TSV 1863 Tauberbischofsheim e.V. (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Wertheim, K-V 16
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim (Archivtektonik) >> Kreisarchiv Main-Tauber-Kreis >> Vereine, Parteien und Körperschaften
1858-2015
Überlieferungsgeschichte
Bereits in den 1990er Jahren gab es erste Gespräche, die die Übernahme und Verwahrung von Unterlagen des TSV 1863 Tauberbischofsheim e.V. im Kreisarchiv des Main-Tauber-Kreises zum Ziel hatten. Eine Hinterlegung kam damals jedoch nicht zustande. Nach Abschluss der Festlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Vereins und der Erstellung einer Vereinschronik im Jahr 2013 ergriff Hela Julier, von 1946 bis 2004 Abteilungsleiterin Turnen, die Initiative und nahm 2015 erneut Kontakt mit dem Kreisarchiv auf. Die ältesten Unterlagen des Vereins sowie die zahlreich vorhandenen Urkunden, Festbänder und Wimpel sollten nicht mehr im Vereinsheim bei der Turnhalle am Wört sondern an einem geschützten Ort verwahrt werden. So kam es zum Abschluss eines Depositalvertrags um die Jahreswende 2015/2016 und der Hinterlegung von Vereinsunterlagen im Kreisarchiv in Bronnbach.
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält die ältesten Vereinsprotokolle seit Gründung des Turnvereins im Jahr 1863, Riegenbücher (Anwesenheitslisten bei Turnabenden), Urkunden für erfolgreiche Sportler und Teilnehmer an Turnfesten und Turnveranstaltungen sowie eine große Anzahl Fahnenbänder und Wimpel, die bei Sportveranstaltungen verliehen wurden. Auch einige Fotos aus der Anfangszeit des Turnvereins bereichern den Bestand. Von der seit 1884 bestehenden Gesangsabteilung des TSV stammen Liederbücher und Liedtexte, dazu sind Textbücher unterhaltsamer Theaterstücke erhalten, die von Vereinsmitgliedern aufgeführt wurden. Die Überlieferung der anderen Sparten des Vereins befindet sich nach wie vor bei den jeweiligen Abteilungen und deren Verantwortlichen.
Zur Geschichte des Vereins: Der Turnverein Tauberbischofsheim, der Vorläufer des heutigen TSV 1863 Tauberbischofsheim e.V., wurde am 20. August 1863 von 17 Tauberbischofsheimer Männern gegründet. Als Vereinssatzung nahm man die Regeln des Oberrheinischen Turnerbundes an, dem man als 37. Mitglied beitrat. Die erste Turnstunde fand am 29. August 1863 statt. Als Turnplatz diente der Übungsplatz des Gymnasiums am ehemaligen Franziskanerkloster. Während der Wintermonate konnten Räume des Gymnasiums für die Turnstunden genutzt werden. 1881 wurde eine neue Turnhalle in der Schmiederstraße im Bereich des ehemaligen Stadtgrabens errichtet, die bis zum Neubau der Turn- und Festhalle im Jahr 1955 genutzt wurde. Waren in den ersten Jahrzehnten des Vereinsbestehens nur Männer und Jungen aktiv, wurde 1905 eine Damenriege gegründet und somit auch Frauen und Mädchen die Möglichkeit zu sportlicher Betätigung geboten. Der Turnverein war, wie der Name schon sagt, vor allem dem Turn- und Laufsport verbunden. Daneben gab es aber sehr bald ein reges Vereinsleben, das mit Liedern der Gesangsriege und Theateraufführungen auch das kulturelle Leben der Stadt bereicherte. Weitere Sportarten kamen im Laufe der Jahrzehnte hinzu. So werden eine Radfahrerriege (1897) und eine Fußballriege (1910) sowie "volkstümliches Turnen" (= Leichtathletik) in den Protokollen erwähnt. Insbesondere die Fußballer nutzten den 1922 neu erbauten städtischen Sportplatz. 1921 hatte sich aus fußballbegeisterten Mitgliedern des Turnvereins und des Musikvereins ein neuer Verein gebildet, der "Freie Sportverein". Mit diesem Sportverein schloss sich der Turnverein am 1. April 1939 unter dem neuen Namen Turn- und Sportverein 1863 zusammen. 2013, im 150. Jubiläumsjahr des TSV, hatte der Verein insgesamt elf Abteilungen: Turnen (seit 1863), Fußball (1921), Tennis (1927), Handball (1957), Basketball (1958), Judo (1966), Tischtennis (1967), Volleyball (1988), Badminton (1988), Rock`n`Roll (1993) und Karate (2001). Der Erste und Zweite Weltkrieg hatten Unterbrechungen der sportlichen Vereinsaktivitäten mit sich gebracht, viele Vereinsmitglieder waren an den Kriegsfronten gefallen. Am 5. Februar 1919 bzw. am 1. Januar 1946 konnte jedoch der Sportbetrieb jeweils wieder aufgenommen werden.
