Msc. IV ("Wilkenssche Sammlung") (Bestand)
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W 003
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik) >> 4. Nichtstaatliches Schriftgut / Archivische Sammlungen >> 4.5. Archivische Sammlungen (W) >> 4.5.1. Manuskripte
(8. Jh.-1825) 1819-1931
Urkunden (-abschriften) aus dem Archiv des Stifts Nottuln und weiteren Archiven, historische Abhandlungen zur Geschichte Münsters und Westfalens, Genealogien.
Bestandsgeschichte: Historiker Albert Wilkens (1790-1828), 1815 Pfarrcooperator in Nottuln. Sammlung nach dem Tod Wilkens durch das Provinzialarchiv Münster erworben.
Form und Inhalt: Albert Wilkens wurde am 8. Juli 1790 in Dörpen bei Meppen geboren. Er studierte an der Universität Münster Theologie und trat dort 1813 in das bischöfliche Priesterseminar ein. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1815 wurde ihm die Cooperatur in Nottuln verliehen, die er bis zu seinem Tode inne hatte. Wilkens verfasste zahlreiche Studien zur Geschichte Westfalens sowie Werke religiösen Charakters. Hierzu gehören:
·Kurze Lebensgeschichte des Hl. Bischofs Martin. Zur Unterhaltung für Hausväter und Kinder. Nach des Sulpicius Severus Werke entworfen und mit Anmerkungen begleitet, Coesfeld 1817;
·Die Schlacht von Bockholt oder der Tod Luibarts. Eine wahre Geschichte aus der letzten Hälfte des achten Jahrhunderts, Coesfeld 1820; 2. Auflage Münster/Leipzig 1823
·König Ludowich des Heiligen Vermächtnis und Kato des Aelteren Vorschriften an ihre Kinder. Aus dem Französischen und Lateinischen, 2. Auflage Münster/Leipzig 1823;
·Versuch einer allgemeinen Geschichte der Stadt Münster oder historisch-topographische Darstellung der Stadt seit ihrer Entstehung, Vergrößerung und Vollendung, Hamm/Münster 1823;
·De Historia Westphaliae fontibus et quidem dissertationem primam Monasteriensis historiae fontes continentem, Münster 1824.
·Kurze Lebensbeschreibung der H. Gerburgis, Schwester des H. Ludger oder das Stift Nottuln unter Gerburgis Verwaltung dargestellt und mit Urkunden versehen, Coesfeld 1825;
·Genealogische Geschichte der alten Reichsedlen und Dynasten von und zu Steinfurt. Nach ächten Quellen und beigefügten Urkunden entworfen, Münster 1826;
·Versuch einer Geschichte der Wohltätigkeitsanstalten als Beitrag zu einer besonderen Geschichte der Stadt Münster, nach ächten Quellen entworfen, Münster 1827;
·Ueber die Bedeutung und den Ursprung der sprachlichen Wurzeln. Ein philologisch-historischer Versuch für Sprachforscher, Coesfeld 1827;
·Der Stadt Münster äußere Umgebung im Mittelalter oder historisch-topographische Nachweise über die Umgebung der Hauptstadt des Münsterlandes, Hamm 1828;
·Beicht- und Kommunion-Büchlein oder kurze und zweckmäßige Anweisung die H. Sakramente des Altars und der Buße würdig zu empfangen, 2. Auflage Münster 1828;
·Die Unhaltbarkeit der Beweise für das Dasein Gottes und die Unsterblichkeit der menschlichen Seele durch die sich selbst überlassene Vernunft. Ein historisch-kritischer Versuch nebst einigen auf das Studium angehender Theologen Bezug habender Anmerkungen, Münster 1828.
Er starb am 1. Juni 1828 in Münster.
