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NL 181: Mautz, Kurt (Bestand)
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Bestände des Stadtarchivs Mainz >> Nachlässe >> Nachlässe nach Nummern, NL 151-200
1904 - 1999
1) Zur Person
Kurt Mautz wurde am 1.6.1911 in Montigny-lès-Metz (Lothringen) geboren. 1918 siedelte die Familie nach Mainz über, wo der Vater als Postbeamter tätig war. Kurt Mautz besuchte die Hessische Oberrealschule in Mainz und legte im Februar 1930 die Abiturprüfung ab. Von 1930 bis 1935 studierte er Literaturwissenschaften, Philosophie und Geschichte an den Universitäten Frankfurt am Main und Gießen. In Gießen promovierte er 1935 zum Thema "Die Philosophie Max Stirners im Gegensatz zum Hegelschen Idealismus". Mit Forschungsaufträgen der Deutschen Forschungsgemeinschaft betraut, war er - mit einer Unterbrechung in den Jahren 1941 bis 1946 durch Militärdienst und Kriegsgefangenschaft - an der Universität Frankfurt am Main als wissenschaftlicher Assistent, u. a. bei Theodor W. Adorno, und später auch als Dozent tätig. Eine Festanstellung, um die erstrebte universitäre Laufbahn einzuschlagen, blieb ihm allerdings versagt, woraufhin er 1950 in den Schuldienst eintrat, den er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1972 als Oberstudienrat am Gutenberg-Gymnasium Mainz absolvierte. Nebenbei hatte er in dieser Zeit außerdem für das Fach Deutsche Literatur einen Lehrauftrag der Universität Frankfurt am Main inne.
1961 erschien die viel beachtete Publikation "Georg Heym. Mythologie und Gesellschaft im Expressionismus", welche 1972 und 1987 nochmals aufgelegt wurde. Weitere literaturwissenschaftliche Arbeiten, u. a. über Georg Büchner, Adalbert Stifter, Georg Heym und die expressionistische Lyrik, wurden in Sammelwerken und Fachzeitschriften veröffentlicht. Aber auch sein eigenes literarisches und künstlerisches Schaffen bekam immer mehr Gewicht. Bereits seit den vierziger Jahren verfasste er Gedichte, schrieb Essays und Erzählungen, konnte sich jedoch erst im Ruhestand vollends der ihn außerordentlich fesselnden visuellen Poesie und der konkreten Lyrik widmen. Zahlreiche Permutationen - wie sein erstes und berühmtestes Anagramm-Gedicht "Germanisten" - sowie Typogramme und Collagen entstanden, welche 1977 unter dem Titel "Schreibmaschinenpoesie" erstmals veröffentlicht wurden. Es folgten "Augentest", "Gute Nacht, Adam Riese!", "Ortsbestimmung" und "Letterntausch" sowie die Erzählbände "Passiver Widerstand" und "Schwierige Passage". Der 1996 erschienene Roman "Der Urfreund" schildert Nazizeit und Nachkriegsjahre in Deutschland aus der Sicht eines Kriegsheimkehrers und erregte nicht geringes Aufsehen. Zahlreiche Rezensenten verstanden ihn als Schlüsselroman, in dem Mautz' früherer Studienkollege und Freund, der Berliner Germanist Wilhelm Emrich, als Mitläufer dargestellt wird, dem nach dem Krieg als Folge erneuter erfolgreicher Anpassung an die Verhältnisse eine beachtliche akademische Karriere gelang. Sein letzter Gedichtband kam 1999 unter dem Titel "Deutsche Träume" heraus, in dessen Nachwort Kurt Mautz seine nie nachlassende Begeisterung für Anagramme und Permutationen, quasi wie ein Fazit seines gesamten experimentellen dichterischen Schaffens, erläuterte. Literarisch verpackt kann man Leidenschaft und Arbeitsweise des Dichters in der im Jahre 2002 posthum erschienenen biographischen Erzählung "Kohlenmeiler" detailgenau nacherleben. Kurt Mautz starb am 18. November 2000 in Wiesbaden, wohin er im Oktober 1981 von Mainz übergesiedelt war.
2) Zum Nachlass
Am 31. März 2003 wurde der erste Teil des Nachlasses von Kurt Mautz durch seinen Sohn Rolf Mautz an das Stadtarchiv Mainz abgegeben und erhielt die Zugangsnummer 2003/10. Die Unterzeichnerin begann im Sommer 2003 mit der Eingabe in die Datenbank Faust 5, führte diese mit Unterbrechungen bis zum Juni 2004 fort und kam, nachdem dann im April 2004 die zweite Teillieferung erfolgt war, im August 2004 zum Abschluss der Verzeichnung des 3,8 lfm umfassenden Bestandes.
