Hans Hägilin von Atzenweiler ("Atzlenwil") bekennt, daß Abt Kaspar [Schiegg] von Weingarten aus Gnade seiner Ehefrau Ursula Nabholz und ihren beiden Kindern auf Lebenszeit das Gütlein in Atzlenwil verliehen hat, das der verstorbene Vater des Ausstellers bisher innehatte. Der Aussteller ist kein Beliehener, aber wenn er Leibeigener des Klostes wird, ist ihm das Gütlein ebenso wie der Frau verliehen. Die Empfänger müssen es persönlich in Hubers Weise bewirtschaften und in gutem Zustand erhalten. Sie dürfen es nicht schlaizen und nichts daraus verleihen, versetzen oder verkaufen. Jährlich zu Martini entrichten sie zu rechtem Zins 1 lb d Landeswährung und 1 Fasnachthenne. Sie dürfen jährlich halten und "uss schlahen" 3 Stück Hauptvieh, 1 Roß und 2 Stierlein ("färlin"). Die Beliehenen verlieren das Gütlein, wenn sie die Leihebedingungen nicht einhalten, eine Ungenossamenehe eingehen oder dem Kloster ungehorsam bzw. flüchtig werden. Stirbt der Sohn vor den Eltern, kann das jüngste Kind in den Hof nachfolgen, stirbt auch dieses vorzeitig, fällt der Hof dem Kloster heim. Im Todesfall oder wenn der Hof sonst heimfällt, muß er nach Landesgewohnheit zurückgelassen werden. Anspruch auf Aufwendungsersatz besteht nicht.
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Hans Hägilin von Atzenweiler ("Atzlenwil") bekennt, daß Abt Kaspar [Schiegg] von Weingarten aus Gnade seiner Ehefrau Ursula Nabholz und ihren beiden Kindern auf Lebenszeit das Gütlein in Atzlenwil verliehen hat, das der verstorbene Vater des Ausstellers bisher innehatte. Der Aussteller ist kein Beliehener, aber wenn er Leibeigener des Klostes wird, ist ihm das Gütlein ebenso wie der Frau verliehen. Die Empfänger müssen es persönlich in Hubers Weise bewirtschaften und in gutem Zustand erhalten. Sie dürfen es nicht schlaizen und nichts daraus verleihen, versetzen oder verkaufen. Jährlich zu Martini entrichten sie zu rechtem Zins 1 lb d Landeswährung und 1 Fasnachthenne. Sie dürfen jährlich halten und "uss schlahen" 3 Stück Hauptvieh, 1 Roß und 2 Stierlein ("färlin"). Die Beliehenen verlieren das Gütlein, wenn sie die Leihebedingungen nicht einhalten, eine Ungenossamenehe eingehen oder dem Kloster ungehorsam bzw. flüchtig werden. Stirbt der Sohn vor den Eltern, kann das jüngste Kind in den Hof nachfolgen, stirbt auch dieses vorzeitig, fällt der Hof dem Kloster heim. Im Todesfall oder wenn der Hof sonst heimfällt, muß er nach Landesgewohnheit zurückgelassen werden. Anspruch auf Aufwendungsersatz besteht nicht.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III U 729
fasc. 052 n. 03
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III
Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III >> Urkunden >> 15. Jahrhundert
1480 Dezember 12 (am zinstag nach sant Niclaustag)
16,5 x 29,1 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Aussteller: Hans Hägilin von Atzenweiler ("Atzlenwil")
Empfänger: Abt Kaspar [Schiegg] von Weingarten
Siegler: Heinrich von Schellenberg von Wasserburg
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S.
Empfänger: Abt Kaspar [Schiegg] von Weingarten
Siegler: Heinrich von Schellenberg von Wasserburg
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S.
Hägilin, Hans
Hägilin, Ursula
Nabholz, Ursula
Schellenberg, Heinrich von
Schiegg, Kaspar; Abt von Weingarten
Atzenweiler : Grünkraut RV
Atzenweiler : Grünkraut RV; Einwohner
Wasserburg (Bodensee) LI; Einwohner
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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