Es wird bekundet: Zwischen den Grafen Karl zu Zollern und Sigmaringen, des heiligen Reiches Erbkämmerer etc., im Namen, der Grafschaft Sigmaringen einerseits und Ammann, Bürgermeister und Rat der Stadt Mengen andererseits ist Streit entstanden, den Eberhard von Ereyberg zum Eisenberg und Haldenwang und Hans Philipp Schad von Mittelbiberach zu Warthausen, beide Ritter, königliche Räte und Kämmerer, auf Befehl des Königs [Ferdinand I.] als Erzherzog zu Österreich beilegen: Sie laden beide Parteien in die Stadt Riedlingen vor. Der Graf ist durch seinen Obervogt Hans Wolf von Zillenhart, die von Mengen sind durch, ihre Ratsfreunde und Gesandten vertreten. Nach Verhör und genommenem Augen schein wird in Gegenwart des Grafen ein Vergleich Vereinbart: 1. Der Stadt Mengen werden hohe und niedere Obrigkeit, Bußen und Strafen vor ihrer Städt bis an die gesetzten Marken zugesprochen: 1. am Ablaß an der Ablach oben an der alten Bleiche, 2. zwischen Briel und Bomgarten, 3. am Hauptbühl, 4. Laimgrube, 5. am Herdstrich am Rain an den Braiten des Propsts von Beuron (Beiren), 6. an der Braiten am Bach aus dem Schwarzental gegen Valentin Schreiners Acker, 7. am Granheimer Steig an Jakob Fellers Acker. Außerhalb der vorgenannten Marken soll dem Grafen zu Sigmaringen alle hohe Obrigkeit zustehen. Der Graf darf kraft der hohen Obrigkeit auch die strafen, welche die Mark[steine] verrücken oder abtun. Er darf auch außerhalb der Marken die strafen, die sich dort schlafen, ausgenommen die Bürger und Einwohner der Stadt Mengen. Frevel, welche Bürger und Einwohner der Stadt Mengendorf begehen, sollen die von Mengen strafen. Sie dürfen auch in ihren Hölzern und Feldern der Rügungen halber Gebot und Verbot machen und davon die Strafen einnehmen. Wenn ein Bürger oder Einwohner der Stadt Mengen dort mit einem anderen frevelt, was nicht das Malefiz betrifft, sollen die von Mengen die Ihren und der Graf die Seinen und Fremden strafen. 2. Betr. Streit wegen der Seestraße von Mengen nach Rulfingen, die der Graf abgetan und die Fuhrleute gezwungen hat, auf die beiden anderen durch die Grafschaft Sigmaringen führenden Landstraßen zu gehen, wird festgelegt, daß die Fuhrleute, die zum und vom Bodensee mit Wein und Korn fahren wollen, die Straße durch das Dorf Rulfingen zollfrei wie von altersher benutzen dürfen. Die Güterwagen aber sollen zu Rulfingen dem Grafen 10 Batzen Zoll von einem Wagen geben. Die Fuhrleute, welche nicht Bürger oder Einwohner der Stadt Mengen sind und die Straße mit Wein und Salz in das Elsaß, den Breisgau, das Schweizerland und wieder hinaus, auch mit Salzwagen an den Bodensee, benutzen, sollen dem Grafen zu Rulfingen von einem Wagen 3 Kreuzer und von einem Güterwagen 10 Batzen zollen. Die Bürger und -Einwohner der Stadt Mengen sind von dem Zoll der 3 Kreuzer befreit, sollen aber dafür auch von denen von Rulfingen keinen Zoll in Mengen nehmen, wenn diese Korn und Wein transportieren. Von den Güterwagen aber sollen die von Mengen zu Rulfingen wie die anderen und Fremden Zoll entrichten. Die Fuhrleute auf der Seestraße dürfen den Zoll zu Rulfingen nicht umfahren. Der Graf ist nicht zur Unterhaltung der Seestraße verpflichtet, da er zwei Landstraßen durch die Grafschaft Sigmaringen unterhält. Die gräflichen Untertanen zu Rulfingen sollen die Seestraße mit denen von Mengen bessern wie bisher. Es werden zwei Urkunden auggestellt Beilagen: Abschrift [18. Jh.], Papier, 4 Blatt; Auszug [17. Jh.], Papier, 2 lose Blatt

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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