Fotografie
Schwarz-Weiß-Fotografie eines Kupferstichs, der eine allegorische Szene zeigt. In der oberen Mitte der Abbildung steht in einem Tor Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit mit einer Waage in der linken Hand. In der rechten Hand hält sie ein Schwert. Um sie herum sind Engel, ein Drachen, Frauen und Männer versammelt. Rechts unten im Bild, vor einer brennenden Landschaft mit Häusern befinden sich vier angekettete Frauen (von einer sind aufgrund des Bildausschnitts nur die Hände zu sehen), z. T. sind ihre Oberkörper entblößt.
Links oben liegt auf einer Wolke ein Engel, der in einer Hand möglicherweise eine Pflanze, in der anderen einen Banner mit einem Bibelzitat aus Römer 1:27 hält: „Mannen Nalatende het gebruik der vrouwen“, (etwa: Männer haben den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen). Unter der Figur der Justitia, unter einem Vorhang, der von zwei weiteren Engeln gelüftet wird, befinden sich etwa acht Männer, einer sitzt auf einem Stuhl, die anderen stehen in Zweiergruppen zusammen. Sie tragen die Kleidung des höheren Standes. Rechts neben dem Vorhang am unteren Ende des Bildes befindet sich ein Drache, der sich zu den Männern umsieht.
Kontext:
Im Jahr 1730 erlebte die Republik der Niederlande verschiedene Katastrophen, die – von protestantischen Predigern geschürt – als Beweis für Gottes Zorn auf Homosexuelle gedeutet wurden (sog. Sodomiehysterie, niederländisch: „Sodomietenhysterie“). In Utrecht begann eine landesweite Welle von Strafverfolgungen und Hinrichtungen von homosexuellen Stadträten. Der gelüftete Vorhang enthüllt die homosexuellen Stadträte; die vier angeketteten Frauen rechts verkörpern vermutlich Unzucht, Wollust, Habgier und Zügellosigkeit. Im Hintergrund erinnert die brennende Landschaft an Sodom und Gomorra. (vgl. https://www.achterdegevelsvandelft.nl/huizen/Oude%20Delft%20124.htm, abgerufen am 15.7.2024).
Links oben liegt auf einer Wolke ein Engel, der in einer Hand möglicherweise eine Pflanze, in der anderen einen Banner mit einem Bibelzitat aus Römer 1:27 hält: „Mannen Nalatende het gebruik der vrouwen“, (etwa: Männer haben den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen). Unter der Figur der Justitia, unter einem Vorhang, der von zwei weiteren Engeln gelüftet wird, befinden sich etwa acht Männer, einer sitzt auf einem Stuhl, die anderen stehen in Zweiergruppen zusammen. Sie tragen die Kleidung des höheren Standes. Rechts neben dem Vorhang am unteren Ende des Bildes befindet sich ein Drache, der sich zu den Männern umsieht.
Kontext:
Im Jahr 1730 erlebte die Republik der Niederlande verschiedene Katastrophen, die – von protestantischen Predigern geschürt – als Beweis für Gottes Zorn auf Homosexuelle gedeutet wurden (sog. Sodomiehysterie, niederländisch: „Sodomietenhysterie“). In Utrecht begann eine landesweite Welle von Strafverfolgungen und Hinrichtungen von homosexuellen Stadträten. Der gelüftete Vorhang enthüllt die homosexuellen Stadträte; die vier angeketteten Frauen rechts verkörpern vermutlich Unzucht, Wollust, Habgier und Zügellosigkeit. Im Hintergrund erinnert die brennende Landschaft an Sodom und Gomorra. (vgl. https://www.achterdegevelsvandelft.nl/huizen/Oude%20Delft%20124.htm, abgerufen am 15.7.2024).
Gebrauch
Berlin-Tiergarten
1919-1933
Besessen
Veröffentlichung
Wien
1927
Veröffentlicht
Verlust
Berlin
1933
Verschollen
Herstellung
Niederlande
1730 (?)
Hergestellt
Kupferstich
Homosexualität
Justiz
Kriminalisierung
18. Jahrhundert
Bildunterschrift in Schidrowitz: Sittengeschichte des Lasters: Zeitgenössischer niederländischer Kupfer gegen die Homosexualität mit Anspielung auf das brennende Sodom
(Archiv des Instituts für Sexualwissenschaft, Dr. Magnus Hirschfeld-Stiftung, Berlin)
(Archiv des Instituts für Sexualwissenschaft, Dr. Magnus Hirschfeld-Stiftung, Berlin)
Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Berlin
FSIFS-143_a
Förderprogramm zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin
Fotografische Sammlung des ehemaligen Instituts für Sexualwissenschaft
Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft
22.05.2025, 3:30 PM CEST
Public Domain Mark 1.0 Universal