Für die Klassifikation wurde eine Einteilung in vier Gruppen (Person, Werk, Allgemeine Sammlung und Verlage / Berufsverbände) vorgenommen, welche sich wiederum in Untergruppen gliedern. Sämtliche Personen, Institutionen und Orte sind in den für das Findbuch erstellten Indices recherchierbar.
Den größten Anteil des Nachlasses bilden die Originale der Anagramme, Collagen, Typogramme und Gedichte in Form von Typoskripten. Die meist in großer Zahl vorhandenen Durchschläge und Fotokopien wurden auf maximal drei reduziert, die vorgegebene Einteilung in Mappen jedoch weitestgehend beibehalten.
Belegexemplare von Veröffentlichungen der Werke in Zeitschriften und Sammelwerken wurden ebenfalls nicht unbegrenzt aufgehoben, sondern Überzähliges an die Stadtbibliothek Mainz abgegeben. Drei Titel wurden zur Ergänzung des Bestandes in die Dienstbibliothek des Stadtarchivs aufgenommen.
Einen weiteren größeren Anteil stellen die Rezensionen zu den Werken dar sowie die eigene Sammlung von Texten anderer Autoren und die Korrespondenz mit denselben. Erwähnenswert sind die Sammlung von Dias, mit denen Kurt Mautz seine Lesungen illustrierte und so den Zuhörern seine Werke nahebrachte, sowie das Kreuzwortspiel "Scrabble" als unverzichtbares Utensil für das Jonglieren mit den Lettern.
Es gelten folgende Benutzungseinschränkungen:
Sämtliche Notizen, welche den Inhalt von Träumen wiedergeben, größtenteils festgehalten in den Taschenkalendern aus den Jahren 1963 bis 1998, sind von der Einsichtnahme ausgeschlossen und nur mit Einwilligung des Sohnes Rolf Mautz zu benutzen. Teile aus diesen zu zitieren bzw. zu veröffentlichen ist nicht gestattet. Im einzelnen handelt es sich um folgende Nummern: NL 181 / 424, 554, 570, 575, 576, 642, 697, 701, 715 und 860, 870 sowie 937-958. Die Veröffentlichungsrechte für alle bisher unveröffentlichten Texte liegen ebenfalls bei Herrn Rolf Mautz.
Des weiteren sind alle Unterlagen gesperrt, die vor weniger als dreißig Jahren entstanden sind.
Mainz, im August 2004
Susanne Speth
Artikel "Kurt Mautz". In: Joachim Hempel, Literarisches Leben in Rheinland-Pfalz 1968-1980. Landau/Pfalz 1986, S. 442-446.
Artikel "Mautz, Kurt". In: Josef Zierden, LiteraturLexikon Rheinland-Pfalz (Literarisches Programm 58). Frankfurt am Main 1998, S. 216-218.
Artikel "Mautz, Kurt". In: Literarisches Rheinland-Pfalz heute. Ein Autorenlexikon, hg. von Bernd Goldmann. Mainz 1988, S. 174-175.
Jens Frederiksen, Die zwei Leben des Lyrikers und Erzählers Kurt Mautz. In: Flugwörter (Rheinland-pfälzisches Jahrbuch für Literatur 8). Frankfurt am Main 2001, S. 240-242.
Sigfrid Gauch, Sieben Jahrzehnte Kurt Mautz. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 1 (1981), Heft 2, S. 140.
Klaus Jeziorkowski, Kant und die Turnerin. In: Eine Iphigenie rauchend. Aufsätze und Feuilletons zur deutschen Tradition (suhrkamp taschenbuch 1365). Frankfurt am Main 1987, S. 225-229.
Rolf Michaelis, Schreibmaschinenpoesie. Die Gedicht-Pictogramme von Kurt Mautz. In: Die Zeit, Literaturteil, Nr. 49 vom 25.11.1977, S. 1.
Harry Oberländer, Kurt Mautz (1911-2000). Ein Nachruf. In: www.listen-rezensionen.de/Pages/Listen60/s60-biogr2.html.
Adam Seide, Poet mit der Schreibmaschine: Kurt Mautz. In: Buchhandel in Hessen (1987), Nr. 26, Blatt 15-17.
Adam Seide, Eine Stunde im Garten. In: Hessischer Literaturbote 1 (1986), Heft 2, S. 12-18.
Norbert Seitz, Kurt Mautz im Gespräch. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 6 (1986), Heft 3, S. 90-94.
