Injurienklage gegen Dr. Pfannkuch, der als Anwalt des inzwischen verstorbenen Diederich Knist, Bürgers zu Kleve, in der Körperverletzungs- und Beleidigungsklage Knist ./. Dietherich Dickerhoff, ebenfalls Bürger zu Kleve (1. Haupt- und Stadtgericht Kleve 1684, 2. Hofgericht Kleve 1685), in seiner am 17. Juni 1685 eingereichten Memorialschrift das Stadtgericht Kleve beleidigt hat, indem er Richter und Schöffen die Begünstigung des Beklagten Dickerhoff gegenüber dem mittellosen Kläger Knist vorwarf. Die 1. Instanz sprach Dr. Pfannkuch frei, da die Beleidigungsabsicht nicht erwiesen sei, und verurteilte die Stadt Kleve dazu, auf die Widerklage (wegen Verhaftung des Rechtsanwalts) zu antworten. Die Stadt Kleve klagt auf 6000 Goldgulden Schadenersatz.
Vollständigen Titel anzeigen
Injurienklage gegen Dr. Pfannkuch, der als Anwalt des inzwischen verstorbenen Diederich Knist, Bürgers zu Kleve, in der Körperverletzungs- und Beleidigungsklage Knist ./. Dietherich Dickerhoff, ebenfalls Bürger zu Kleve (1. Haupt- und Stadtgericht Kleve 1684, 2. Hofgericht Kleve 1685), in seiner am 17. Juni 1685 eingereichten Memorialschrift das Stadtgericht Kleve beleidigt hat, indem er Richter und Schöffen die Begünstigung des Beklagten Dickerhoff gegenüber dem mittellosen Kläger Knist vorwarf. Die 1. Instanz sprach Dr. Pfannkuch frei, da die Beleidigungsabsicht nicht erwiesen sei, und verurteilte die Stadt Kleve dazu, auf die Widerklage (wegen Verhaftung des Rechtsanwalts) zu antworten. Die Stadt Kleve klagt auf 6000 Goldgulden Schadenersatz.
AA 0627, 899 - C 256/867
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1693 - 1694 (1377 - 1694)
Enthaeltvermerke: Kläger: Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Kleve, (Kl.) Beklagter: Rechtsanwalt Dr. Gerhard Pfannkuch zu Dortmund, (Bekl.) Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1690 - Subst.: Lic. Johann Philipp Nidderer Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Georg Erhardt 1693 - Subst.: Dr. Johann Ulrich von Gülchen Prozeßart: Appellationis cum restituendo in integrum Instanzen: 1. Hofgericht (Kanzler und Räte) zu Kleve 1685 - 1689 - 2. RKG 1693 - 1694 (1377 - 1694) Beweismittel: Urteil der 1. Instanz vom 21. Mai 1689 (6). Diplom König Sigismunds vom 6. Sept. 1414 zu Heidelberg für Dortmund mit Insert eines Diploms Kaiser Karls IV. für die Stadt Dortmund vom 23. Nov. 1377 zu Dortmund in lateinischer Sprache (69 - 73, vgl. = K. Rübel/E. Roese (Hrsg.), Dortmunder Urkundenbuch, Dortmund 1890, Nr. 83, S. 96 - 100). Auszug aus einem Erbpachtbrief des Markgrafen Friedrich Wilhelm von Brandenburg für die Stadt Kleve von 1666 (152). Schreiben der brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von 1687 und Friedrich III. von 1692 an die Stadt Kleve in Sachen Dr. Pfannkuch (172f.). Beschreibung: 3,5 cm, 173 Bl., lose; Prot. ohne Eintragungen, 17 Aktenstücke prod. 2. Juni 1693 - 17. Aug. 1694.
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.05.2026, 09:26 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
- 1.4. Reichsbehörden (Tektonik)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Tektonik)
- Reichskammergericht AA 0627 (Tektonik)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Bestand)
- 1. Buchstabe C (Gliederung)