Schreiben des Tuchmacher-Handwerks zu Stuttgardt
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A 2 c (Zünfte) Nr. A 2 c (Zünfte) Nr. 3266
A 2 c (Zünfte) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18) >> Bd. 10 Zünfte Tucher und Tuchscherer
1723 März 16
Regest: Den unterzeichneten Ober- und Kerzenmeistern des Tuchmacher-Handwerks zu Stuttgardt ist klagbar vorgebracht worden, dass Johann Peter Frückh und Remidius Langjahr, beide von Nagolt, von einem Gesellen in der kaiserl. freien Reichsstadt Reuttlingen namens Samuel Bezolt, welcher Jahr und Tag neben ihnen schon gearbeitet habe, aufgetrieben worden seien. Er soll bezeugt haben bei der Meisterschaft zu Reuttlingen, dass die Nagolter in der fürstl. Resetentz-Stadt Stuttgardt keineswegs passiert (= zugelassen) seien. Das ist von ihm keineswegs zu erweisen. Die Unterzeichneten halten diese Auftreibung und Ausgebung (wahrscheinlich = Behauptung) nur für eine Passion des Bezolt gegen die Nagolter. Die Unterzeichneten lassen sie bei ihrer Gerechtigkeit und altem Herkommen gemäss ihrer fürstl. erteilten Ordnung jederzeit für ehrlich erkannt und passiert im ganzen Herzogtum Württemberg. Sie ersuchen die Meisterschaft zu Reittlingen, mit den genannten beiden Nagoltern zu halten, wie vor Zeiten geschehen. Die (württ.) Tucher werden wirklich (= gegenwärtig) mit einer neuen Ordnung versehen, die in den nächsten Tagen publiciert werden soll. Dann sollen alle Strittigkeiten beigelegt werden. Die Nagolter sollen mit eigener Lade und neuen Privilegien versehen werden. Es ergeht daher die Bitte an Meister und Gesellen in und ausser Landes, sie ungehindert passieren zu lassen.
Kerzenmeister:
Johann Peter Rast,
Johann Carli Burauß,
Gabriel Ruoff,
Christian Dittman.
Beisitzmeister der Gesellen-Lade:
Joseph Vogt
Johann Melchior Eusslingen.
Beide Ladengesellen:
Joh. Mathias Bisser von Waiblingen,
Johann Andres Lantzenstilber von Schweinfurth.
Kerzenmeister:
Johann Peter Rast,
Johann Carli Burauß,
Gabriel Ruoff,
Christian Dittman.
Beisitzmeister der Gesellen-Lade:
Joseph Vogt
Johann Melchior Eusslingen.
Beide Ladengesellen:
Joh. Mathias Bisser von Waiblingen,
Johann Andres Lantzenstilber von Schweinfurth.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Ausstellungsort: Stuttgardt
Bemerkungen: im Original Handwerks-Insigel beigedruckt
Genetisches Stadium: Kopie
Bemerkungen: im Original Handwerks-Insigel beigedruckt
Genetisches Stadium: Kopie
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