Reichskammer der Bildenden Künste Landesleitung Stuttgart (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, K 746
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Reichs-/Bundesbehörden und Reichs-/Bundesorganisationen >> Geschäftsbereich Reichsministerium für Propaganda und Volksaufklärung
1933-1941 (Vorakten ab 1929)
Vorbemerkung: Die Reichskammer der bildenden Künste war eine von sieben Institutionen der Reichskulturkammer, die durch Gesetz vom 22. September 1933 gegründet wurde. Die Reichskammer unterstand dem Reichsministerium für Propaganda und Volksaufklärung. Ihr Ziel war die Kontrolle und Lenkung des gesamten kulturellen Lebens im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie. Es bestand Zwangsmitgliedschaft aller Berufstätigen im kulturellen Bereich. Voraussetzung für die Mitgliedschaft war die deutsche Staatsangehörigkeit und arische Abstammung. Anfang 1934 ging von einigen Mitgliedern der Versuch einer Spaltung der Reichskammer aus, die jedoch keinen Erfolg hatte. Der Reichskammer der bildenden Künste waren für die einzelnen Gebiete Landesleiter nachgeordnet. Leiter der Landesstelle Württemberg-Hohenzollern waren von 1933-1938 Prof. Waldschmidt und von 1938-1944 Dr. Ing. Ernst Schwaderer (gest. 03.04.1944). Die Landesleitung hatte ihren Sitz in Stuttgart, Neckarstr. 2. Da es keinen Aktenplan gab, wurde die Registratur der Reichskammer im allgemeinen nach dem Korrespondentenprinzip geführt. Doch konnte es in einzelnen Aufgabenbereichen auch zur Sachaktenbildung kommen. Inwieweit das Schriftgut Verluste erlitt und auf welchem Wege es wohl gegen Kriegsende an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart gelangte, lässt sich nicht mehr ermitteln. Von dort wurde der Bestand zusammen mit der Überlieferung der Reichsmusikkammer im Dezember 1964 an das Staatsarchiv Ludwigsburg abgegeben. 1987/88 wurde das Material von der Zeitangestellten Anja Warsow verzeichnet und geordnet unter Anleitung von Oberarchivrat Dr. Günter Cordes, der auch die Abschlussarbeiten durchführte. Die computergestützte Reinschrift besorgte Frau Hildegard Aufderklamm. Das Schwergewicht des Bestandes, der nunmehr 176 Büschel umfasst, liegt bei den Akten über Wettbewerbe, die von Städten, Firmen oder der Reichskammer selbst ausgeschrieben wurden. Weitere Schwerpunkte bilden die Unterlagen über Ausstellungen sowie Personalangelegenheiten. Ludwigsburg, August 1988 Cordes
Nachtrag: Im Jahr 2018 wurden die Aktentitel zur Auktionsaufsicht (Gliederungspunkt 2.2.3) von Dr. Carl-Jochen Müller im Rahmen des Projekts "Themenorientierte Erschließung von Quellen zur Provenienzforschung in Nordwürttemberg", in dem eine systematische Prüfung auf Hinweise des NS-verfolgungsbedingten Entzugs von Kunst- und Kulturgut erfolgte, durch detaillierte Enthält-Vermerke ergänzt. In diesem Zuge erfolgte auch eine Aufteilung der bis dato jahrgangsweise zusammengefassten Akten nach einzelnen Versteigerungen, verbunden mit Umsignierungen (alt Bü 172-176/neu Bü 172-199; siehe Konkordanz).
Nachtrag: Im Jahr 2018 wurden die Aktentitel zur Auktionsaufsicht (Gliederungspunkt 2.2.3) von Dr. Carl-Jochen Müller im Rahmen des Projekts "Themenorientierte Erschließung von Quellen zur Provenienzforschung in Nordwürttemberg", in dem eine systematische Prüfung auf Hinweise des NS-verfolgungsbedingten Entzugs von Kunst- und Kulturgut erfolgte, durch detaillierte Enthält-Vermerke ergänzt. In diesem Zuge erfolgte auch eine Aufteilung der bis dato jahrgangsweise zusammengefassten Akten nach einzelnen Versteigerungen, verbunden mit Umsignierungen (alt Bü 172-176/neu Bü 172-199; siehe Konkordanz).
199 Büschel (4,0 lfd. m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:40 MEZ