Zur Bearbeitung des Bestands: Bereits in den 1990er Jahren gab es erste Gespräche, die die Übernahme und Verwahrung von Unterlagen des TSV 1863 Tauberbischofsheim e.V. im Kreisarchiv des Main-Tauber-Kreises zum Ziel hatten. Eine Hinterlegung kam damals jedoch nicht zustande. Nach Abschluss der Festlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Vereins und der Erstellung einer Vereinschronik im Jahr 2013 ergriff Hela Julier, von 1946 bis 2004 Abteilungsleiterin Turnen und seitdem Ehrenmitglied des TSV, die Initiative und nahm 2015 erneut Kontakt mit dem Kreisarchiv auf. Die ältesten Unterlagen des Vereins sowie die zahlreich vorhandenen Urkunden, Fahnenbänder und Wimpel sollten nicht mehr im Vereinsheim der Turnabteilung bei der Turnhalle am Wört, sondern an einem geschützten Ort verwahrt werden. So kam es zum Abschluss eines Depositalvertrags um die Jahreswende 2015/2016 und zur Hinterlegung von Vereinsunterlagen im Archiv des Main-Tauber-Kreises in Bronnbach. Übernommen wurden dabei nicht nur die für ein Archiv typischen Schriftdokumente wie Protokollbände, Urkunden und Fotos, sondern auch die zahlreich vorhandenen textilen Fahnenbänder und Wimpel. Das bisher bestehende Vereinsarchiv sollte nicht auseinandergerissen werden. Im Januar 2016 wurden die Archivalien von Unterzeichneter verzeichnet und in konservatorisch geeignete Behältnisse verpackt. Der Bestand enthält die Überlieferung des Turnvereins bzw. der Turnabteilung. Die Unterlagen der weiteren Abteilungen des TSV 1863 Tauberbischofsheim werden derzeit von den jeweiligen Abteilungen und ihren Verantwortlichen verwahrt und betreut. Die jetzt unter der Signatur StAWt-K V 16 Nr. 1-6 erfassten Protokolle und Korrespondenzen sind vor einigen Jahren vom Institut für Sportgeschichte Baden-Württemberg e.V. in Maulbronn mikroverfilmt worden. Bereits im April 2016 wurden weitere Fotos, Akten, Liederbücher und die Vereinsfahne von 1865 als Nachtrag zum Bestand übergeben. Wertheim-Bronnbach, im Mai 2016 Claudia Wieland
Bereits in den 1990er Jahren gab es erste Gespräche, die die Übernahme und Verwahrung von Unterlagen des TSV 1863 Tauberbischofsheim e.V. im Kreisarchiv des Main-Tauber-Kreises zum Ziel hatten. Eine Hinterlegung kam damals jedoch nicht zustande. Nach Abschluss der Festlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Vereins und der Erstellung einer Vereinschronik im Jahr 2013 ergriff Hela Julier, von 1946 bis 2004 Abteilungsleiterin Turnen, die Initiative und nahm 2015 erneut Kontakt mit dem Kreisarchiv auf. Die ältesten Unterlagen des Vereins sowie die zahlreich vorhandenen Urkunden, Festbänder und Wimpel sollten nicht mehr im Vereinsheim bei der Turnhalle am Wört sondern an einem geschützten Ort verwahrt werden. So kam es zum Abschluss eines Depositalvertrags um die Jahreswende 2015/2016 und der Hinterlegung von Vereinsunterlagen im Kreisarchiv in Bronnbach.
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält die ältesten Vereinsprotokolle seit Gründung des Turnvereins im Jahr 1863, Riegenbücher (Anwesenheitslisten bei Turnabenden), Urkunden für erfolgreiche Sportler und Teilnehmer an Turnfesten und Turnveranstaltungen sowie eine große Anzahl Fahnenbänder und Wimpel, die bei Sportveranstaltungen verliehen wurden. Auch einige Fotos aus der Anfangszeit des Turnvereins bereichern den Bestand. Von der seit 1884 bestehenden Gesangsabteilung des TSV stammen Liederbücher und Liedtexte, dazu sind Textbücher unterhaltsamer Theaterstücke erhalten, die von Vereinsmitgliedern aufgeführt wurden. Die Überlieferung der anderen Sparten des Vereins befindet sich nach wie vor bei den jeweiligen Abteilungen und deren Verantwortlichen.
