Kopie von StAWt-G Rep. 13 Lade XV Nr. 30: Heinrich von Mömlingen (Mymlingen), Vikar zu Wertheim, stiftet testamentarisch mit Hilfe anderer seligen Christen eine ewige Messe, dazu eine Kapelle, die uff dem Kirchhofe der pfarrkirchen zu Wertheim über das gebeyne zu erbauen, und deren Altar dem heiligen Geist, St. Michael und St. Brigitten zu weihen ist. Der jeweilige Priester hat wöchentlich 5 Messen zu halten, am Sonntag, Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag, und zwar montags für alle Gläubigen Seelen, samstags zu Ehren unserer lieben Frauen - bei besonderen Heiligentagen sind diese zu verlegen. Ferner hat der Vikar wöchentlich zweimal in der Pfarrkirche zu predigen, und zwar mittwochs und freitags, soweit nicht Heiligentage im Wege sind. Läßt sich der Vikar darin vertreten, so soll er die Predigt nach essens tun. Die Zeit ist dem Volke bequem zu machen. Die Messen sind nach der Frühmesse zu lesen; nur an den Predigttagen ist die Predigt zur Zeit der Wandlung bei der Frühmesse zu beginnen und nach ihr die Messe zu halten. Hat der Pfarrer eine Leiche oder ein Opfer, so muß die Meßstunde des Vikars darauf Rücksicht nehmen. Für eine ausgefallene Predigt wird dem Vikar von der Bürgerschaft zu Wertheim 1 alter Tornos (12 = 1 fl.) abgezogen, für eine versäumte Messe 1/2 alter Tornos, und zu Besserung der Pfründe angelegt. Der Vikar hat die Residenzpflicht. Die Stiftung soll der Pfarre und dem Pfarrer in keiner Weise nachteilig sein. Für den Stifter und seine Vorfahren ist bei jeder Predigt und Messe Fürbitte zu tun. Nach Tod des Stifters ist die Pfründe von der Herrschaft zu Wertheim lehnrührig. Sie ist fundiert mit folgenden Gütern: 150 fl, den Treuhändern übergeben zum Anlegen für die Pfründe; 5 Maltern Korngülte und 1/2 Fastnachtshuhn auf dem vormals dem Vater des Stifters gehörigen Hof zu Walstat, darauf jetzt der Vogt Henne Sickenhofer sitzt; 3 Maltern Korngülte auf Schutmars Gut dasselbst; auf 2 Morgen Wingert, gen. der Gartte, und von einem Acker zu Mewnshelden 4 fl; von einem Hof zu Ostheim, woran des Stifters Stiefgeschwister teilhaben, 1 Malter Weizen; auf Hagenynen Haus zu Walstat zwischen Seibot Zymmern und Hennen Hasfen 1 Pfund Geld, 1 Fastnachtshuhn, 1 Gans und 2 Sommerhühner; Eberhart Henne gibt von einem Wingert zu Lengwer zwischen dem Schultheiß und Jecklein 3 1/2 alte Tornosen; Katherein Meierin zu Walstat von einem Wingert vorn am Lemtal 1/2 fl (dazu gehört als Unterpfand ihr Wingert gen. zum Schisße oder 6 Pfund dafür); Henne Süme 7 alte Tornosen von einem Wingert in den Heilgartten und von einem zu Lützelndal, (zu Unterpfand sein Wingert, gen. zum Zune); zu Aschaffenburg 14 Schilling auf dem Haus an der Löwerpforten; 2 alte Tornosen von einem Garten und einem Acker zu Newenstat, den Cuntz Metzler hat; von einer Wieße zu Mewnhelden 1 Simmer Korn; zu Walstat 1 Morgen Acker, den Henne Süme hat; 4 Morgen Acker zu Mymlingen; nach Tod des Stifters sein von ihm erbautes Haus zu Wertheim und der halbe Hof; woran einerseits Stellwagen, andererseits Sad Marien Magdalenen Haus anstoßen.