Objektdetails
Link zum Objekt beim Datenlieferanten nicht verfügbar
Link zum Objekt beim Datenlieferanten nicht verfügbar

Pfarrarchiv Rengshausen (Bestand)

Verzeichnungsstufe:
Bestand
Bestandssignatur:
Landeskirchliches Archiv Kassel, E 1 Rengshausen v. O.
Kontext:
Landeskirchliches Archiv Kassel (Archivtektonik) >> Kirchengemeinden, Gesamtverbände >> Kirchspiele und Kirchengemeinden (Pfarrarchive)
Bestandsbeschreibung:
Bestandsbeschreibung: Vorwort
I. Bestandsbeschreibung und Benutzungshinweise
Das Pfarrarchiv Rengshausen lagert vor Ort im Kirchgebäude der Gemeinde. Es umfasst ca. 5,3 lfm Archivalien in 264 Verzeichnungseinheiten mit einer Gesamtlaufzeit von 1608 bis 1983. Der Überlieferungsschwerpunkt liegt vor allem auf dem 19. und 20. Jahrhundert.
Das Pfarrarchiv wurde im Winter 2009 unter Anleitung von Herrn Breidenbach und Herrn Gothe, durch die Pfarrerin Sabrina Elcik sowie weiteren freiwilligen Kräften begonnen, vor Ort zu verzeichnen. Nach einer langen Pause, wurde die Verzeichnung im August 2010 vor Ort fertiggestellt. Leider ergaben sich bei der späteren Kontrolle einige Mängel bei der Verzeichnung, weswegen der Bestand im September 2010 überprüft und bei den fälligen Nummern nachverzeichnet wurde. Bei den gesamten Verzeichnungsarbeiten wurden alle Akten entmetallisiert und bei Bedarf umgebunden oder in Archivmappen eingelegt und anschließend in 48 säurefreie Archivkartons verpackt. Die Klassifikation beruht auf einer ergänzten und erweiterten Form des "Aktenplans für die Kirchengemeinden der EKKW" (Stand 2007).
Das Findbuch ist mit AUGIAS - Archiv 8.1 erstellt worden. Für jede Akte sind Bestellnummer, Aktentitel, teilweise ergänzt durch Enthält-Vermerk, Laufzeit und Indexnummer angegeben. Die fortlaufenden Indexnummern verknüpfen die Begriffe von Orts-, Personen- und Sachindex mit den entsprechenden Archivalien.
Für die Benutzung des Pfarrarchivs muss das Archivgesetz der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beachtet, insbesondere auf den Personen- und Datenschutz hingewiesen werden.
Es ist zu zitieren: Pfarrarchiv (PA) Rengshausen, Nr. ….
Kassel, im Oktober 2010
(Bernd Breidenbach)
II. Geschichte der Kirchengemeinde Rengshausen
Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf Rengshausen 1003 als Teil des Wildbannbezirkes, den Kaiser Heinrich II. der Reichsabtei Hersfeld schenkte. Dieser Zustand dauerte rund vier Jahrhunderte an. Erst die Reformation und die damit verbundene Auflösung der Klöster in Hessen setzte ihm ein Ende. Bis ins 16. Jahrhundert hinein war der Abt von Hersfeld Patron der Kirchengemeinde Rengshausen, danach der Landgraf. Später fiel das Patronat in die Hände der von Berlepsch, einem niedersächsischen Adelsgeschlecht.
Im Jahre 1569 zählte man die Gemeinden Hausen, Lichtenhagen, Nausis, Ersrode und vermutlich auch Hainrode zum Kirchspiel Rengshausen. Wenig später wurde auch Licherode eingepfarrt. Die geistliche Betreuung Berndshausens erfolgte ebenfalls durch Rengshausen. Lange hielt dieser Zustand jedoch nicht an. 1585 wurden Licherode und Wichte zu einer Pfarrei zusammengefasst, Ersrode und Hainrode wurden zu Beenhausen eingepfarrt. Die Gemeinde Nausis wurde wenig später Mühlbach zugeschlagen, und scheint später sogar über einen eigenen Pfarrer verfügt zu haben. Seit 1700 wird sie jedoch dauerhaft zum Kirchspiel Rengshausen gezählt.