Zur Geschichte des Vereins: Der Turnverein Tauberbischofsheim, der Vorläufer des heutigen TSV 1863 Tauberbischofsheim e.V., wurde am 20. August 1863 von 17 Tauberbischofsheimer Männern gegründet. Als Vereinssatzung nahm man die Regeln des Oberrheinischen Turnerbundes an, dem man als 37. Mitglied beitrat. Die erste Turnstunde fand am 29. August 1863 statt. Als Turnplatz diente der Übungsplatz des Gymnasiums am ehemaligen Franziskanerkloster. Während der Wintermonate konnten Räume des Gymnasiums für die Turnstunden genutzt werden. 1881 wurde eine neue Turnhalle in der Schmiederstraße im Bereich des ehemaligen Stadtgrabens errichtet, die bis zum Neubau der Turn- und Festhalle im Jahr 1955 genutzt wurde. Waren in den ersten Jahrzehnten des Vereinsbestehens nur Männer und Jungen aktiv, wurde 1905 eine Damenriege gegründet und somit auch Frauen und Mädchen die Möglichkeit zu sportlicher Betätigung geboten. Der Turnverein war, wie der Name schon sagt, vor allem dem Turn- und Laufsport verbunden. Daneben gab es aber sehr bald ein reges Vereinsleben, das mit Liedern der Gesangsriege und Theateraufführungen auch das kulturelle Leben der Stadt bereicherte. Weitere Sportarten kamen im Laufe der Jahrzehnte hinzu. So werden eine Radfahrerriege (1897) und eine Fußballriege (1910) sowie "volkstümliches Turnen" (= Leichtathletik) in den Protokollen erwähnt. Insbesondere die Fußballer nutzten den 1922 neu erbauten städtischen Sportplatz. 1921 hatte sich aus fußballbegeisterten Mitgliedern des Turnvereins und des Musikvereins ein neuer Verein gebildet, der "Freie Sportverein". Mit diesem Sportverein schloss sich der Turnverein am 1. April 1939 unter dem neuen Namen Turn- und Sportverein 1863 zusammen. 2013, im 150. Jubiläumsjahr des TSV, hatte der Verein insgesamt elf Abteilungen: Turnen (seit 1863), Fußball (1921), Tennis (1927), Handball (1957), Basketball (1958), Judo (1966), Tischtennis (1967), Volleyball (1988), Badminton (1988), Rock`n`Roll (1993) und Karate (2001). Der Erste und Zweite Weltkrieg hatten Unterbrechungen der sportlichen Vereinsaktivitäten mit sich gebracht, viele Vereinsmitglieder waren an den Kriegsfronten gefallen. Am 5. Februar 1919 bzw. am 1. Januar 1946 konnte jedoch der Sportbetrieb jeweils wieder aufgenommen werden.
Zur Bearbeitung des Bestands: Bereits in den 1990er Jahren gab es erste Gespräche, die die Übernahme und Verwahrung von Unterlagen des TSV 1863 Tauberbischofsheim e.V. im Kreisarchiv des Main-Tauber-Kreises zum Ziel hatten. Eine Hinterlegung kam damals jedoch nicht zustande. Nach Abschluss der Festlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Vereins und der Erstellung einer Vereinschronik im Jahr 2013 ergriff Hela Julier, von 1946 bis 2004 Abteilungsleiterin Turnen und seitdem Ehrenmitglied des TSV, die Initiative und nahm 2015 erneut Kontakt mit dem Kreisarchiv auf. Die ältesten Unterlagen des Vereins sowie die zahlreich vorhandenen Urkunden, Fahnenbänder und Wimpel sollten nicht mehr im Vereinsheim der Turnabteilung bei der Turnhalle am Wört, sondern an einem geschützten Ort verwahrt werden. So kam es zum Abschluss eines Depositalvertrags um die Jahreswende 2015/2016 und zur Hinterlegung von Vereinsunterlagen im Archiv des Main-Tauber-Kreises in Bronnbach. Übernommen wurden dabei nicht nur die für ein Archiv typischen Schriftdokumente wie Protokollbände, Urkunden und Fotos, sondern auch die zahlreich vorhandenen textilen Fahnenbänder und Wimpel. Das bisher bestehende Vereinsarchiv sollte nicht auseinandergerissen werden. Im Januar 2016 wurden die Archivalien von Unterzeichneter verzeichnet und in konservatorisch geeignete Behältnisse verpackt. Der Bestand enthält die Überlieferung des Turnvereins bzw. der Turnabteilung. Die Unterlagen der weiteren Abteilungen des TSV 1863 Tauberbischofsheim werden derzeit von den jeweiligen Abteilungen und ihren Verantwortlichen verwahrt und betreut. Die jetzt unter der Signatur StAWt-K V 16 Nr. 1-6 erfassten Protokolle und Korrespondenzen sind vor einigen Jahren vom Institut für Sportgeschichte Baden-Württemberg e.V. in Maulbronn mikroverfilmt worden. Bereits im April 2016 wurden weitere Fotos, Akten, Liederbücher und die Vereinsfahne von 1865 als Nachtrag zum Bestand übergeben. Wertheim-Bronnbach, im Mai 2016 Claudia Wieland
Bestand
Turn- und Sportverein 1863 Tauberbischofsheim e.V., 150 Jahre TSV Tauberbischofsheim : 1863-2013: Eine Chronik, Tauberbischofsheim 2013; Turn- und Sportverein 1863 Tauberbischofsheim e.V., 125 Jahre TSV 1863 Tauberbischofsheim e.V., Tauberbischofsheim 1988
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:40 MEZ