Wolter von Keylar und Gerit Koentken, die Kirchmeister zu Kevelaer, bekunden: Herzog Johann von Kleve, Graf von der Mark, hat auf Bitten der Kirchspielsleute von Kevelaer und Keylar erlaubt, dass die zwei Kapellen von Kevelaer und Keylar, die in das Kirchspiel Weeze gehörten, von der Kirche von Weeze gemäß Auftrag des Erzbischofs von Köln getrennt werden und Kevelaer zur Kirchspielskirche erhoben wird und Keylar dazugehört. Der Hof zu Hüdderath (Hudderay) gehört zur Kirche St. Antonius in Kevelaer und ist leibgewinnsrührig teils von der Kirche zu Xanten, in die Thesaurarie gehörig, teils von Henrich von Honselaer. Der Hof zu Barll gehört der Kapelle St. Hupert zu Keylar und ist leibgewinnsrührig vom Herzog von Kleve. Diese zwei Höfe soll der neue Pastor von Kevelaer als Kompetenz haben. Die Kirchmeister von Kevelaer geloben nun im Einvernehmen mit dem gemeinen Kirchspiel, dass sie von diesen Höfen dem Pastor von Kevelaer oder seinem Kapellan jährlich am Martinstag [11. November] oder bis Weihnachten eine Pacht von 40 Malter Roggen geldrischen Maßes zahlen werden; die Pacht ist mit geistlichem oder weltlichem Recht einklagbar. Weiter geloben sie, die Höfe allzeit, sooft erforderlich, zu gewinnen und auf Kirchspielskosten instand zu halten und für die 40 Malter Roggen auf Verlangen des Pastors weitere Sicherheit zu bieten nach Gutdünken des Herzogs, der Patron der Kirche von Kevelaer wie auch der von Weeze ist. - Sie kündigen ihr Kirchensiegel an. Sie haben Arnt von Pellant, den Richter, und die Schöffen von Wetten, unter welchem Schöffentum das Kirchspiel Kevelaer gelegen ist, um Mitbesiegelung gebeten. Diese bestätigen die Wahrheit des Vorstehenden und kündigen ihre Siegel an. Geg. 1472 die sancti Herasmi episcopi et martiris.