Klage (vor dem Stadtrichter) des Jost van Mecheln zu Santfort ./. Heinrich von Asbeck, Gograf zur Meest. Kläger hat dem Jürgen von Asbeck, dem Bruder des Beklagten, eine Kornrente verkauft. Das geschah im Interesse des Beklagten; dieser erhielt nämlich die Kaufsumme (das Rentenkapital). Daher verpflichtete er sich dem Kläger gegenüber, das Korn zu liefern und ggf. die Kaufsumme zurückzuzahlen. Nach Behauptung des Klägers hat der Beklagte niemals seinem Bruder Korn geliefert. Der Bruder hat deshalb den Kläger verklagt und bei dessen Eigenhörigen gepfändet. Kläger verlangt nunmehr Schadensersatz.
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Klage (vor dem Stadtrichter) des Jost van Mecheln zu Santfort ./. Heinrich von Asbeck, Gograf zur Meest. Kläger hat dem Jürgen von Asbeck, dem Bruder des Beklagten, eine Kornrente verkauft. Das geschah im Interesse des Beklagten; dieser erhielt nämlich die Kaufsumme (das Rentenkapital). Daher verpflichtete er sich dem Kläger gegenüber, das Korn zu liefern und ggf. die Kaufsumme zurückzuzahlen. Nach Behauptung des Klägers hat der Beklagte niemals seinem Bruder Korn geliefert. Der Bruder hat deshalb den Kläger verklagt und bei dessen Eigenhörigen gepfändet. Kläger verlangt nunmehr Schadensersatz.
B-Acta jud, 96
B-Acta jud Acta Judicialia (Rechtsstreitigkeiten)
Acta Judicialia (Rechtsstreitigkeiten) >> 1501-1600
(1539, 1550) 1549-1559
Darin: Anlage 1 15.5. 1539 ( Montag nach Cantate) Jost van Mechelen zu Santfort und Frau Bilie verkaufen dem [Rentmeister] Jürgen van Asbeck u. Frau Margarete in Dülmen für 140 Goldgulden eine Rente von 6 ½ Molt Roggen Dülmener Maß aus ihren Gütern Wilbertz und Hageman im Kspl. Dülmen, Bsch. Dernekampe. Zeugen: Johan Machelman, Priester und Johan Mechelen, Bastert und Burggraf zu Santfort. Anlage 2 28.5. 1539 (Gudenstag nach Pfingsten) Hinrich van Asbecke zu Poetzler bei Lüdinghausen und Frau Wibbeke bekennen, dass der vorstehende Verkauf in ihrem Interesse geschehen ist, und verpflichten sich, die Rente und das Kapital zu zahlen. Die Urkunde ist geschrieben von Johan Machelman, Rektor der Kapelle zu Sandfort. Zeugen: Joachim Schenckinck, zu Rehede und Senden, Reinold Roddenborch, Wilhelm van Lintello, Richter zu Haltern, Diedrich Hunt, Bürger zu Haltern, Mathäus Tegeder zu Antorpe. Anlage 3 22.3.1539 (Saterdag nach Laetare) Vor Jochen van dem Hofe, Kommissar des Rotger Mertens, des Gografen in der Greinkule von Dülmen, verklagte Jürgen von Asbeck den Jost van Mecheln auf Lieferung der Roggenrente und erhält - nach Rechtweisung durch Gerdt Tyer - Pfandschein (Richtschein). Standgenossen: Hinrik Holscher, Johan Meisman, Herman Portener und Konrad Bokelman. Anlage 4 10.5. 1550 (Saterdag nach Cantate) Hinrich Holscher in Dülmen als Vertreter des Tilman Albertinck, Gograf in der Greinkule, vernimmt auf Antrag des Peter Buick als Bevollmächtigter des Jost van Mecheln dessen Eigenhörige Wilbordt und Hageman, ob Jürgen van Asbecke wegen seiner Forderung an Mecheln bei ihnen Pferde gepfändet hat. Ferner wird hierüber der Frohn Herman Wenneker vernommen, der mit seinen Söhnen Johan und Ewald die Pfändung vorgenommen hat. Gerichtsschreiber: Gerhard Tegeder, Notar. Erwähnt werden: M. Bernd Mersman; Gerhard Baggel; Hinrich Kuren; Hw. Johann von Asbeck, Bruder des Beklagten; Adolf von Bolswinge; Johan Reddeker; Bernd tor Steghe; Johan Fabri; die Notare Gerhard Lennep und Hubert Scheitwiler. Vor dem Richter Andreas Cleppinck in Dortmund vergleichen Heinrich Steinhaus, Johan Melman und Thonnies Barnsmidt als Vormünder der Stineke, Witwe Adrian Menneken mit a. Arnold Bockelman als Bevollmächtigter der Engele und Margarete Buschman, deren Mutter Henrika verstorben ist, b. Herman Buschman über den Nachlaß des Menneken.
Enthält: Der Beklagte behauptet, er habe seinen Bruder befriedigt und zwar dadurch, dass er seinem Pächter Hinrich Thyer (Tegeder) in Tetekum angewiesen habe, seine Pacht an den Bruder zu zahlen. In I. Instanz wird dem Angeklagten der Eid über seine Behauptung, die durch das Zeugnis des Tyer und durch Quittungen glaubhaft gemacht war, auferlegt. Der Kläger legt Berufung ein beim Ratsgericht, die Erfolg hat (1554). Der Prozess läuft weiter, Akten sind nicht vorhanden; aber durch ein Urteil des Stadtgerichts von 1559 wird eine Berufung des Beklagten zurückgewiesen.
Enthält: Der Beklagte behauptet, er habe seinen Bruder befriedigt und zwar dadurch, dass er seinem Pächter Hinrich Thyer (Tegeder) in Tetekum angewiesen habe, seine Pacht an den Bruder zu zahlen. In I. Instanz wird dem Angeklagten der Eid über seine Behauptung, die durch das Zeugnis des Tyer und durch Quittungen glaubhaft gemacht war, auferlegt. Der Kläger legt Berufung ein beim Ratsgericht, die Erfolg hat (1554). Der Prozess läuft weiter, Akten sind nicht vorhanden; aber durch ein Urteil des Stadtgerichts von 1559 wird eine Berufung des Beklagten zurückgewiesen.
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BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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09.01.2026, 11:28 AM CET