Testament der Catharina von Goistorf. Vor Heinrich Wirdt und Thiel Kroich, Schöffen des Gerichts Hochkirchen (Houkyrchen), und dem Notar Johann von Oell aus Roermond, Kleriker der Diözese Lüttich, macht Cathrina von Goistorf, Witwe des Johann Harue von Middeldorf, bettlägerig, alt und gelähmt, jedoch ihres Verstandes mächtig, ihr Testament: 1. Sie möchte in Wissersheim (Wisterßhem) im Grab ihrer Mutter bestattet werden. Zur Zeit ihres Begräbnisses sollen 20 Priester die Messe lesen, und wenn diese 20 Priester nicht in Wissersheim aufzutreiben sind, sollen sie sie an anderen Orten lesen. Jeder Priester erhält dafür 4 Albus und Beköstigung. Ihr Leichenbegängnis (begengknis) sollen möglichst bald 24 Priester halten. Jeder erhält als Präsenz 4 Albus [und Beköstigung]. Am Tag ihres Leichenbegängnisses sollen 3 Malter Weizen und 6 Malter Roggen gebacken den Armen gespendet werden, und jeder Arme soll dann einen Raderschilling erhalten. Diese sind darzureichen von einem silbernen vergoldeten Tablett (tampelet), das 8 Lot wiegt, soweit der Vorrat reicht. An dem auf das Leichenbegängnis folgenden Tag sollen 12 Priester in der Kirche von Wissersheim Messe und Kommendation halten und jeder soll 4 Albus und die Kost bekommen. Darüberhinaus sollen 12 "Monstunden" für Catharina von je 4 Priestern gehalten werden, von denen jeder 4 Albus, aber keine Kost erhält. Ihr Jahrgedächtnis sollen 16 Priester halten, die je 4 Albus und die Kost bekommen. Bei ihrem Begräbnis sollen keine "tortissen" und Wappen verwendet werden, sondern nur 4 Wachskerzen, jede 2 Pfund schwer, und einige "spintlichter". Auf ihrem Grab soll gleich nach ihrer Beerdigung ein schwarzes, wollenes Tuch von 4 Ellen Länge liegen, und nach einem Jahr soll es dem armen Thiel von Wissersheim oder seiner Frau, die auch ein Malter Korn erhalten, gegeben werden. - 2. Catharina setzt aus: dem Erzbischof und Kurfürsten von Köln 1 Turnosen, für den Bau des Kölner Doms 1 Turnosen, für den Bau der Kirche zu Wissersheim 1 Rosennobel und 1 Doppeldukaten. - 3. Sie bestätigt die in einzelnen Punkten aufgeführte Schenkung vom 13. Februar 1539 vor den Schöffen von Hochkirchen an Godart Goer und Cathrin, seine Frau, ihre Nichte, Tochter des Reimar Luischen. - 4. Sie setzt Reimar Luischen und seiner Frau Ließgen die sechs Malter Korn weniger 1 Sumber aus, die sie jährlich aus Meternich von Freißhems hove zu Pingsheim, die sie von ihrer verstorbenen Schwester Margarethe geerbt hat, bekommt. Sie bekundet, dass sie ihnen 1000 Goldgulden schuldig ist und ihnen dafür ihr Haus und Ackerland zu Friesdorf verpfändet hat. - 5. Rutger, Sohn Reimars, erhält einmal 10 Malter Korn. - 6. Jenne, Reimars Tochter, erhält zwei Goldgulden und ein neues Bett mit allem Zubehör. - 7. Zilgen und Hilgen, Reimars Töchter, erhalten je 1 Goldgulden. - 8. Fritz Gram erhält 2 Malter Korn. - 9. Die vier Orden zu Köln erhalten je 1 Malter Korn. - 10. Die Observanten zu Düren erhalten 1 Malter Weizen und 1 Malter Korn. - 11. Tringen und Ellen erhalten je 1 Malter Korn. - 12. Der Trichter vam Raed erhält 1 Malter Korn. - 13. Jakob Halfe zu Troisdorf ist ihr noch 20 Malter Hafer schuldig. 10 Malter erlässt sie ihm. - 14. Johann von Halle ist ihr noch 50 Goldgulden weniger vier schuldig. 10 Goldgulden davon hat sie ihrer Patin, der Tochter des Johann von Halle, für einen neuen Rock ausgesetzt. - 15. Der Wissersheimer Kirche vermacht sie alle ihre seidenen Kleider, damit daraus Messgewänder hergestellt werden mit ihrem Wappen und der Aufschrift: "Bitt Gott vur jonckfraw Catharina von Goistorft". -16. Alles Übrige hat sie Godart Goer und Reimar Luisch zu gleichen Teilen vermacht. Allen anderen Verwandten und Freunden, die in dem Testament nicht bedacht sind, sollen sie je 1 Goldgulden geben. - Zu Testamentsvollstreckern ernennt sie Godart Goer, Reimar Luisch und Gele, Fronhalfe zu Wissersheim. Godart Goer und Reimar Luisch werden Gele dafür bezahlen. Der Kölner Offizial soll das Testament bestätigen. Zeugen: Herr Reimar Kuster, Pastor zu Wissersheim, und Hans Smith zu Wissersheim. Es siegeln Cathrina von Goistorf und die Schöffen von Hochkirchen. Unterschrift und Signet des Notars.

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
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