Kläger: Christian Strentz (Trenz), früher Soldat in Hamburg, dann in Glückstadt, schließlich in Speyer.- Beklagter: Lt. Wolfgang Meurer, Ratsherr, Dr. Nicolaus Meurer, Syndicus der Stadt Hamburg, sowie als Nebenbeklagter der Rat der Stadt Hamburg.- Streitgegenstand: Citationis...cum compulsorialibus, nunc (1655) extensionis citationis (Führung des Prozesses durch den Kläger im Armenrecht); Zuständigkeit des Reichskammergerichts und der Gerichte in Schleswig-Holstein, Verschickung der Akten an eine Juristen-Fakultät, Nichtigkeit eines Urteils, Beauftragung des Erzbischofs von Bremen mit einer Kommission zur Zeugenbefragung und Ablehnung einzelner Kommissionsmitglieder in einem Streit um Schadensersatzforderungen des Klägers, der dem Beklagten Kuppelei und die Verheimlichung der Geburt zweier Kinder durch seine Dienstmagd, die spätere Frau des Klägers, vorgeworfen hatte, deshalb wegen Beleidigung in Pinneberg verhaftet und angeblich mißhandelt worden war, der auf dem Winserbaum inhaftiert wurde und der sich dann angeblich unter dem Druck der Folter verpflichtete, "ewiges Stillschweigen" zu bewahren, die Stadt zu verlassen und nach Danzig zu ziehen.
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Kläger: Christian Strentz (Trenz), früher Soldat in Hamburg, dann in Glückstadt, schließlich in Speyer.- Beklagter: Lt. Wolfgang Meurer, Ratsherr, Dr. Nicolaus Meurer, Syndicus der Stadt Hamburg, sowie als Nebenbeklagter der Rat der Stadt Hamburg.- Streitgegenstand: Citationis...cum compulsorialibus, nunc (1655) extensionis citationis (Führung des Prozesses durch den Kläger im Armenrecht); Zuständigkeit des Reichskammergerichts und der Gerichte in Schleswig-Holstein, Verschickung der Akten an eine Juristen-Fakultät, Nichtigkeit eines Urteils, Beauftragung des Erzbischofs von Bremen mit einer Kommission zur Zeugenbefragung und Ablehnung einzelner Kommissionsmitglieder in einem Streit um Schadensersatzforderungen des Klägers, der dem Beklagten Kuppelei und die Verheimlichung der Geburt zweier Kinder durch seine Dienstmagd, die spätere Frau des Klägers, vorgeworfen hatte, deshalb wegen Beleidigung in Pinneberg verhaftet und angeblich mißhandelt worden war, der auf dem Winserbaum inhaftiert wurde und der sich dann angeblich unter dem Druck der Folter verpflichtete, "ewiges Stillschweigen" zu bewahren, die Stadt zu verlassen und nach Danzig zu ziehen.
211-2_S 89 Teil 2
S 5720
211-2 Reichskammergericht
Reichskammergericht >> S
1636-1661
Enthält: Prokuratoren: Kläger: Dr. Jacob Friedrich Kühorn. Beklagter und Nebenbeklagter: Dr. Johann Georg von Gülich (senior) und Lt. Johann Hansen (1656).- Instanzen: 1. Reichskammergericht 1653-1661.- Darin: Kaiserlicher "Paßbrief" von 1636 für eine Bildungs- und Studienreise des Nicolaus Meurer, David Penshorn, Wilhelm Amsinck und Wilhelm de Hertoghe nach Italien; Zeugnis von 1638 des Enno Wilhelm Freiherr von Kniphausen, Obrist der Stadt Hamburg, für den Kläger; Widerruf und Urfehde des Klägers sowie "Urgicht" (Geständnis) der Anna Strentz, geborene Bosch, Frau des Klägers, in Caden bei Itzehoe über begangene Diebstähle aus der Zeit 1638-1639; Vorakten des Prozesses, einer "Diffamationsklage" und einer Rekonventionsklage vor dem Obergericht, mit zahlreichen Ladungen des auswärts sich aufhaltenden Klägers und Subssidialschreiben u.a. an den Amtsmann von Steinburg sowie ein Sühnbrief und Dekrete des dänischen Königs über die Kassation aller Prozesse zwischen den Parteien und über die Zurückverweisung des Streits an Gerichte in Hamburg, auch Aktenstücke aus einem Prozess um die strittigen Fragen und das "privilegium de non evocando" vor dem Reichskammergericht aus der Zeit 1641-1654; Aktenstücke aus dem Streit der Beklagten mit Vincent Garmers und seiner Frau Barbara, geborene Grote, sowie des Vincent Garmers mit Jacob von Stypmann, Professor der Universität Greifswald, u.a. wegen eines "libellus famosus" (Schmähschrift) aus der Zeit 1642-1654; "testamentum nuncupativum" (mündliches Testament) des Klägers von 1655; Leichengedicht von 1657 für Albert Gottlieb Meurer, Sohn des Dr. Johann Christoph Meurer, Syndicus der Stadt Hamburg; Kommissionsbericht von 1654 des Heinrich Bessel, Kanzler des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg in Harburg, und des Dr. Lorenz Langermann, Dekan des Domkapitels in Hamburg, enthaltend zahlreiche Zeugenaussagen; Schadensrechnung des Klägers; Urteil der Juristen-Fakultät der Universität Helmstedt von 1643 und Gutachten der Juristen-Fakultät der Universität Straßburg von 1656.
Archivale
Verwandte Bestände / Verzeichnungseinheiten: 741-4_S11349 (Bestelleinheit) [Mikroverfilmung von]
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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07.03.2025, 11:57 AM CET