Appellationis Auseinandersetzung um die Bezahlung der Pacht
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(1) 1594
Wismar K 21 (W K 1 n. 21)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 11. 1. Kläger K
(1664) 15.02.1664-19.04.1664
Kläger: (2) Gabinus Kote, Bäcker in Wismar, Vorsteher zu St. Jacobi (Kl. in 1. Instanz)
Beklagter: Daniel Heine, Inhaber des Hofes und der Mühle zu St. Jacobi (Bekl. in 1. Instanz) sowie Bürgermeister und Rat als Nebenbekl.
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Henning Christoph Gerdes (A & P) Nebenbekl.: Dr. Caspar Schwartzkopf (A & P)
Fallbeschreibung: Bekl. hat seit 1649 die Wassermühle, seit 1659 zudem den Bauernhof der Jacobikirche gepachtet und hätte für beides insgesamt 191 Rtlr 32 s / Jahr zu unterschiedlichen Terminen zahlen müssen. Obwohl Bekl. mit dem Pachtgeld für mehr als ein Jahr im Rückstand geblieben ist, ist ihm durch einen Fehler eine falsche Quittung ausgestellt worden, die die Zahlung für 1662 bestätigt, obwohl diese nicht erfolgt ist. Da sich Bekl. weigert, diese Rechnung zu bezahlen, hat Kl. ihn vor dem Niedergericht belangt, ist aber abgewiesen worden, weshalb Kl. an das Tribunal appelliert, zunächst aber um Fristverlängerung zum Einreichen seines Schriftsatzes bittet. Am 17.02. bittet Kl. zudem um ein Schreiben an den Rat, ihn mit der angedrohten Vollstreckung einer Geldstrafe, weil er seinen Anwalt nicht benannt habe, während der schwebenden Appellation zu verschonen. Das Tribunal erläßt das erbetene Reskript am 19.02., am 23.02. lehnt der Rat die Appellation als frivol ab, sendet aber die Akten der Vorinstanz ein und bittet um schnelle Entscheidung. Das Tribunal fordert Kl. am 26.02. auf, seine Beschwerden gegen das Ratsgerichtsurteil binnen 14 Tagen vorzulegen, damit der Fall zügig erledigt werden könne. Am 07.03. legt Kl. seinen Schriftsatz vor, am 09.03. lehnt das Tribunal die Annahme der Appellation ab und verweist den Prozeß zur Entscheidung an das Ratsgericht. Am 10.03. bittet Kl. um Akteneinsicht, die ihm am 11.03. gewährt wird. Am 14.04. bitten Nebenbekl. um Mitteilung des Schriftsatzes des Kl.s, der ihnen am 19.04.1664 vom Tribunal verweigert wird.
Instanzenzug: 1. Niedergericht zu Wismar 1663-1664 2. Tribunal 1664
Prozessbeilagen: (7) von Notar Gottfried Reichardt aufgenommene Appellationen vom 27.01. und 15.02.1664; Urteile des Niedergerichts vom 26.01.1664 und 08.02.1664
Beklagter: Daniel Heine, Inhaber des Hofes und der Mühle zu St. Jacobi (Bekl. in 1. Instanz) sowie Bürgermeister und Rat als Nebenbekl.
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Henning Christoph Gerdes (A & P) Nebenbekl.: Dr. Caspar Schwartzkopf (A & P)
Fallbeschreibung: Bekl. hat seit 1649 die Wassermühle, seit 1659 zudem den Bauernhof der Jacobikirche gepachtet und hätte für beides insgesamt 191 Rtlr 32 s / Jahr zu unterschiedlichen Terminen zahlen müssen. Obwohl Bekl. mit dem Pachtgeld für mehr als ein Jahr im Rückstand geblieben ist, ist ihm durch einen Fehler eine falsche Quittung ausgestellt worden, die die Zahlung für 1662 bestätigt, obwohl diese nicht erfolgt ist. Da sich Bekl. weigert, diese Rechnung zu bezahlen, hat Kl. ihn vor dem Niedergericht belangt, ist aber abgewiesen worden, weshalb Kl. an das Tribunal appelliert, zunächst aber um Fristverlängerung zum Einreichen seines Schriftsatzes bittet. Am 17.02. bittet Kl. zudem um ein Schreiben an den Rat, ihn mit der angedrohten Vollstreckung einer Geldstrafe, weil er seinen Anwalt nicht benannt habe, während der schwebenden Appellation zu verschonen. Das Tribunal erläßt das erbetene Reskript am 19.02., am 23.02. lehnt der Rat die Appellation als frivol ab, sendet aber die Akten der Vorinstanz ein und bittet um schnelle Entscheidung. Das Tribunal fordert Kl. am 26.02. auf, seine Beschwerden gegen das Ratsgerichtsurteil binnen 14 Tagen vorzulegen, damit der Fall zügig erledigt werden könne. Am 07.03. legt Kl. seinen Schriftsatz vor, am 09.03. lehnt das Tribunal die Annahme der Appellation ab und verweist den Prozeß zur Entscheidung an das Ratsgericht. Am 10.03. bittet Kl. um Akteneinsicht, die ihm am 11.03. gewährt wird. Am 14.04. bitten Nebenbekl. um Mitteilung des Schriftsatzes des Kl.s, der ihnen am 19.04.1664 vom Tribunal verweigert wird.
Instanzenzug: 1. Niedergericht zu Wismar 1663-1664 2. Tribunal 1664
Prozessbeilagen: (7) von Notar Gottfried Reichardt aufgenommene Appellationen vom 27.01. und 15.02.1664; Urteile des Niedergerichts vom 26.01.1664 und 08.02.1664
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.10.2025, 11:29 AM CET