Urfehde Nr. 205
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7281
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 19 Urfehden
(15)48 September 10
Regest: Enderis Schmid der Klingenschmied, Bürger zu Reutlingen, bekennt, dass er am vergangenen Mitteoch nach Bartholomei bei etlichen Kriegsknechten auf dem Markt vor dem Haus des Jacob Tigel, des Wirts, stand und daselbst einen Haken +) ausschiessen ++) wollte. Als er wohlbezecht war, ist ein geschworener Stadtknecht zu ihm gekommen und sagte zu ihm und anderen, sie sollen das Schiessen unterlassen. Daran kehrte Schmid sich gar nicht, sondern sagte: "Gotz Sacrament, wir wollen schiessen, und ihr habt's von den Spangern (= Spaniern) müssen leiden, ihr müsset's von uns auch leiden." Als der BIM hernach an den Markt kam und ihn und andere wegen dieses Tuns zur Rede stellte, ist Schmid ihm ganz frech und ungebührlich begegnet. Darauf befahl der BE sie gefänglich anzunehmen. Schmid empörte sich so, dass man ihn schliesslich mit Gewalt ins Gefängnis führen musste. So hat er sich ungehorsam und gar nicht bürgerlich erzeigt und hätte eine schwere Leibesstraf verdient. Die Herren von Reutlingen wollten ihm das Recht ergehen lassen. Auf seine Bitte um Gnade haben sie ihm aber die Strenge des Rechts erlassen und ihn des Gefängnisses entledigt. Er schwor einen Eid, wegen dieser Sache und des Gefängnisses gegen die Herren zu Reutlingen, die Stadt und die Ihren ewiglich Urfehde zu halten, sich nicht zu rächen, künftig keine Wehr, Degen, Messer oder andere Waffe zu tragen, auch aus dem Gebiet der Stadt nicht zu gehen ohne Erlaubnis der Herren. Wenn er künftig an sie oder die Ihren eine Forderung hätte, so will er sie bei ihren ordentlichen Gerichten bleiben lassen. Wenn er diesen Eid und Urfehde nicht hielte, so soll er heissen und sein ein treuloser, meineidiger und zum Tod verurteilter Mann, den die Herrevon Reutlingen richten oder richten lassen mögen, mit was Pen des Tods sie wollen.
Beschreibstoff: Pg.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Siegler: Hans Konnggot, Bürger zu Reutlingen
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Bemerkungen: +) Fischer: Schw. WB.: = Feuergewehr mit einem Haken zum Aufstüsten auf ein Gestell
++) wohl = mit einer Hakenbüchse schiessen.
Genetisches Stadium: Or.
Verweis: Urfehde Nr. 206 fehlt
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Bemerkungen: +) Fischer: Schw. WB.: = Feuergewehr mit einem Haken zum Aufstüsten auf ein Gestell
++) wohl = mit einer Hakenbüchse schiessen.
Genetisches Stadium: Or.
Verweis: Urfehde Nr. 206 fehlt
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
20.03.2025, 11:14 AM CET