5/19 [Nr. 14]: Artikulierte Klageschrift Harpprechts gegen Joh. Enzlin
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UAT 5/ Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (I)
Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (I) >> 8. Familie Enzlin (1612-1629) >> Dr. Matthäus Enzlin und seine Familie: Ensslin, D., Kaiserl. Mandatssache
7.12.1612
Enthält: Prof. iur. Harpprecht, Artikulierte Klageschrift gegen Joh. Enzlin, Klageschrift präs. 7.12.1612 (Kopie am 9.12. Joh. Ulr. Rümelin [PIT 11340] zugestellt): Er hat 6 Kinder, Regina ist 20 jahre alt, war sittsam; Joh. Enzlin war von Jugend auf wollüstig, üppig, frech, mutwillig, ein Spieler und Flucher, unkeusch mit Weibsbildern, auch ehrlichen Jungfrauen nachstellend, z. B. der Agnes Maria Hess, ältester Tochter des Dr. Tob. Hess, der ihn um Mitternacht in seinem Haus aufstöberte und dem um Gnade bittenden Hausverbot gab; dann der Agnes Andler, Tochter des Hofgerichtsassesoren Jak. Andler bis ihn Frau Andler schriftlich wegwies und die Tochter nach Speyer schickte; dann schwängerte er Tob. Hessens Magd Christina, die Tochter des Stoffel Franckhen gewesen reisigen Schultheissen zu Entringen, die ihr Kind auf ihn taufen ließ, Geld von ihm bekam und von seiner Mutter mehr forderte; er beschlief auch andere und schändete eine adlige Matrone; die Regina machte er mit Eheversprechen und Geschenken verliebt; er wurde nachts von Frau Harpprecht im Haus erwischt, log sich heraus und wurde hinausgebracht; dreimal wurde er mit Regina in eindeutigen Situationen ertappt; sie muss nun Zeit ihres Lebens in Spott und Verachtung stecken, alles Heiratsglück ist abgestrickt, den Eltern Schande angetan; Antrag: das Kind verhalten, Regina entschädigen, dem Kläger 500 Fl. Schadenseratz, dazu Kostenersatz.; Bl. 43v: am 9.12. Joh. Ulr. Rümelin Kopie zugestellt.
Akte
Dr. Matthäus Enzlin und seine Familie: Ensslin, D., Kaiserl. Mandatssache
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
17.12.2025, 09:44 MEZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
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- Bc Verwaltungsorgane (Universitätsverwaltung) (Tektonik)
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- Ältere Universitätsregistratur (15.-19. Jh.) (Tektonik)
- Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (I) (Bestand)
- 8. Familie Enzlin (1612-1629) (Gliederung)
- Dr. Matthäus Enzlin und seine Familie: Ensslin, D., Kaiserl. Mandatssache (Archivale)