Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 12. Feb. 1715, die die Witwe von Mülheim für schuldig erklärte, einen Anteil an den Ritterdienstgeldern des Freiherrn von Hompesch mitzutragen. Von Hompesch trägt Hemmersbach - nach seiner Auffassung - vom Pfalzgrafen bei Rhein als Herzog von Jülich zu Lehen. Als dieser 1713 den doppelten Lehnsritt (d. h. 8 statt 4 Lehnsreiter) ausschrieb, glaubte er sich berechtigt, die Aufwendungen für diesen Lehnsdienst auf seine Aftervasallen umlegen zu können. Die Witwe von Mülheim besitzt vom Freiherrn von Hompesch 24 Malter Korn aus dem Herbertshof/Harpertshof/Horpesch-hof in Boisdorf (Kr. Bergheim) zu Lehen. Als sie die Zahlung der Ritterdienstgelder verweigerte, weil ihr Lehen von allen Lasten frei sei und sie noch nie - auch nicht an von Hompeschs Schwiegervater Freiherrn von Vercken - solche Abgaben entrichtet habe, verklagte Freiherr von Hompesch sie vor der 1. Instanz und ließ durch seinen Vogt 2 Pferde pfänden. Die nunmehrige Appellantin berief sich trotz ihres laufenden RKG- Verfahrens gegen den Freiherrn von Hompesch auch an das Lehnsgericht („pares curiae“) zu Moers, da Hemmersbach kein jül., sondern ein moersisches Lehen sei. Sie erhielt dort am 3. Aug. 1723 einen Freispruch von den Lehnsrittergeldern. Das RKG ordnete in mehren Mandaten die Rückerstattung der gepfändeten Pferde an.
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Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 12. Feb. 1715, die die Witwe von Mülheim für schuldig erklärte, einen Anteil an den Ritterdienstgeldern des Freiherrn von Hompesch mitzutragen. Von Hompesch trägt Hemmersbach - nach seiner Auffassung - vom Pfalzgrafen bei Rhein als Herzog von Jülich zu Lehen. Als dieser 1713 den doppelten Lehnsritt (d. h. 8 statt 4 Lehnsreiter) ausschrieb, glaubte er sich berechtigt, die Aufwendungen für diesen Lehnsdienst auf seine Aftervasallen umlegen zu können. Die Witwe von Mülheim besitzt vom Freiherrn von Hompesch 24 Malter Korn aus dem Herbertshof/Harpertshof/Horpesch-hof in Boisdorf (Kr. Bergheim) zu Lehen. Als sie die Zahlung der Ritterdienstgelder verweigerte, weil ihr Lehen von allen Lasten frei sei und sie noch nie - auch nicht an von Hompeschs Schwiegervater Freiherrn von Vercken - solche Abgaben entrichtet habe, verklagte Freiherr von Hompesch sie vor der 1. Instanz und ließ durch seinen Vogt 2 Pferde pfänden. Die nunmehrige Appellantin berief sich trotz ihres laufenden RKG- Verfahrens gegen den Freiherrn von Hompesch auch an das Lehnsgericht („pares curiae“) zu Moers, da Hemmersbach kein jül., sondern ein moersisches Lehen sei. Sie erhielt dort am 3. Aug. 1723 einen Freispruch von den Lehnsrittergeldern. Das RKG ordnete in mehren Mandaten die Rückerstattung der gepfändeten Pferde an.
AA 0627, 1127 - C 692/1524
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1715 - 1728 (1615 - 1728)
Enthaeltvermerke: Kläger: Dominikanerpatres in Köln und Konsorten: M. C. von Mylius, Witwe des Kölner Bürgermeisters von Mülheim, seit 1727 Johann Balthasar Joseph von Mülheim, (Bekl.: Witwe von Mülheim) Beklagter: Freiherr, später Graf J. A. (?) von Hompesch zu Hemmersbach (Kr. Bergheim), Generalwachtmeister bzw. Generalmajor, und dessen Vogt Kopp zu Frechen (Kr. Köln) als „iudex executionis“, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Lic. Wilhelm Heeser 1715 - Subst.: Dr. J(ohann) F(riedrich) Hofmann - Lic. Johann Wilhelm Heeser 1727 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Dietz Prokuratoren (Bekl.): Dr. Georg Andreas Geibel 1715 - Subst.: Lic. J(ohann) C(hristian) Wigandt Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorum revocatorio, restitutorio et cassatorio sine clausula Instanzen: 1. Kurpfälz. Regierung (Kanzler und Räte) bzw. jül.-berg. Geheimer Rat zu Düsseldorf (ca. 1713 - 1715) - 2. RKG 1715 - 1728 (1615 - 1728) Beweismittel: Urteil der Vorinstanz (Q 12). Lehnsrevers des Kaspar Gail betr. das von der Freifrau Maria Scheiffart von Merode zu Hemmersbach, Sindorf und Limburg empfangene Lehen von 24 Maltern Korn aus dem Herbertshof vom 19. Jan. 1615 (Q 19). Jül.-berg. Lehnsdienstausschreibung vom März 1727: Befehl zur Entsendung von Lehnsreitern zur Musterung am 28. März 1727 auf der sog. Geisten bei Pempelfort (Düsseldorf) oder Bezahlung des Lehngelds von 60 Rtlr. für 1 „wohl montierten und armierten Lehnsreiter“ (Q 30). Urteil des Lehnsgericht zu Moers vom 3. Aug. 1723 (Q 23). RKG-(Bei- )Urteile vom 9. Jan. und 11. Juni 1728 (Q 34, 42a). Beschreibung: 3 cm, 153 Bl., lose; Q 1 - 43, 1 Beilage prod. 10. Dez. 1728.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.05.2026, 9:15 AM CEST
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- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Archival holding)
- 1. Buchstabe C (Classification)