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Bildgutsammlung zu Dep. 103 (Bestand)
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Bestandsgeschichte: Dep. 103 XXII: Bildgutsammlung
Zu den großen privaten Bildarchiven mit historischem Material in Norddeutschland gehört auch die Bildgutsammlung des königlichen Hauses von Hannover. Die ältesten Stücke dieser Sammlung dürften außer einigen Stichen und Drucken die persönlichen Erinnerungsstücke, die Zeichnungen, Aquarelle und Bilder sein, die die Königin Marie von Hannover in den Jahren 1840 - 1850 sammelte.
Die ältesten Fotografien dieses Bestandes entstanden um 1860. Die Alben, die vor 1866 angelegt wurden, enthalten vorwiegend Bildnisse von Persönlichkeiten des Hofes, der Armee sowie Bilder von Diplomaten und Staatsmännern. Die Königin sammelte aber auch Porträts von Künstlern und Künstlerinnen. Viele dieser Bilder wurden aber nicht bei dem berühmten "ersten" Fotografen Hannovers, Hermann Günter, sondern bei dem weniger bekannten Hoffotografen Eugen Lülves aufgenommen. Unter diesen Aufnahmen verdient das Album mit den Bildnissen von 36 Professoren der Göttinger Universität erwähnt zu werden.
Die Katastrophe des Jahres 1866 und die anschließende Trennung der hannoverschen Königsfamilie vom Königreich Hannover blieb auch für die Zusammensetzung der Bildgutsammlung nicht ohne Folgen. Es entstand im Exil das Bedürfnis, die Anhänglichkeit der hannoverschen Bevölkerung an ihr Herrscherhaus durch Versand der Porträts der Königsfamilie zu stärken und diese Fotografien im publizistischen Bereich wirken zu lassen. So entstanden zahlreiche Aufnahmen, die das Leben der königlichen Familie von Hannover in Gmunden vorzüglich dokumentieren. Die fotografischen Platten von einem Teil dieser Aufnahmen erwarb der Herzog von Cumberland vom Fotografen Turek und dem Friseur Haslacher.
Im ehemaligen Königreich Hannover bewiesen große Teile des Volkes durch zahlreiche Sendungen von Alben, Ansichts- und Porträtsammlungen ihre Verbundenheit mit ihrer alten Herrscherfamilie. Unter
Bestandsgeschichte: diesen Einsendungen hebt sich die Albengruppe mit den Porträts der Welfenlegionäre heraus. Auch ein Album mit über 200 Bildnissen von Mitgliedern des Vereins hannoverscher Frauen muß erwähnt werden. Ebenfalls sei auf ein im Jahre 1878 angelegtes Album hingewiesen, das mehr als 140 Porträts von Zentrumabgeordneten des Reichstags und des preußischen Abgeordneten Hauses und auch Aufnahmen von welfischen Volksvertretern enthält. Diese geschenkten Alben, Bildmappen und Einzelaufnahmen ergänzten die seit 1880 rasch wachsende Bilddokumentation der Familie von Hannover. Unter diesen Fotografien erscheinen die zahlreichen "Amateuraufnahmen" der späteren Großherzogin Alexandra von Mecklenburg-Schwerin erwähnenswert. Naturgemäß verengte sich der Kreis der Personen, deren Porträts den Weg in die Gmundener Bildgutsammlung fanden, in den letzten Jahren vor 1900. In dieser Zeit bildete sich, begünstigt durch die Sammelpassion der Prinzessin Mary von Hannover, eine umfangreiche Sammlung von Porträts von Angehörigen der europäischen Herrscherfamilien, diese Kollektion umfaßt natürlich besonders die Bilder der Mitglieder der Häuser Habsburg und Sachsen-Corburg respektive Windsor.
Neben dieser allmählich wachsenden Bildgutkollektion wurden in der sogenannten "Porträtsammlung" die Bildnisse von Angehörigen der Familie von Hannover, vor Mitgliedern der deutschen Fürstenhäuser, der standesherrlichen Häuser und von Persönlichkeiten des niedern Adels und des "Bürgerstandes" - teilweise in der vom Gotha festgelegten Reihenfolge - in Mappen gesammelt.
Die Masse des Bildgutes besteht nicht nur aus Porträts, sondern auch aus Ansichten von Städten, Landschaften, Örtlichkeiten und Gebäuden. Die interessanteste Zusammenstellung von Örtlichkeitsaufnahmen enthält das inzwischen berühmte Wendlandalbum, das schon auf Ausstellungen bewundert werden konnte (Nr. 140). Eine Deputation von zehn
Bestandsgeschichte: Bauern aus dem Wendland hat es am 25.12.1866 der Königin Marie von Hannover überreicht. Der Sammelband enthält 41 Aufnahmen der Dörfer des Wendlandes. Reizvoll ist ein hübsches Burgenalbum von G. Kistenmacher aus Ostfriesland, auch die gelungenen Zeichnungen und Aquarelle, die das Album Nr. 199 enthält mit Ansichten von Norderney und des Gartens Monbrillant, sollen hier erwähnt werden. Die überwiegende Menge des Bildgutes besteht aus fotografischen Aufnahmen, es findet sich aber auch eine Fülle von Drucken, Ansichtspostkarten, Stichen und Zeichnungen. Ein Teil der Sammlung wurde in Gmunden im Turmzimmer des dritten Stockes des Bibliotheksgebäudes aufgestellt, die Alben versuchte man 1910 durch einen Index ausgewählter Persönlichkeiten benutzbar zu machen.
Daneben existieren als Findmittel nur noch einige Listen mit unvollständigen Übersichten über die Sammelbände der Bildgutsammlung.Nach 1905 wurde ein Verzeichnis der Bilder der Herzogin Thyra von Cumberland angelegt, die ihre Bilder in der "kleinen Bibliothek" aufbewahren ließ.
Verbunden mit der Bildgutsammlung ist eine Kollektion von Schriftstücken, die zur Lebensgeschichte einzelner Persönlichkeiten gesammelt wurden. Da Diese Schriftstückkomposition - ergänzt durch Erinnerungsstücke - im engen Zusammenhang mit der Bildgutsammlung entstanden ist, wurde diese Kollektion der Bildgutsammlung angegliedert.
Da es galt, den umfangreichen Bestand mit möglichst wenig Arbeit benutzbar zu machen, wurde im allgemeinen davon abgesehen, die Art, die Größe und den genauen Bildinhalt anzugeben. Hinweise auf ein Einzelbild wurden nur dann gegeben, wenn das Bild Menschen, Landschaften, Städte, Örtlichkeiten und Vorgänge aus und in dem Raum des heutigen Niedersachsens anschaulich festhält oder eine kostbare geschichtliche Quelle darstellt.
Die meisten Aufnahmen von Mitgliedern europäischer Herrscherhäuser wurden nur
Bestandsgeschichte: gruppenweise verzeichnet, auch auf Landschafts- und Ortsbilder, die außerhalb Niedersachsens entstanden, konnte nur summarisch hingewiesen werden. Aus diesen Gründen ist die Verzeichnung nur als vorläufig zu bezeichnen. Die Sammlung wurde im Winter 1975/1976 vom Unterzeichneten geordnet.
Hannover, den 29. Oktober 1977
gez. Dr. Schöningh
HINWEIS: Aus konservatorischen Gründen können die Archivalien aus Dep. 103 XXII bis auf weiteres nicht vorgelegt werden.
gez. S. Thalmann,
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.