehört zu dem Höhenpunkt im politischen Leben von Wolfgang Schäuble.
Schäuble als Innenminister und später als Fraktionschef ist in der Regierung Kohl kein pflegeleichter Minister. Im Gegensatz zum Kanzler ist er überzeugt, nur mit höheren Steuern ist die Einheit zu finanzieren. Als einziger in der CDU fordert er: weg mit dem Arbeitsverbot für Asylbewerber, aber er setzt sich nicht durch.
Auch das hat Schäuble angestoßen: die Unterschriftencampagne der CDU gegen den Doppeltpass für Ausländer. Er entwickelt die Idee eines Kerneuropas als Gegenmodell zu EU und sorgt mit diesen Nationaltönen europaweit für Irritationen. Dann hat die CDU andere Sorgen: schwarze Konten, illegale Spenden. Ex-Kanzler Kohl schweigt und muss den Parteivorsitz abgeben. Schäuble wird Parteichef und fordert von Kohl Aufklärung. Dann gerät Schäuble selbst in die Schwarzkonten Grauzone, nach der Vermittlung einer Spende.
Schäuble sieht sich als Opfer einer Parteiintrige, an der Kohl selbst die Strippen gezogen habe. Aber er hat, so heißt es, die Gabe mit Schlägen fertig zu werden.
Berlin, den 17. Oktober 2005. 15 Jahre und 5 Tage nach dem Attentat. Angela Merkel stellt die künftigen CDU-Kabinettsmitglieder vor. Für das Amt des Innenministers wird Wolfgang Schäuble nominiert.
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Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Ländersache - Politik in Baden-Württemberg
Offenburg OG
Attentat
Bundesregierung
Deutsche Einheit
Partei: CDU
Politiker
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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