Nachlässe
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Tektonik
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Militärische Bestände 1871-ca. 1920 >> Nachlässe und Sammlungen
Inhalt und Bewertung
Der Gesamtbestand umfaßt rund 340 Nachlässe sehr unterschiedlichen Umfangs, deren Sammlung von der Reichsarchivzweigstelle Stuttgart begonnen, erst vom Heeresarchiv Stuttgart aber systematisch und mit Erfolg betrieben worden ist. Auch das Hauptstaatsarchiv Stuttgart konnte - bis in die jüngste Zeit hinein - seit 1945 eine Reihe von Nachlässen oder Nachlaßteilen erwerben.
Bei der Mehrzahl der Teilbestände, die meist durch Repertorien und Karteien des Heeresarchivs erschlossen sind und in der Regel ohne Einschränkungen benutzt werden können, handelt es sich um echte Nachlässe; einige von ihnen stellen aber auch nur oder wenigstens überwiegend Materialsammlungen über einzelne Personen dar. Meistens stammen sie von württ. Offizieren und Sanitätsoffizieren; sie enthalten aber auch die schriftliche Hinterlassenschaft einiger Mannschaftsgrade, von Militärs anderer Kontingente (Preußen und Baden) und - mit Einzelstücken des US-Generalmajors Franz Sigel (1824-1902) und des k.k. Feldmarschall-Leutnants Adolf Dominik Ströhr (1863-1909) - anderer Armeen sowie von Offizieren der Reichswehr und der Wehrmacht. Die Nachlässe können deshalb nicht nur bei Forschungen zur württ. (Militär-) Geschichte herangezogen werden, sondern verwahren auch Material zur deutschen, nicht selten selbst zur außerdeutschen und außereuropäischen (Militär-)Geschichte. Zeitlich reichen sie vom 18. Jahrhundert bis etwa zum Ende des Zweiten Weltkriegs; ihr Schwerpunkt liegt indessen auf der Zeit von etwa 1870/71 bis zu den Anfangsjahren der Reichswehr bzw. der Weimarer Republik.
Die große Zahl und, bei einem Teil der Nachlässe, ihr Ordnungszustand erlauben hier keine detaillierteren Bestandsbeschreibungen. Statt dessen sei auf den Aufsatz von Günther Haselier:
Schriftliche Nachlässe in den baden-württembergischen Staatsarchiven, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 32 (1973) S. 214-239, hingewiesen. Hier werden S. 219ff. unter den Ziffern 8, 13, 16, 30, 32, 36, 38, 40, 43-45, 60, 87, 96, 97, 100, 111, 118, 124, 125, 133-135, 148, 158, 159, 168, 169, 175, 176, 182-184 und 193 jene Nachlässe genannt und kurz beschrieben, denen aufgrund ihres Inhalts und/oder der Person des Nachlassenden größere Bedeutung zukommt. Auch andere, in dem Aufsatz nicht aufgeführte Nachlässe enthalten aber oft wertvolle Ergänzungen zum amtlichen Schriftgut, wie es für das württ. Militär vor allem in den Beständen des Militärarchivs überliefert ist. Ausdrücklich hingewiesen sei außerdem auf das Silhouetten-Buch des Louis v. Gaisberg von 1811, weil es heute nicht mehr bei den Nachlässen, sondern unter der Signatur J 1 (Handschriften) Nr. 400 verwahrt wird, sowie auf den Bestand M 748, der zum großen Teil aus privaten Nachlässen stammende Einzelstücke enthält.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