Die Ulmer Bürger Johann Rot und Jakob Müller genannt Gienger, von Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm bestellte Pfleger des Heiliggeistspitals in Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254], bestätigten eine Stiftung des Ulmer Bürgers Ulrich Gassenmayer. Sie verpflichten sich, nach dem Tod des Ulrich Gassenmayer jedes Jahr an seinem Todestag den Bedürftigen im Spital eine besondere Mahlzeit mit Brot, Wein und Fleisch oder Fisch auszurichten, außerdem jedem Bedürftigen im Spital jedes Jahr an Weihnachten 6 Heller als Opfergeld zu geben sowie einen Jahrtag für den Stifter und seine Ehefrau Katharina Kemler zu begehen. Bei Säumnis haben die Spitalpfleger soviel Geld, wie sie für die ordnungsgemäße Ausrichtung des Jahrtags ausgegeben hätten, in dem betreffenden Jahr als Strafe zu bezahlen, und zwar zur Hälfte an die im Spital bepfründeten Priester und zur Hälfte an die Bedürftigen im Spital. Dafür hat ihnen Ulrich Gassenmayer 1.000 rheinische Gulden bezahlt und sein Haus mit der zugehörigen Hofstatt in Ulm hinter dem Münster zwischen den Häusern des Ludwig Krafft und des Konrad Decker übergeben. Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm stimmen dieser Stiftung zu.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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