Familienarchiv Lottner (Bestand)
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FA Lottner
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen >> 5.1 Nachlässe und Familienarchive >> 5.1.1 Familienarchive
1814 - 1972
Form und Inhalt: Im Jahr 2020 konnte das Bayerische Hauptstaatsarchiv Teile des Familienarchivs von Lottner ersteigern. Allerdings waren vorab sowohl der Hauptnachlass von Ludwig Joseph von Lottner als auch die meisten Briefe von Max Reger an Gabriele von Lottner herausgelöst und separat versteigert worden. Im Jahr 2022 konnten zumindest 14 Postkarten von Max Reger an Gabriele von Lottner ersteigert werden. Einen wichtigen Teil des kleinen Familienarchivs macht der Nachlass der Pianistin und Cembalistin Gabriele von Lottner, geb. Hunglinger (geb. 3.8.1883 in Tegernsee; verst. 31.5.1972 in München) aus. Gabriele von Lottner war die Tochter von Justizrat Ludwig Hunglinger und dessen Frau Friederike, geb. Edenhofer. Nach ihrer Schulausbildung am Töchterinstitut der Englischen Fräulein in Passau-Niedernburg studierte sie an der Akademie der Tonkunst in München Musik. Schon vor und während des Ersten Weltkrieges erzielte sie beachtliche Erfolge, die 1917 in der Ernennung durch Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern zur Hofpianistin gipfelten. Während des Zweiten Weltkriegs unternahm sie einige Tourneen überwiegend mit der KdF-Gruppe "Kurzweil für Auge und Ohr" und gastierte überwiegend in Norddeutschland und Skandinavien in der Etappe und an der Front, was sich u.a. in Gästealben und Konzertkritiken niedergeschlagen hat. Besonders erwähnenswert ist die hier dokumentierte Freundschaft zwischen Gabriele von Lottner und dem Komponisten Max Reger (1873-1916) bzw. dessen Frau Elsa. Max Reger war es auch, der Gabriele von Lottner nach dem Tod ihres Mannes dazu ermutigte, wieder zu gastieren. Im Jahr 1904 heiratete Gabriele von Lottner mit Ludwig Josef von Lottner (1872-1914) einen aktiven Offizier, was zur Folge hatte, dass sie nur noch bei Wohltätigkeitskonzerten auftreten durfte. Ludwig Josef von Lottner gehörte von 1891 bis 1899 der bayerischen Armee an und machte anschließend Karriere als Kolonialoffizier der deutschen Schutztruppe in Kamerun (1899-1901). Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde von Lottner wieder einberufen. Er starb bereits am 10. Oktober 1914 bei einem Sturmangriff in Bois Brule (Frankreich). Von ihm haben sich einige persönliche Dokumente sowie Quellen zu seiner militärischen Karriere erhalten. Recht gut dokumentiert sind im Familienarchiv auch die Eltern von Ludwig Joseph von Lottner, v.a. sein Vater Ludwig von Lottner (1821-1874). Dieser war zunächst Mitglied des Bayerischen Landtags (1855-1861), später dann Mitglied des Deutschen Reichstags (1871-1874). Insbesondere seine Kandidatur für bzw. die Wahl in den Deutschen Reichstag sind hier dokumentiert. Ludwig von Lottner war Besitzer von Gut und Schloss Herrngiersdorf (Gde. Herrngiersdorf, Lkr. Kelheim). Dieser Grundbesitz ist ebenfalls dokumentiert, insbesondere die fiskalische Seite sowie der Verkauf des Gutes im Jahr 1875 durch Therese von Lottner, der Witwe von Ludwig von Lottner. Das eigentliche Schloss- und Gutsarchiv Herrngiersdorf der Freiherren von Lottner wird dagegen im Staatsarchiv Landshut verwahrt. Mai 2022 Joachim Glasner
Familienarchiv Lottner
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Bestand
Akten
ger
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:04 MESZ