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Oberpräsident der Provinz Hannover (Bestand)
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Enthält: Hoheit, Auswärtiges, Provinziallandtag, Staatsvermögen, Etat-, Kassen- u. Rechnungswesen, Steuern, Staatsbehörden, Beamte, Kommunalverwaltung, Polizei, Gesundheitswesen, Kunst u. Wissenschaft, Standesämter, Publikationen, Statistik, Kirchen, Stiftungen, Schenkungen, Wohlfahrt, Versicherungen, Sparkassen u. Banken, Schulen, Hochschulen, Unterstützungen, Bauwesen, Eisenbahn, Post, Telegrafie, Schifffahrt, Landwirtschaft, Höferecht u.a.
Geschichte des Bestandsbildners: Am 17. September 1867 übernahm der erste Oberpräsident der preußischen Provinz Hannover von dem amtierenden Generalgouverneur die Befugnisse der Ziviladministration samt dem Büro des Zivilkommissars (Bestand Hann. 116) und den ehemals hannoverschen Ministerien des Innern, der Finanzen und des Kultus, die diesem als Departements unterstellt waren (vgl. Bestände Hann. 33c und 113; 1943 vernichtet: Hann. 33a, 104, 104 und 115). Da der Oberpräsident vereinzelt Akten des Generalgouvernements fortführte, setzte seine Registratur mit dem Jahr 1866 ein. Seine erste Aufgabe bestand darin, sein Büro so weit auszubauen, dass diese älteren Behörden aufgelöst werden konnten. Am 22. September 1867 wurde das Geschäftstagebuch eingerichtet, dessen Nummern durch die vorgesetzten Buchstaben "O. P.“ von den Tagebuchnummern der Departements unterschieden wurden. Neue Provinzialbehörden wurden errichtet für die nicht auf die Berliner Ministerien übergeleiteten Geschäfte. Anschließend wurden das Kultusdepartement und das Departement des Innern zum 1. Juli 1868 aufgehoben und ihre Geschäftstagebücher geschlossen; nur noch ausnahmsweise durften neue Vorgänge zu den Akten genommen werden. Dagegen bestand die Abteilung der Finanzen, da die Gründung der neuen Provinzialfinanzbehörde sich unerwartet lange hinzog, noch bis 1869 und wurde dann in die durch Allerhöchsten Erlass vom 5. April 1869 eingerichtete Finanzdirektion überführt, die auch die Akten übernahm (Bestand Hann. 79).
Nach Aufhebung der Departements verkehrten alle Provinzialbehörden und die Landdrosteien direkt mit den zuständigen Berliner Ministerien, jedoch durch Vermittlung des Oberpräsidenten, der nötigenfalls die Berichte mit Bemerkungen und die Erlasse mit näheren Weisungen zu versehen hatte, um die Einheit der Verwaltung sicherzustellen. Die Einführung der preußischen Verwaltungsgesetzgebung im Gebiet der Provinz Hannover zum 1. April 1885 sowie die staatlichen Veränderungen von 1918 und 1933 haben die Existenz des Oberpräsidiums nicht berührt. Jedoch führten Gesetze vom 26. Januar 1937, 1. November 1939 und 1. August 1941 zu Verschiebungen der Provinzialgrenzen mit Hamburg, Bremen und Braunschweig. Außerdem hat die wachsende Macht der Gauleiter der NSDAP vor allem während des Zweiten Weltkrieges die Befugnisse des Oberpräsidenten erheblich ausgehöhlt. Sein formelles Ende fand das Oberpräsidium durch die Verordnung Nr. 46 der britischen Militärregierung vom 23. August 1946, durch welche die preußischen Provinzen in der britischen Zone aufgelöst und an ihrer Stelle Länder gebildet wurden. In der Folge sind aus den Büros des Oberpräsidiums die Staatskanzlei und die Ministerien des Landes Niedersachsen hervorgegangen.
Geschichte des Bestandsbildners: Die Oberpräsidenten der Provinz Hannover:
1867-1873 Otto Graf zu Stolberg-Wernigerode
1873-1878 Dr. Botho Graf zu Eulenburg
1878-1888 Hilmar von Leipziger
1888-1897 Dr. Rudolf von Bennigsen
1898-1902 Konstantin Graf zu Stolberg-Wernigerode
1902-1914 Dr. Richard (von) Wentzel
1914-1917 Dr. Ludwig von Windheim
1917-1920 Dr. Ernst von Richter
1920-1933 Gustav Noske
1933-1941 Viktor Lutze, Stabschef der SA
1941-1945 Hartmann Lauterbacher, NSDAP-Gauleiter Süd-Hannover-Braunschweig
1944-1945 Paul Wegener (nur Gau Weser-Ems)
Bestandsgeschichte: Akten des Oberpräsidiums sind bereits vor dem Zweiten Weltkrieg in einzelnen Abgaben in das Staatsarchiv Hannover gelangt. Eine Ablieferung betr. Sparkassen und Banken ist hier 1943 verbrannt. Seit der Neuordnung des Bestandes im Jahr 1950 bis in die 1960er Jahre sind von den niedersächsischen Ministerien als Kompetenznachfolgern die weiteren Abgaben erfolgt. 1997 ist das von Dr. Christoph Gieschen bearbeitete Findbuch im Druck erschienen (siehe Literatur).