Die Wilkenssche Sammlung wurde nach seinem Tod durch das Provinzialarchiv Münster erworben. Sie besteht aus den Materialien, die Wilkens in seiner Zeit als Pfarrkooperator dem Archiv des Stifts Nottuln entnommen hatte. Dies war nur bis 1816 möglich, da in diesem Jahr das Archiv des Stifts in das Archivdepot Minden gelangte (Vgl. FB A 160 II, Staatsarchiv Münster, Dienstregistratur Nr. 414). Daneben fertigte Wilkens Abschriften aus den Beständen anderer Archive an. Die Sammlung enthält ganz überwiegend Abschriften von Urkunden zur Geschichte des Stiftes Nottuln und des Münsterlandes. Hinzu kommen wissenschaftliche Aufsätze Wilkens´. Ein Teil der Bände wurde erst nach seinem Tod aus den im Nachlass vorgefundenen Materialien aus dem Archiv des Stifts Nottuln zusammengestellt (Nr. 16-21).
Ein handschriftliches Findbuch der Zeit um 1870 blieb bis etwa 1970 in Gebrauch. Das durch den langen Gebrauch bereits stark beschädigte Repertorium wurde um 1970 durch eine Schreibkraft in Vorbereitung auf eine geplante Neuverzeichnung mit der Schreibmaschine abgeschrieben.
Die notwendige Neuverzeichnung erfolgte als Schnellverzeichnung unter Benutzung, Korrektur und Ergänzung des handschriftlichen Findbuches des 19. Jhs. Die maschinenschriftliche Abschrift wurde ebenfalls herangezogen. Die Titelaufnahme und Laufzeiten wurden korrigiert, Enthält-Vermerke wenn nötig ergänzt und festgestellte Schäden zur Vorbereitung notwendiger Restaurierungsmaßnahmen vermerkt. Zusätzlich wurde ein Index angefertigt.
Ergänzungsüberlieferung:
Stift Nottuln (Findbuch A 160).
Literatur:
Meusel, Johann Georg, Das Gelehrte Teutschland im Neunzehnten Jahrhundert nebst Supplementen zur fünften Ausgabe desselben im achtzehnten, Bd. 9, Lemgo 1827, 586-587;
Neuer Nekrolog der Deutschen 6 (1828), 937-938;
Raßmann, Ernst, Nachrichten von dem Leben und den Schriften Münsterländischer Schriftsteller des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts, Münster 1866, 376-377
Münster, Mai 2006
Dr. Kreucher
Bestandsgeschichte: Historiker Albert Wilkens (1790-1828), 1815 Pfarrcooperator in Nottuln. Sammlung nach dem Tod Wilkens durch das Provinzialarchiv Münster erworben.
Form und Inhalt: Albert Wilkens wurde am 8. Juli 1790 in Dörpen bei Meppen geboren. Er studierte an der Universität Münster Theologie und trat dort 1813 in das bischöfliche Priesterseminar ein. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1815 wurde ihm die Cooperatur in Nottuln verliehen, die er bis zu seinem Tode inne hatte. Wilkens verfasste zahlreiche Studien zur Geschichte Westfalens sowie Werke religiösen Charakters. Hierzu gehören:
·Kurze Lebensgeschichte des Hl. Bischofs Martin. Zur Unterhaltung für Hausväter und Kinder. Nach des Sulpicius Severus Werke entworfen und mit Anmerkungen begleitet, Coesfeld 1817;
·Die Schlacht von Bockholt oder der Tod Luibarts. Eine wahre Geschichte aus der letzten Hälfte des achten Jahrhunderts, Coesfeld 1820; 2. Auflage Münster/Leipzig 1823
·König Ludowich des Heiligen Vermächtnis und Kato des Aelteren Vorschriften an ihre Kinder. Aus dem Französischen und Lateinischen, 2. Auflage Münster/Leipzig 1823;
·Versuch einer allgemeinen Geschichte der Stadt Münster oder historisch-topographische Darstellung der Stadt seit ihrer Entstehung, Vergrößerung und Vollendung, Hamm/Münster 1823;
·De Historia Westphaliae fontibus et quidem dissertationem primam Monasteriensis historiae fontes continentem, Münster 1824.
