Holzinteressentenschaft Uesen-Werder-Tüchten (Bestand)
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NLA ST, Dep. 16
Nds. Landesarchiv, Abt. Stade (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Nichtstaatliche Bestände >> 2.5 Vereine, Verbände, Parteien, Clubs, Bruderschaften
1641 - 1907
Geschichte des Bestandsbildners: Die Holzinteressentenschaft Uesen-Werder-Tüchten ist nach Arend Mindermann vermutlich in einer Schenkung des Bremer Erzbischofs Giselbert an das Kloster Lilienthal über einen Hof in Tüchten zu ewigen Besitz mit allem Zubehör und Eigentumsrechten in Achim, Werder und Uesen, die in der Urkunde 'Echtwort' genannt werden, vom 7. Oktober 1287 erstmalig urkundlich nachweisbar. Echtwort meint in diesem Zusammenhang die den Markgenossen zukommenden Anteile an der Holzmark, also das Recht der daran beteiligten Grundherren und Bauern auf Holzeinschlag und vor allem Mastrechte. Die ältesten in den Akten vorkommenden Nachrichten resultieren aus den z. T. in Abschrift vorkommenden Verhandlungen des Holzgerichts aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert. Zur Holzinteressentenschaft sollen nach Korte 575 Morgen Holz, 1193 Morgen Heide und 1369 Morgen Moor gehört haben, die heute im Wesentlichen zu den Fluren des 'Uesener Waldes' und des 'Uesener Moores' in der Bassener Feldmark gehören. Die Holzinteressentenschaft wurde vertreten durch den 'Großen Holzgrefen', der zunächst meist von der schon im 13. Jahrhundert genannten Familie Clüver, später von den Achimer Amtmännern gestellt wurde. Er bildete zusammen mit den Grundherren das große Holzgericht. Daneben gabe es noch den 'Kleinen Holzgrefen', dessen Amt meist ein Bauer aus Uesen, der von Bauern aus Werder vorgeschlagen wurde, sein Stellvertreter wiederum ein Bauer aus Werder, der von Bauern aus Uesen benannt wurde. Insgesamt gab es 19 Höfe mit Nutzungsrechten an dem Wald, zwei Kötner aus Uesen, 9 Höfe aus Werder und einen Meierfof aus Tüchten, vermutlich nach Mindermann derjenige, der im 13. Jahrhundert vom Kloster Lilienthal gekauft wurde. Das Kloster war damit noch bis zur Säkularisation 1650 Grundherr des Hofes. Im späten 16. Jahrhundert kamen noch drei Kötner aus Uesen und einer aus Tüchten hinzu, die aber das Recht auf Holzeinschlag nicht mehr besassen, wohl aber auf die Schweinemast mit Einschränkungen. Diese Ungleichheiten führten zu einigen, gut dokumentierten Streitigkeiten in den Holzgerichtsprotokollen, über die Mindermann ausführlich in seinem Artikel referiert.
Stade, im Januar 2018
Dr. Thomas Bardelle
Bestandsgeschichte: Das Archiv der Holzinteressentenschaft Uesen-Werder-Tüchten ist dem Landesarchiv durch den letzten Holzgrefen der Interessenteschaft, Cord Mindermann aus Achim-Uesen, kurz vor deren Auflösung im Jahr 2002 dem Landesarchiv übergeben worden. Es bestand aus drei Aktenordnern mit einer Sammlung von älteren Rezessen, Verträgen, Holzungsprotokollen, Prozeßakten aus dem Zeitraum der Frühen Neuzeit bis in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts.
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Ja
Zusatzinformationen: leer
Stade, im Januar 2018
Dr. Thomas Bardelle
Bestandsgeschichte: Das Archiv der Holzinteressentenschaft Uesen-Werder-Tüchten ist dem Landesarchiv durch den letzten Holzgrefen der Interessenteschaft, Cord Mindermann aus Achim-Uesen, kurz vor deren Auflösung im Jahr 2002 dem Landesarchiv übergeben worden. Es bestand aus drei Aktenordnern mit einer Sammlung von älteren Rezessen, Verträgen, Holzungsprotokollen, Prozeßakten aus dem Zeitraum der Frühen Neuzeit bis in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts.
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Ja
Zusatzinformationen: leer
0,3
Bestand
Literatur: Arend Mindermann, Zu Frühgeschichte der Holzinteressentenschaft Uesen-Werder-Tüchten, in: Heimatkalender für den Landkreis Verden 2008, S. 97-108. Horst Korte, Uesens Vergangenheit im Überblick, in: Uesener Chronik 1287-1987, Achim 1987.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
16.06.2025, 12:45 PM CEST