Autographensammlung van Endert/Engelmann, HHI.2016.G.1001.463
HHI.SLG van Endert/Engelmann Autographensammlung van Endert/Engelmann
Autographensammlung van Endert/Engelmann >> Archivalie – Korrespondenz
1939
Diesen Brief schrieb Annette Kolb am 15.I.1939 an Maria Börner, die bei ihr während der Emigration lebte. Adressiert hat sie den Brief an
Mme. Boerner, Chez Melle. Annette Kolb, 21, rue Casimir Périer, Paris 7ème
MB Pension Jeanne, 14 rue Stanislas, Paris 6ème.
Transkription:
Liebe Maria,
auch die herrlichen
Rosen sind von Ihnen,
und ich habe Ihnen nicht
einmal dafür gedankt !!
ich werde Sie aber doch de-
zimieren müssen wegen
himmelschreiender Verschwen-
dung und gehe deshalb
morgen in die Prfecture.
Sie sagen doch selbst es ginge
nicht so weiter und
beschenken mich trotzdem
so ! Ich war gestern was
verdöst von der Reise und
so wenig vernehmungssfähig.
Ich hoffe ich habe Euch nicht
alle allzu sehr choquiert !
Wegen Ihrer verschiedenen
Pläne müssen wir noch
reden. Vence ist voll armer
Engländer und hat ein gutes
Hotel das leer steht. Ich sah
es mir an. Es liegt sehr schön
und schliesst das ganze Jahr nicht.
Die Saison beginnt erst Ende
Januar. Ob in Cagne nichts
zu machen wäre ? Nizza ist
schon so übersetzt. Oder Antibes,
das so herrlich liegt, oder Cap
d'Ail nah an Monte Carlo.
Letzteres sehr zu überlegen. Denn
dort gibt es nur weit ab
ein Hotel. Und warum nicht
einfach Neuilly statt in
der Ferne schweifen. Ob das
nicht eine wahre Goldgrube sein
könnte. Dort sind Steuern - eh
alles viel billiger wie in Paris.
Wir reden darüber. Wollen Sie
mich nicht anrufen ? Sie muss
man immer so weit her holen,
dass es eine Störung für Sie ist!
Herzlichst à bientôt. Wann
kommen Sie Mittag oder Abendessen ? Ihre
Annette Kolb
Mme. Boerner, Chez Melle. Annette Kolb, 21, rue Casimir Périer, Paris 7ème
MB Pension Jeanne, 14 rue Stanislas, Paris 6ème.
Transkription:
Liebe Maria,
auch die herrlichen
Rosen sind von Ihnen,
und ich habe Ihnen nicht
einmal dafür gedankt !!
ich werde Sie aber doch de-
zimieren müssen wegen
himmelschreiender Verschwen-
dung und gehe deshalb
morgen in die Prfecture.
Sie sagen doch selbst es ginge
nicht so weiter und
beschenken mich trotzdem
so ! Ich war gestern was
verdöst von der Reise und
so wenig vernehmungssfähig.
Ich hoffe ich habe Euch nicht
alle allzu sehr choquiert !
Wegen Ihrer verschiedenen
Pläne müssen wir noch
reden. Vence ist voll armer
Engländer und hat ein gutes
Hotel das leer steht. Ich sah
es mir an. Es liegt sehr schön
und schliesst das ganze Jahr nicht.
Die Saison beginnt erst Ende
Januar. Ob in Cagne nichts
zu machen wäre ? Nizza ist
schon so übersetzt. Oder Antibes,
das so herrlich liegt, oder Cap
d'Ail nah an Monte Carlo.
Letzteres sehr zu überlegen. Denn
dort gibt es nur weit ab
ein Hotel. Und warum nicht
einfach Neuilly statt in
der Ferne schweifen. Ob das
nicht eine wahre Goldgrube sein
könnte. Dort sind Steuern - eh
alles viel billiger wie in Paris.
Wir reden darüber. Wollen Sie
mich nicht anrufen ? Sie muss
man immer so weit her holen,
dass es eine Störung für Sie ist!
Herzlichst à bientôt. Wann
kommen Sie Mittag oder Abendessen ? Ihre
Annette Kolb
1 eigenhändiger Brief mit Unterschrift mit Briefumschläge
Archivalie – Korrespondenz
Deutsch
Maria Börner - Empfänger*in
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.11.2025, 11:59 MEZ
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