Abwickler des Reichsnährstands in Württemberg-Hohenzollern (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, K 635
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Reichs-/Bundesbehörden und Reichs-/Bundesorganisationen >> Geschäftsbereich Reichs-/Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
1945-1970
Vorbemerkung: Aufgrund des Reichsnährstandsgesetzes vom 13.September 1933 wurde der Reichsnährstand als öffentlich-rechtliche Gesamtkörperschaft begründet. Er erfaßte zwangsweise alle auf dem Gebiet der Ernährungswirtschaft tätigen Personen und Betriebe, einschließlich der freiwilligen Verbände und Landwirtschaftskammern. Der Reichsnährstand sollte die Aufgaben der früheren ständischen Einrichtungen übernehmen und darüber hinaus Maßnahmen treffen zur Regelung von Absatz, Preisen und Gewinnspannen. Der Reichsnährstand gliederte sich in zwei Zweige, und zwar in das Stabsamt, das Führungsaufgaben übernahm, und das Verwaltungsamt, das die anfallenden Verwaltungsaufgaben zu bewältigen hatte. Das Verwaltungsamt bestand wiederum aus drei Reichshauptabteilungen (RHA): RHA I war zuständig für den "in der deutschen Landwirtschaft tätigen Menschen", RHAII sollte die "betriebliche und sachliche Förderung der deutschen Landwirtschaft" betreiben, und RHA III hatte für "das gesamte landwirtschaftliche Genossenschaftswesen, für alle Angelegenheiten des Landhandels und für die Be- und Verarbeitung der Produkte" Sorge zu tragen. Dem Reichsnährstand unterstanden die Landesbauernschaften, die Kreis- und Ortsbauernschaften. Mit dem Zusammenbruch des Dritten Reichs war auch die Tätigkeitdes Reichsnährstands erloschen. Da aber noch immense Vermögenswerte vorhanden waren und Ansprüche und Auseinandersetzungen geregelt werden mußten, wurde ein Rechtsnachfolger eingesetzt: der Abwickler des Reichsnährstandes. Als Stellvertreter des Abwicklers in Württemberg-Hohenzollern wurde der Notar Dr. Julius Müller in Stuttgart eingesetzt. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Dr. Walter Müller die Abwicklung des Reichsnährstandsvermögens. Die im vorliegenden Bestand erfaßten Akten stellen die Unterlagen des Landestreuhänders für dasReichsnährstandsvermögen bzw. desBeauftragten des Abwicklers des Reichsnährstands in Stuttgart dar. Die Akten kamen im Oktober 1973 über das Hauptstaatsarchiv Stuttgart im Staatsarchiv Ludwigsburg ein; abgebende Behörde war der Abwickler des Reichsnähstands und seiner Zusammenschlüsse in Letmathe, der dem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft unterstand. Der Bestand wurde von Januar bis März 1990 im Rahmen der praktischen Ausbildung für den gehobenen Archivdienst von den Inspektoranwärtern Jörg Martin und Martin Walter unter Anleitung von Nicole Bickhoff-Böttcher verzeichnet und verpackt. Unterlagen im Umfang von 5,0 Metern wurden als nicht archivwürdig kassiert. Die Reinschrift des Findmittels besorgte Hildegard Aufderklamm. Der Bestand K 635 umfaßt 81 Archivalieneinheiten (Bü. 1 - 81) = 2,2 lfd. Meter. Ludwigsburg, im März 1990 Martin Walter Dr. Nicole Bickhoff-Böttcher
81 Büschel (2,8 lfd. m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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