Rechtsstreit des Altaristen Johann Lutzeke vom Altar St. Bernardi
von St. Crucis zu Hannover gegen den dortigen Bürger Dove Johann. 1, Dekan
Joh. Woldenberg vom Stifte st. Blasii zu Braunschweig, vom Papste Sixtus IV
nebst dem Offizial Theoderich v. Alten mittelst einer hier inserierten
Urkunde (Datum Rome apud s. Petrum 1471, 12 kal. Dec. pont. a. 1)
beauftragter Richter in einem Processe, den Joh. Lutzeken, Vicar von St.
Crucis zu Hannover, wegen gew. Güter gegen Albert von Betelem,, Archidiacon
in Pattensen, Johann Meyger, Johann Dove u. A. angestrengt hat, erläßt gegen
die gen. Beklagten eine Edictalladung sich in 6 Tagen vor seinem
Richterstuhle zu stellen. Datum Brunswicgk a. 1472 die Jovis 20 mensis
Februarii. Notariatsinstrument von J. Sterneberch. Vom aufgedruckten
Wachssiegel Papierüberlage abgefallen. Papierurkunde. Auf der Rückseite der
Urkunde die Notiz, daß am 21. Februar der Kläger L. Tymmerla und Was.
Hemlingman zu Procuratoren ernannt habe. Ferner Notizen über den Verlauf des
Processes. 2, durch den Notar Heinrich Buringh beglaubigte Abschrift eines
Notariatsinstruments des Mind. Kler. Ludolf Hiddestorp vom 17. Febr. 1376
(am sunte Valentyn daghe), worin Ulrich Lutzeke, Bürger zu Hannover, an den
Altaristen des Altars St. Bernardi zu St. Crucis in Hannover für 45 Pfund
Hann. Pfennige sein an der Gasse neben dem Kirchhofe gelegenes, durch den
Tod Enkelsogs ihm frei gewordenes Haus mit dem Rechte 1/2 jähriger Kündigung
verpfändet habe. Zeugen: Heinrich von Dirvern (?) und Dietrich von Rinteln
der Ältere, Bürger von Hannover. 3, der Procurator Joh. Lutzekens, Altarist
des Altars St. Berwardi von St. Crucis zu Hannover, klagt vor Johann
Woldenberg gegen Dove Johann, Bürger zu Hannover, daß, obwohl laut einer von
ihm vorgewiesenen Urkunde Ulrich Lutzeken ein Haus neben dem Kirchhofe von
St. Crucis (cf. die obige Nummer 2) an den Altaristen von St. Berwardi für
45 Talente mittelst eines Wiederkaufscontracts verpfändet und ihm dessen
Besitz übertragen habe, Dove Johann dennoch das Haus wiederrechtlich in
Besitz genommen und an Johann Meuss u. A. gegen einen jährlichen Zins
vermiethet habe und alle Anrechte des Altaristen des gen. Altars auf
dasselbe bestreite. 4) Johann Woldenberg, deputierter Richter etc.,
excommuniciert Dove Johann, nachdem weder dieser noch sein Procurator zur
Beantwortung des hier inserierten Anklagelibells, wozu durch Edictalladung
aufgefordert worden, erschienen war, auf Antrag des Procurators der
Klagenden Partei Wasmod in contumaciam. Datum et actum Brunswig in domo
habitacionis nostre a. 1472 ind. 5 die vero Mercurii 15 mensis Aprilis
Zeugen: Conrado Vilter perpetuo vcario in prefata ecclesia s. Blasii et
Hinrico Tappe clerico Mindensis dioc., testibus. Notariatsinstrument von
Johannes Sternberch. Siegel des Ausstellers an Pergamentstr. Auf der
Rückseite der Urkunde die Notiz, daß das Urtheil in der Kirche St. Jacobi
und Georgii durch Jacob Campe am Sonntag cantate ausgeführt sei.