Heute gehören noch die Filialen Hausen, Lichtenhagen, Nenterode und Nausis zum Kirchspiel Rengshausen. Politisch gesehen gehören die Orte heute zur Großgemeinde Knüllwald. Im Zuge der hesssischen Gebietsreform von 1971 schlossen sich sich zur Gemeinde Rengshausen zusammen und gehörten dem Landkreis Rotenburg an. Doch schon wenige Jahre später, 1974, taten sich die Gemeinden Rengshausen, Knüllwald, Berndshausen und Niederbeisheim zur vergrößerten Gemeinde Knüllwald zusammen, die nun zum Schwalm-Eder-Kreis gehört.
Kirchengebäude
Rengshausen verfügt über ein noch junges Kirchengebäude. Die heutige Kirche wurde 1969/70, an Stelle der aus dem 13. Jahrhundert stammenden "alten Kirche", erbaut. Sie verfügt jedoch über einige Besonderheiten. So sind einige Teile der alten Kirche als Zierde und Erinnerungsstücke in den neuen Klinkerbau eingesetzt wurden. Die älteste erhaltene Glocke der Kirche stammt aus dem Jahre 1773. Und vor allem das alte Taufbecken aus dem 11. Jahrhundert verdient besondere Aufmerksamkeit. Am oberen Rand trägt es als Schmuck einen Rundbogenfries, der es als der Romanik (1000-1200) zugehörig ausweist. Das Taufbecken gehörte wahrscheinlich zu einer Holzkirche, die bereits vor dem 13. Jahrhundert in Rengshausen bestanden haben muss. Der Vorgängerbau der heutigen Kirche kann jedoch mit Sicherheit auf das 13. Jahrhundert datiert werden. Er war vielen Renovierungen und Umbauten, zuletzt 1835, ausgesetzt. Hier handelte es sich um eine Wehrkirche, deren ursprünglich ca. 4 bis 5 Meter hohe Mauern mit Schießscharten versehen waren. Einige wenige Reste dieser Wehrkirche sind heute noch an den Kirchhofsmauern erkennbar. Der Rotenburger Chronist Friedrich Lucae schließt aus der wehrhaften Ausgestaltung der alten Kirche, dass " vorzeiten hier ein Kastell gestanden oder daß die Kirche aus besonderen Ursachen in dergleichen Defensions-Stand müßte sein gesetzt worden." Eine "besondere Ursache" für den Wehrbau könnte der thüringisch-hessische Erbfolgekrieg (1247-1264) dargestellt haben.
III. Pfarrerliste Rengshausen
Die folgende Aufzählung der Pfarrer stützt sich im Wesentlichen auf folgende Publikation: Gemeinde Knüllwald (Hrsg.): 1000 Jahre Rengshausen. Geschichte und Geschichten eines Dorfes im Knüll. 1003 - 2003, Rengshausen 2002.
Melchior Schwind nach 1545 - 1553
Heinrich Stephan 1553 - ca. 1600
Johannes Eimer 1601 - 1649
Johannes Becker 1649 - 1663
Johannes Marold 1663 -1667
Johannes Schoppach 1667 - 1702
Conrad Semmel 1702 - 1715
Johann Friedrich Reinhard 1716 - 1733
Johann Jacob Eckhardt 1734 - 1741
Johann Philipp Ewald 1742 - 1751
Johann Jacob Stunz 1752 - 1770
Georg Jacob Stunz 1770 - 1788
Johann David Scheuch 1788 - 1817
Carl Christian Raßmann 1817 - 1838
Emil Friedrich Rausch 1839 - 1873
Wilhelm Hebel 1873 - 1883
Carl Ziegler 1883 - 1890
Adolf Wille 1890 - 1902
Oskar Löber 1902 - 1907
Adolf Münch 1908 - 1921
August Brand 1921 - 1926
Karl Dehnhard 1926 - 1937
Willi Fricke 1937 - 1950
Otto Rodenberg 1952 - 1975
Manfred Wiedekind 1998 - 1999
Anja Peters 1998 - 1999
Andrea Hose-Opfer 2000 - 2008
Sabrina Elcik seit 2008
Rechteinformation:
Rechteinformation beim Datenlieferanten zu klären.