Streit um die Oberhoheit über den Balverwald und die Wildbann- und Jagdgerechtigkeit darin. Der Kläger beansprucht die Oberhoheit über den Balverwald in Westfalen, der sich sowohl über kurköln. als auch märk. Territorium erstreckt, aufgrund der Zugehörigkeit des Herzogtums Westfalen und Engern (und damit auch der Grafschaft Mark) zum Erzstift Köln. Der beklagte Amtmann hatte am 2. Januar 1579 zwei im Balverwald jagende erzstiftische Untertanen, nämlich Heinrich Blincken, Bürger zu Balve (Kr. Arnsberg), und Johann Arckhauer zu Beckum („Bockum/Bocken“, Kr. Arnsberg), verhaftet und nach Hemer (Kr. Iserlohn) abgeführt. Der beklagte Herzog wirft diesen Verhafteten vor, sein Recht der hohen und niederen Wildjagd mit der dazugehörigen Hoheit und Gerechtigkeit verletzt und sich einer Malefizsache schuldig gemacht zu haben.
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Streit um die Oberhoheit über den Balverwald und die Wildbann- und Jagdgerechtigkeit darin. Der Kläger beansprucht die Oberhoheit über den Balverwald in Westfalen, der sich sowohl über kurköln. als auch märk. Territorium erstreckt, aufgrund der Zugehörigkeit des Herzogtums Westfalen und Engern (und damit auch der Grafschaft Mark) zum Erzstift Köln. Der beklagte Amtmann hatte am 2. Januar 1579 zwei im Balverwald jagende erzstiftische Untertanen, nämlich Heinrich Blincken, Bürger zu Balve (Kr. Arnsberg), und Johann Arckhauer zu Beckum („Bockum/Bocken“, Kr. Arnsberg), verhaftet und nach Hemer (Kr. Iserlohn) abgeführt. Der beklagte Herzog wirft diesen Verhafteten vor, sein Recht der hohen und niederen Wildjagd mit der dazugehörigen Hoheit und Gerechtigkeit verletzt und sich einer Malefizsache schuldig gemacht zu haben.
AA 0627, 938 - C 430/1222
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1579 - 1583 (1576 - 1583)
Enthaeltvermerke: Kläger: Erzbischof Gebhard von Köln Beklagter: Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg und Kaspar Lapp, Amtmann (Drost) zu Altena und Iserlohn, hzgl. klev. Rat Prokuratoren (Kl.): Dr. Laurenz Wildhelm 1578 - Grönberger (1581) - Ramminger (1582) - Reiffsteck (1582) - Brentzlin (1582) Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christoff Reiffsteck 1576 (für den Herzog) - Dr. Laurentius Wildthelm 1576 - Dr. Bernhard Kuehorn 1576 - Dr. Johann Brentzlin 1576 - Dr. Johann Stöckle (Stöcklin) 1576 - Dr. Laurentius Vomelius Stapert 1579 - Firler (1581) - Behem (1581) Prozeßart: Mandati daß Jagen im Ampt Balue belanngend Instanzen: RKG 1579 - 1583 (1576 - 1583) Beweismittel: Notarsurkunde vom 19. Jan. 1580 über eine Gerichtsverhandlung im Weinhaus zu Iserlohn betr. Freilassung der beiden Verhafteten (Q 7). In Q 10 Erwähnung von ähnlichen Übergriffen des Beklagten und Herleitung des Besitzanspruches. RKG-(Bei-)Urteile vom 20. Nov. 1579, 26. Sept. 1581, 26. Okt. 1581 und 11. Dez. 1581 (Prot.). Beschreibung: 3,5 cm, 155 Bl., gebunden; Q 1 - 18, 2 Beilagen prod. 4. und 6. Juni 1583.
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.05.2026, 09:47 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
- 1.4. Reichsbehörden (Tektonik)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Tektonik)
- Reichskammergericht AA 0627 (Tektonik)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Bestand)
- 1. Buchstabe C (Gliederung)