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Exlibris (Bestand)
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Vorwort: Eine umfangreiche Überlassung von Exlibris aus Privatbesitz führte um 1910 zur Bildung einer Sondersammlung. Die Mehrheit der Sammlung (260) stammt aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und ist chronologisch geordnet. Fast ausschließlich handelt es sich dabei um Wappenexlibris, einzelne weitere Motive sind vor allem im 18. Jahrhundert allegorische und symbolische Darstellungen. Eine besondere Form sind die sog. redenden Exlibris, bei denen der Name des Bucheigentümers bildlich umgesetzt ist (z. B. Müller mit einem Mühlrad). Bei einer nicht geringen Anzahl von Exlibris war eine konkrete personelle bzw. institutionelle Zuordnung zum Bucheigentümer und eine präzise Datierung nicht möglich. Die chronologische Einordnung erfolgte in solchen Fällen nach stilgeschichtlichen und drucktechnischen Kriterien.
Einen eigenen Teil innerhalb der Sammlung bilden die sog. Namensexlibris (vollständiger Namensaufdruck auf dem Exlibris, fast ausschließlich nichtheraldische Motive) des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts (140), die alphabetisch nach den Namen der Bucheigner geordnet sind.
Der überlieferten Sammlung kommt wegen ihres Umfangs und ihrer Vielschichtigkeit ein hoher kultur- und sozialgeschichtlicher Quellenwert zu.
In der künstlerischen Gestaltung, teilweise durch namhafte Künstler, folgen die Exlibris den jeweils vorherrschenden Kunstrichtungen ihrer Entstehungszeit.
Unter den im Ulmer Bestand überlieferten Mottos der Exlibris (Wahlsprüche, Devisen etc.) finden sich auch sog. Bücherflüche:
Otto Pfeiffer aus Wien: "Mein sei dieses mir teure Buch, mein soll es bleiben"[ ...] "verflucht, der es leichtsinnig borgt, um es mir nimmer zu geben. Es drücke sein locker Gewissen, allhier und im ewigen Leben."
Die drucktechnische Entwicklung der Exlibris ist eng mit dem Buchdruck und der Druckgraphik verbunden und reicht dementsprechend vom Holzschnitt, Kupferstich, Radierung und Lithographie bis zu den Lichtdruckverfahren.
Der Bestand enthält zahlreiche Exlibris von Privatpersonen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Berufe, von namhaften Persönlichkeiten des öffentlichen, kulturellen und kirchlichen Lebens wie auch der Wirtschaft sowie von bedeutenden Familien, Gesellschaften und Institutionen in Ulm und im In- und Ausland, darunter:
Dr Johannes Eck, Theologe und Gegner Martin Luthers, 1522 (handkoloriert), Künstler: Hans Springinklee, Schüler und Mitarbeiter Albrecht Dürers
Bibliotheca Palatina in Heidelberg, 1623 - über dem bayerischen Wappen die Inschrift: "Sum de Bibliotheca, quam Heidelberga capta, Spolium fecit & P.M. Gregorio XV. trophaeum misit. Maximilianus utriusque Bavariae Dux &c. S.R.I. Archidapifer et Princeps Elector" - Künstler: Raphael Sadeler. Gilt in der Exlibris-Forschung als eines der "interessantesten Bibliothekszeichen" nach Dürer (Karl Emich Graf zu Leiningen - Westerburg, Deutsche und Österreichische Bibliothekszeichen. Exlibris, Stuttgart 1901, Ndr. 1980, S.491.)-
Erasmus Rauchschnabel, Ulmer Goldschmied und Ratsherr, Sondergesandter auf dem Reichstag in Augsburg 1530, gest.1552
Markus Wollaib (1599-1678), Prediger am Ulmer Münster
Dr Eberhard Gockel, Ulmer Stadtarzt, 1656
Dr Philipp Jakob Wieland (1863-1949), Ulmer Industrieller
Pröpste des Augustinerchorherrnstifts St. Michael zu den Wengen in Ulm: u.a. Augustin Erath von Erathsberg, 1693 (handkoloriert) und Nikolaus I. Bucher (1785 -1803)
Benediktinerkloster Wiblingen:
Abt Modestus I. Huber (1692-1729) - Künstler: Georg Konrad Bodenehr
Ulmer Lesegesellschaft, um 1800
Universität Tübingen, um 1560
Kirche und Stift St. Moritz in Augsburg, 1624
Johann Gottlieb Immanuel Breitkopf, Musikverleger und Freund Goethes, um 1750
Theodor Mommsen, Historiker und Nobelpreisträger, 1902
Rudolf Virchow, Mediziner und Politiker, 1902
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.