Sprachkritiker aus Profession. In: Der Wiesbadener, Sommer 1991, S. 10.
Form und Inhalt: 1) Zur Person
Kurt Mautz wurde am 1.6.1911 in Montigny-lès-Metz (Lothringen) geboren. 1918 siedelte die Familie nach Mainz über, wo der Vater als Postbeamter tätig war. Kurt Mautz besuchte die Hessische Oberrealschule in Mainz und legte im Februar 1930 die Abiturprüfung ab. Von 1930 bis 1935 studierte er Literaturwissenschaften, Philosophie und Geschichte an den Universitäten Frankfurt am Main und Gießen. In Gießen promovierte er 1935 zum Thema "Die Philosophie Max Stirners im Gegensatz zum Hegelschen Idealismus". Mit Forschungsaufträgen der Deutschen Forschungsgemeinschaft betraut, war er - mit einer Unterbrechung in den Jahren 1941 bis 1946 durch Militärdienst und Kriegsgefangenschaft - an der Universität Frankfurt am Main als wissenschaftlicher Assistent, u. a. bei Theodor W. Adorno, und später auch als Dozent tätig. Eine Festanstellung, um die erstrebte universitäre Laufbahn einzuschlagen, blieb ihm allerdings versagt, woraufhin er 1950 in den Schuldienst eintrat, den er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1972 als Oberstudienrat am Gutenberg-Gymnasium Mainz absolvierte. Nebenbei hatte er in dieser Zeit außerdem für das Fach Deutsche Literatur einen Lehrauftrag der Universität Frankfurt am Main inne.
1961 erschien die viel beachtete Publikation "Georg Heym. Mythologie und Gesellschaft im Expressionismus", welche 1972 und 1987 nochmals aufgelegt wurde. Weitere literaturwissenschaftliche Arbeiten, u. a. über Georg Büchner, Adalbert Stifter, Georg Heym und die expressionistische Lyrik, wurden in Sammelwerken und Fachzeitschriften veröffentlicht. Aber auch sein eigenes literarisches und künstlerisches Schaffen bekam immer mehr Gewicht. Bereits seit den vierziger Jahren verfasste er Gedichte, schrieb Essays und Erzählungen, konnte sich jedoch erst im Ruhestand vollends der ihn außerordentlich fesselnden visuellen Poesie und der konkreten Lyrik widmen. Zahlreiche Permutationen - wie sein erstes und berühmtestes Anagramm-Gedicht "Germanisten" - sowie Typogramme und Collagen entstanden, welche 1977 unter dem Titel "Schreibmaschinenpoesie" erstmals veröffentlicht wurden. Es folgten "Augentest", "Gute Nacht, Adam Riese!", "Ortsbestimmung" und "Letterntausch" sowie die Erzählbände "Passiver Widerstand" und "Schwierige Passage". Der 1996 erschienene Roman "Der Urfreund" schildert Nazizeit und Nachkriegsjahre in Deutschland aus der Sicht eines Kriegsheimkehrers und erregte nicht geringes Aufsehen. Zahlreiche Rezensenten verstanden ihn als Schlüsselroman, in dem Mautz' früherer Studienkollege und Freund, der Berliner Germanist Wilhelm Emrich, als Mitläufer dargestellt wird, dem nach dem Krieg als Folge erneuter erfolgreicher Anpassung an die Verhältnisse eine beachtliche akademische Karriere gelang. Sein letzter Gedichtband kam 1999 unter dem Titel "Deutsche Träume" heraus, in dessen Nachwort Kurt Mautz seine nie nachlassende Begeisterung für Anagramme und Permutationen, quasi wie ein Fazit seines gesamten experimentellen dichterischen Schaffens, erläuterte. Literarisch verpackt kann man Leidenschaft und Arbeitsweise des Dichters in der im Jahre 2002 posthum erschienenen biographischen Erzählung "Kohlenmeiler" detailgenau nacherleben. Kurt Mautz starb am 18. November 2000 in Wiesbaden, wohin er im Oktober 1981 von Mainz übergesiedelt war.
2) Zum Nachlass
Am 31. März 2003 wurde der erste Teil des Nachlasses von Kurt Mautz durch seinen Sohn Rolf Mautz an das Stadtarchiv Mainz abgegeben und erhielt die Zugangsnummer 2003/10. Die Unterzeichnerin begann im Sommer 2003 mit der Eingabe in die Datenbank Faust 5, führte diese mit Unterbrechungen bis zum Juni 2004 fort und kam, nachdem dann im April 2004 die zweite Teillieferung erfolgt war, im August 2004 zum Abschluss der Verzeichnung des 3,8 lfm umfassenden Bestandes.
