Der Ulmer Stadtschreiber ("prothonotarius") Dr. Peter Neithardt teilt dem Konstanzer Bischof Hermann [von Breitenlandenberg] mit, dass er für sich, seine verstorbene Ehefrau Martha geborene Rot, ihre Eltern, Geschwister, Vorfahren und Nachkommen eine ewige Messe im Ulmer Münster in der dortigen Neithardtkapelle auf dem Nebenaltar an der Chorseite gestiftet hat. Die Stiftung erfolgte mit Wissen und Zustimmung des Konstanzer Domherren und Pfarrers zu Ulm Dr. Heinrich Neithardt sowie von Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm. Diese Messe hat er mit Besitzungen in Donaurieden ("Tu/o/nowrieden") [Stadt Erbach/Alb-Donau-Kreis], Roth [Gde. Pfaffenhofen a. d. Roth/Lkr. Neu-Ulm] und Schneckenhofen [Gde. Bibertal/Lkr. Günzburg] dotiert. Außerdem hat er ihr sein Haus in Ulm in der Vettergasse [heute Kohlgasse bzw. Rabengasse] zwischen den Häusern des Ulrich Kannengießer und des Leonhard Tuchscherer übergeben, das dem für die Messe zuständigen Kaplan als Wohnung dienen soll. Von dem Haus gefallen an den Stadelhof in Ulm [abgegangen, Bereich Große Blau, Schweinmarkt, Hämpfergasse, Schwilmengasse, Gerbergasse und Fischergasse, genaue Ausdehnung unbekannt] 0,5 Weihnachtshuhn als Erstzins sowie an die Erben des Jodok ("Jos") Sträler 3 rheinische Gulden als ablösbarer Afterzins. Von diesem Afterzins soll der Kaplan, dem die Messe zuerst verliehen wird, innerhalb von fünf Jahren 1 Gulden ablösen. Den Rest des Zinses haben dann seine beiden Nachfolger abzulösen. Der Stifter hat des weiteren Vorschriften über die Aufgaben, Pflichten und Rechte des Kaplans erlassen. Das Patronats- bzw. Präsentationsrecht für die Messe behält sich der Stifter auf Lebenszeit vor. Danach fällt es an Dr. Heinrich Neithardt und nach dessen Tod an den jeweils Ältesten der Familie Neithardt. Stirbt die Familie aus, dann geht es auf Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm über. Außerdem hat der Stifter die Ausstattung der zwei von seinem verstorbenen Bruder Heinrich Neithardt gestifteten Messen sowie der jetzt von ihm gestifteten Messe mit weiteren Gütern, Einkünften und Gerechtsamen in Donaurieden aufgebessert. Deren Erträge sollen die für die drei Messen zuständigen Kapläne untereinander aufteilen. Peter Neithardt bitten den Bischof von Konstanz um die Bestätigung seiner Stiftung.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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