An Stelle einer ausführlicheren Bestandsgeschichte folgen hier derzeit nur Hinweise auf fehlende Akten:
Akten betr. die Tierärztliche Hochschule in Hannover sind bis auf eine Ausnahme nicht in das Staatsarchiv gelangt. (Nr. 5382a)
Akten betr. den Provinziallandtag (bis 1888) und ständische Einrichtungen aus der älteren Registratur siehe Obergruppe 3
Die meisten Akten der Sachgruppen 30.03., 30.09., 33.01., 33.02., 33.06., 33.07., 33.08., 33.12., 33.14. sind bis auf einige Ausnahmen 1942 vom OP an das Landeswirtschaftsamt abgegeben und vermutlich dort vernichtet worden
Sämtliche Akten der Sachgruppe 33.05. sind bis auf den nachstehenden Aktenband 1942 vom OP an das Landeswirtschaftsamt abgegeben und vermutlich dort vernichtet worden
Die meisten Akten der Sachgruppe 08.23., 08.28. sind vernichtet
Zwei Akten der Sachgruppe 33.10. sind 1942 vom OP an das Landeswirtschaftsamt abgegeben und vermutlich dort vernichtet worden.
Weitere Akten die nicht in das Staatsarchiv gelangt sind oder 1943 verbrannt sind:
- Großteil der Sachgruppe 33.05.
- Spezialakten betr. Sparkassen in den einzelnen Regierungsbezirken
- Generalakten betr. Städte, Allgemeines
- Großteil der Generalakten und die Spezialakten betr. Landgemeinden, Allgemeines
- Generalakten sowie der größte Teil der Spezialakten betr. Landesmeliorationen und Deichwesen
Bestandsgeschichte: Allgemeines
- Großteil der Generalakten sowie zahlreiche Spezialakten der Sachgruppe 11.03.01.
- Spezialakten betr. Heil- und Pflegeanstalten sowie Taubstummenanstalten und Hebammenlehranstalten
- Spezialakten der Sachgruppe 11.02.02. und 12.03.
- Zahlreiche Akten betr. Landgemeinden in den einzelnen Regierungsbezirken sowie die Akten betr. Landgemeindesachen vor Einführung der Kreisordnung in der Provinz Hannover
- Zahlreiche Akten betr. Staatsangehörigkeit und Auswanderung
- Zahlreiche Akten betr. Städte in den einzelnen Regierungsbezirken
- Zahlreiche Spezialakten der Sachgruppe 25.12.
Die Generalakten sowie zahlreiche Spezialakten der Sachgruppe "Versammlungen und Vereine" (11.03.03) sind nicht in das Staatsarchiv gelangt. Zur Orientierung seien folgende Stichworte aus den Titeln der fehlenden Akten mitgeteilt: Kriegervereine; welfische Vereine; Niedersächsischer Bauern-, Arbeiter- und Bürgerbund; Arbeiterbewegung, insbesondere Verband der Eisenbahner; politische Parteibestrebungen; die politischen Parteien in der Provinz Hannover; Sozialdemokratische Partei in der Provinz Hannover; Konservative Vereinigung der Provinz Hannover; Bund der Landwirte; Zweigvereine des Evangelischen Bundes; Arbeiter- usw. Vereine (Gewerkschaften) konfessionellen Charakters; Heimatbund Niedersachsen und Verein für Niedersächsisches Volkstum; Deutsche Mittelstandsvereinigung zu Hannover; die Mittelstandsbewegung überhaupt; Freie Mittelstandseinigung in Hannover; Verein der Mecklenburger in Hannover; Volksverein für das katholische Deutschland; Verein der nationalliberalen Jugend in Hannover; Lutherischer Verein für Hannover-Linden und Umgebung; Goethe- Bund; Bund vaterländischer Arbeitervereine; Zentrumswahlverein für Hannover und Umgebung; Windthorstbund in Hildesheim; Zentrumspartei in der Provinz Hannover; Nordwestdeutscher Handwerkerbund. - Die Akten der Untergruppen "Welfenpartei" und "Sozialdemokraten und Anarchisten" fehlen sämtlich
Findmittel: EDV-Findbuch (2018)
Bearbeiter: Dr. Ernst Pitz (1968)
Bearbeiter: Dr. Christoph Gieschen (1997)
Bearbeiter: Dr. Nicolas Rügge (2020)
202,60
Bestand
Literatur: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe A Bd. 10: Hannover, bearb. von Iselin Gundermann und Walther Hubatsch, Marburg 1981
Literatur: Das Findbuch auf dem Stand von 1997 liegt als Veröffentlichung in der Schriftenreihe des Niedersächsischen Landesarchivs - Hauptstaatsarchiv Hannover vor: Christoph Gieschen, Findbuch zum Bestand Hann. 122a: Der Oberpräsident der Provinz Hannover (1824-) 1830-1955, Hannover: Verlag Hahnsche Buchhandlung 1997
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.