Für die Klassifikation wurde eine Einteilung in vier Gruppen (Person, Werk, Allgemeine Sammlung und Verlage / Berufsverbände) vorgenommen, welche sich wiederum in Untergruppen gliedern. Sämtliche Personen, Institutionen und Orte sind in den für das Findbuch erstellten Indices recherchierbar.
Den größten Anteil des Nachlasses bilden die Originale der Anagramme, Collagen, Typogramme und Gedichte in Form von Typoskripten. Die meist in großer Zahl vorhandenen Durchschläge und Fotokopien wurden auf maximal drei reduziert, die vorgegebene Einteilung in Mappen jedoch weitestgehend beibehalten.
Belegexemplare von Veröffentlichungen der Werke in Zeitschriften und Sammelwerken wurden ebenfalls nicht unbegrenzt aufgehoben, sondern Überzähliges an die Stadtbibliothek Mainz abgegeben. Drei Titel wurden zur Ergänzung des Bestandes in die Dienstbibliothek des Stadtarchivs aufgenommen.
Einen weiteren größeren Anteil stellen die Rezensionen zu den Werken dar sowie die eigene Sammlung von Texten anderer Autoren und die Korrespondenz mit denselben. Erwähnenswert sind die Sammlung von Dias, mit denen Kurt Mautz seine Lesungen illustrierte und so den Zuhörern seine Werke nahebrachte, sowie das Kreuzwortspiel "Scrabble" als unverzichtbares Utensil für das Jonglieren mit den Lettern.
Es gelten folgende Benutzungseinschränkungen:
Sämtliche Notizen, welche den Inhalt von Träumen wiedergeben, größtenteils festgehalten in den Taschenkalendern aus den Jahren 1963 bis 1998, sind von der Einsichtnahme ausgeschlossen und nur mit Einwilligung des Sohnes Rolf Mautz zu benutzen. Teile aus diesen zu zitieren bzw. zu veröffentlichen ist nicht gestattet. Im einzelnen handelt es sich um folgende Nummern: NL 181 / 424, 554, 570, 575, 576, 642, 697, 701, 715 und 860, 870 sowie 937-958. Die Veröffentlichungsrechte für alle bisher unveröffentlichten Texte liegen ebenfalls bei Herrn Rolf Mautz.
Des weiteren sind alle Unterlagen gesperrt, die vor weniger als dreißig Jahren entstanden sind.
Mainz, im August 2004
Susanne Speth
Artikel "Kurt Mautz". In: Joachim Hempel, Literarisches Leben in Rheinland-Pfalz 1968-1980. Landau/Pfalz 1986, S. 442-446.
Artikel "Mautz, Kurt". In: Josef Zierden, LiteraturLexikon Rheinland-Pfalz (Literarisches Programm 58). Frankfurt am Main 1998, S. 216-218.
Artikel "Mautz, Kurt". In: Literarisches Rheinland-Pfalz heute. Ein Autorenlexikon, hg. von Bernd Goldmann. Mainz 1988, S. 174-175.
Jens Frederiksen, Die zwei Leben des Lyrikers und Erzählers Kurt Mautz. In: Flugwörter (Rheinland-pfälzisches Jahrbuch für Literatur 8). Frankfurt am Main 2001, S. 240-242.
Sigfrid Gauch, Sieben Jahrzehnte Kurt Mautz. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 1 (1981), Heft 2, S. 140.
Klaus Jeziorkowski, Kant und die Turnerin. In: Eine Iphigenie rauchend. Aufsätze und Feuilletons zur deutschen Tradition (suhrkamp taschenbuch 1365). Frankfurt am Main 1987, S. 225-229.
Rolf Michaelis, Schreibmaschinenpoesie. Die Gedicht-Pictogramme von Kurt Mautz. In: Die Zeit, Literaturteil, Nr. 49 vom 25.11.1977, S. 1.
Harry Oberländer, Kurt Mautz (1911-2000). Ein Nachruf. In: www.listen-rezensionen.de/Pages/Listen60/s60-biogr2.html.
Adam Seide, Poet mit der Schreibmaschine: Kurt Mautz. In: Buchhandel in Hessen (1987), Nr. 26, Blatt 15-17.
Adam Seide, Eine Stunde im Garten. In: Hessischer Literaturbote 1 (1986), Heft 2, S. 12-18.
Norbert Seitz, Kurt Mautz im Gespräch. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 6 (1986), Heft 3, S. 90-94.
Sprachkritiker aus Profession. In: Der Wiesbadener, Sommer 1991, S. 10.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.