Andreas Richter und Frenel Fynder, Bürgermeister, sowie die Schöffen Wenzel Kolner, Hensl Ku<e>phl, Abuss Eckstein (Eksteyn), Henning von Chrotusice (Chrotowicz), Arnold Taner, Nikolaus Bleifuß (Pleyfus), Matthias Schmidt (Smyd), Jekl Tyrman und die anderen Schöffen der Stadt Cáslav bekennen, dass ihr Mitbürger Nikolaus (Niclas) Hossel auf dem Totenbett bei guter Vernunft ein Seelgerät in Höhe von vier Schock Prager Groschen (grosser Prager pfennig) jährlicher Zinse gestiftet hat, das seine Witwe Sophia, sein Schwiegersohn Jekl Tanner und seine Tochter Anna von einem Hof im Chrotental{1} geben sollen. Dieser Zins soll dem Priester gegeben werden, der Pfleger der Kapelle Unserer lieben Frauen auf dem Burgstadel [zu Cáslav] ist und auf dem Burgstadel wohnt. Dieser soll einen Kaplan einsetzen, der täglich eine Messe zum Seelenheil des Verstorbenen liest. Falls die Messe an acht Tagen hintereinander versäumt wird, sollen sechs Groschen (gros pfennig) von den genannten vier Schock abgezogen und an arme Leute verteilt werden. Außerdem sollen der Pfleger und der Kaplan zu den Quatembern (czu eyner iczlichen Quatuortempora) in näher bestimmter Weise Seelmessen mit Vigilien für den Verstorbenen und dessen Vorfahren (altvordern) begehen. Die Zinse für das Seelgerät werden jährlich am Georgs- und am Gallustag fällig. Für den Fall der Nichtzahlung darf der Hof, von dem der Zins zu zahlen ist, so weit gepfändet werden, dass aus dem Verkauf oder der Verpfändung des gepfändeten Gutes an Juden oder Christen der fehlende Zins erzielt werden kann. Die Inhaber des Hofes dürfen den Zins nach Einverständnis der Schöffen auf ein anderes Gut legen, das für dessen Zahlung ausreicht. Jekl Tanner wird auf Lebenszeit als Vormund über das Seelgerät eingesetzt und soll nach seinem Tod durch andere Freunde des Verstorbenen ersetzt werden. - Großes Siegel der Stadt Cáslav angekündigt. 1 Vielleicht Teilstück des Tales des Flusses Brslenka bei Chrotusice (n. Cáslav).