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Galhardus de Novaecclesia, Dompropst von Embrun (prepositus Ebredunensis), päpstlicher Kaplan und Auditor, lässt seinen Schreiber Johannes gen. Adler (Aquila), Kleriker der Diözese Trier (Treverensis diocesis), öffentlicher Notar päpstlicher und kaiserlicher Autorität, eine Entscheidung im Prozess des Abtes Witego und des Konvents des Zisterzienserklosters Altzella (Veteriscelle) gegen den Bischof Friedrich und das Domkapitel zu Merseburg wegen Störungen des Klosterbesitzes in Altranstädt (Ranstete), Groß- und Kleinglasau (Glasow Maiore et Minore), Miltitz (Milticz), Großlehna (Leyne) und Oetzsch (Euschitz) verkünden, und zwar dem Bischof von Meißen, dem Abt des Benediktinerklosters Chemnitz (Kempniczensis) in der Diözese Meißen, den Äbten der Klöster Pegau (Pigaviensis) und Goseck (Gosig) in den Diözesen Merseburg und Halberstadt sowie allen anderen Geistlichen der Diözesen Mainz, Trier, Köln, Meißen, Halberstadt, Naumburg und Merseburg und allen anderen, an die das Notariatsinstrument (publicum instrumentum) gelangt. Der bisherige Prozessverlauf, in dem Galhardus de Novaecclesia den früheren Auditor Guilelmus Galtheri, Doktor der Rechte und Dechant des Stifts St. Petri in Burlats in der Diözese Castres (Burlato Castrensis diocesis), nach dessen Tod abgelöst hat, wird ausführlich geschildert. Vier undatierte Verfügungen Papst Gregors XI. an den ersten Auditor in dieser Sache, Guilelmus Galtheri, werden im Wortlaut zitiert.{1} In der ersten davon wird der Auditor Guilelmus Galtheri mit der Prozessführung in der von Benedikt, Archidiakon von Saaz in der Diözese Prag (Zacensis in ecclesia Pragensis), eingebrachten Appellationssache des Klosters gegen den Bischof beauftragt. Die weiteren Verfügungen betreffen die Aufhebung von Kirchenstrafen gegen das Kloster Altzella und die Zitation auch des Merseburger Domkapitels in dieser Rechtssache. Prozessvertreter sind, teils zu unterschiedlichen Zeiten, die Magister Albert Gothgemach, Bertrand de Rivo und Johannes de Gudensberg seitens des Bischofs und des Domkapitels zu Merseburg sowie die Magister Lambert von Orsoy und Theodoricus de Puteo seitens des Klosters Altzella. Eine im Auftrag des Klosters Altzella eingebrachte undatierte Prozessschrift des Theodericus de Puteo, in der er die Aufhebung der vom Subkonservator des Bischofs von Merseburg, Dietrich von Goch, Kantor der Marienkirche zu Erfurt in der Diözese Mainz,{2} verkündeten Kirchenstrafen von Exkommunikation, Suspension und Interdikt fordert, wird wörtlich eingerückt. Die gegen das Kloster Altzella bzw. dessen mit ihrem jeweiligen Amt im Kloster näher bezeichneten Mönche Witego von Miltitz, Franziskus von Chemnitz, Nikolaus von Görlitz, Johann Reinhardtsgrimma, Johann Symonis von Dresden, Dietrich von Freiberg, Martin von Grimma, Nikolaus von Aue, Dietrich de Stricole, Michael von Lausick[?], Johann de Uberstorp, Konrad de Tronouwe, Dietrich und Johann von Freiberg (dominum Withegonem de Milticz abbatem, Franciscum de Kempnicz, priorem, Nicolaum de Gorlicz, subpriorem, Johannem Reynoldigrymme [sic], magistrum conversorum, Johannem Symonis de Dreszden, infirmarium, Theodericum de Friberch, seniorem, Martinum de Grimmis portenarius, Nicolaus de Aue camerarium, Theodericum de Stricole, cellerarium, Michaelem de Lusk, bursarium, Johannem de Uberstorp, hospitalium, Conradum de Tronouwe, cantorem, Theodericum, ministrum familiarum, Johannem de Friberch, poenitenciarum, monachos dicti monasterii Veteriscelle) verhängten Kirchenstrafen werden im Verlauf des Prozesses gegen Kaution (ad cautelam) aufgehoben. Stattdessen wird das Domkapitel zu Merseburg wegen dessen Ungehorsams in Form der Nichtbeachtung aller Zitationen in näher erläuterter Weise mit der Strafe der Suspension und schließlich der verschärften Suspension belegt, die nur gegen Schadenersatz an das Kloster für die ihm in dieser Sache entstandenen Ausgaben aufgehoben werden soll. - Siegel des Auditors und Notariatssignet des mit der Ausstellung der Urkunde beauftragten Notars angekündigt. 1 Die erste und die vierte Verfügung davon sind auch schon in der früheren Urkunde in dieser Sache von 1375 April 30 (Nr. 4121) enthalten. 2 Als dessen Vorgänger als Rechtsvertreter des Bischofs außerhalb der Römischen Kurie werden hier genannt: Der Domdechant zu Magdeburg und Domherr zu Merseburg (ohne Namensnennung) und dessen Subkonservator Johann, Thesaurar zu St. Nikolai in Merseburg (sonst nicht nachweisbar, wahrscheinlich Verwechslung mit Stift St. Nikolai in Magdeburg, vgl. Nr. 4021 und 4183).

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Sächsisches Staatsarchiv
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