Georg Cramer, Lizenziat der Rechte, Dekan, und das Kapitel des Stifts Ellwangen bestätigen, dass der Verstobene Diethelm Blarer von Wartensee zu Unterböbingen und Treppach, ellwangischer Rat, Stadtvogt und Hofmeister, in seinem Testament für sich und seine verstorbene Ehefrau Sigonie, geborene von Hausen, einen Jahrtag in der Stiftskirche acht Tage vor oder nach Mariä Lichtmess eingerichtet hat. Am Vorabend soll eine Vigil gesungen und ein Placebo am Grab im Veitsmünster abgehalten werden, am Morgen ein Seelenamt gesungen und ein Placebo abgehalten werden, jedesmal mit acht Kerzen. Außerdem sollen von drei Priestern drei Seelenmessen während des Seelenamts gelesen und von vier Priestern vier Seelenmessen am Tag, an dem der Stifter verschieden ist, nämlich am 2. Februar, ein oder zwei Tage vorher oder nachher gehalten werden. Dafür hat Caspar Blarer von Wartensee zu Unterböbingen und Treppach, Pfandinhaber der Herrschaft Angelberg, kaiserlicher und kurbayrischer Obrist und Kämmerer, fürstlich eichstättischer Rat und Obervogt zu Warberg 200 Gulden bezahlt und sich mit dem Stift verglichen. Aus dieser Summe sind den an der Feier des Jahrtags beteiligten Priestern und Sängern sowie dem Messner jeweils bestimmte (näher genannte) Präsenzgelder zu bezahlen. Das Stift verpflichtet sich, den Jahrtag in der vereinbarten Form zu feiern.