·Kurze Lebensbeschreibung der H. Gerburgis, Schwester des H. Ludger oder das Stift Nottuln unter Gerburgis Verwaltung dargestellt und mit Urkunden versehen, Coesfeld 1825;
·Genealogische Geschichte der alten Reichsedlen und Dynasten von und zu Steinfurt. Nach ächten Quellen und beigefügten Urkunden entworfen, Münster 1826;
·Versuch einer Geschichte der Wohltätigkeitsanstalten als Beitrag zu einer besonderen Geschichte der Stadt Münster, nach ächten Quellen entworfen, Münster 1827;
·Ueber die Bedeutung und den Ursprung der sprachlichen Wurzeln. Ein philologisch-historischer Versuch für Sprachforscher, Coesfeld 1827;
·Der Stadt Münster äußere Umgebung im Mittelalter oder historisch-topographische Nachweise über die Umgebung der Hauptstadt des Münsterlandes, Hamm 1828;
·Beicht- und Kommunion-Büchlein oder kurze und zweckmäßige Anweisung die H. Sakramente des Altars und der Buße würdig zu empfangen, 2. Auflage Münster 1828;
·Die Unhaltbarkeit der Beweise für das Dasein Gottes und die Unsterblichkeit der menschlichen Seele durch die sich selbst überlassene Vernunft. Ein historisch-kritischer Versuch nebst einigen auf das Studium angehender Theologen Bezug habender Anmerkungen, Münster 1828.
Er starb am 1. Juni 1828 in Münster.
Die Wilkenssche Sammlung wurde nach seinem Tod durch das Provinzialarchiv Münster erworben. Sie besteht aus den Materialien, die Wilkens in seiner Zeit als Pfarrkooperator dem Archiv des Stifts Nottuln entnommen hatte. Dies war nur bis 1816 möglich, da in diesem Jahr das Archiv des Stifts in das Archivdepot Minden gelangte (Vgl. FB A 160 II, Staatsarchiv Münster, Dienstregistratur Nr. 414). Daneben fertigte Wilkens Abschriften aus den Beständen anderer Archive an. Die Sammlung enthält ganz überwiegend Abschriften von Urkunden zur Geschichte des Stiftes Nottuln und des Münsterlandes. Hinzu kommen wissenschaftliche Aufsätze Wilkens´. Ein Teil der Bände wurde erst nach seinem Tod aus den im Nachlass vorgefundenen Materialien aus dem Archiv des Stifts Nottuln zusammengestellt (Nr. 16-21).
Ein handschriftliches Findbuch der Zeit um 1870 blieb bis etwa 1970 in Gebrauch. Das durch den langen Gebrauch bereits stark beschädigte Repertorium wurde um 1970 durch eine Schreibkraft in Vorbereitung auf eine geplante Neuverzeichnung mit der Schreibmaschine abgeschrieben.
Die notwendige Neuverzeichnung erfolgte als Schnellverzeichnung unter Benutzung, Korrektur und Ergänzung des handschriftlichen Findbuches des 19. Jhs. Die maschinenschriftliche Abschrift wurde ebenfalls herangezogen. Die Titelaufnahme und Laufzeiten wurden korrigiert, Enthält-Vermerke wenn nötig ergänzt und festgestellte Schäden zur Vorbereitung notwendiger Restaurierungsmaßnahmen vermerkt. Zusätzlich wurde ein Index angefertigt.
Ergänzungsüberlieferung:
Stift Nottuln (Findbuch A 160).
Literatur:
Meusel, Johann Georg, Das Gelehrte Teutschland im Neunzehnten Jahrhundert nebst Supplementen zur fünften Ausgabe desselben im achtzehnten, Bd. 9, Lemgo 1827, 586-587;
Neuer Nekrolog der Deutschen 6 (1828), 937-938;
Raßmann, Ernst, Nachrichten von dem Leben und den Schriften Münsterländischer Schriftsteller des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts, Münster 1866, 376-377
Münster, Mai 2006
Dr. Kreucher
33 Handschriften und einzelne Urkunden.; 33 Handschriften, darin einzelne Urkunden (8 Kartons), Findbuch W 003 und Gesamtindex zu Msc. I-VII.
Bestand
German
Johann Georg Meusel, Das Gelehrte Teutschland im Neunzehnten Jahrhundert nebst Supplementen zur fünften Ausgabe desselben im achtzehnten, Bd. 9, Lemgo 1827, S. 586-587; Neuer Nekrolog der Deutschen 6 (1828), S. 937-938; Ernst Raßmann, Nachrichten von dem Leben und den Schriften Münsterländischer Schriftsteller des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts, Münster 1866, S. 376-377.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