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Pfarrarchiv Rengershausen (Bestand)

Verzeichnungsstufe:
Bestand
Bestandssignatur:
Landeskirchliches Archiv Kassel, E 1 Rengershausen
Kontext:
Landeskirchliches Archiv Kassel (Archivtektonik) >> Kirchengemeinden, Gesamtverbände >> Kirchspiele und Kirchengemeinden (Pfarrarchive)
Bestandsbeschreibung:
Bestandsbeschreibung: I. Bestandsbeschreibung und Benutzungshinweise
Das Pfarrarchiv Rengershausen lagert seit dem 25. Februar 2011 als Depositum im Landeskirchlichen Archiv Kassel. Es umfasst ca. 4,5 lfm Archivalien in 227 Verzeichnungseinheiten mit einer Gesamtlaufzeit von 1568 bis 2002. Die beiden ältesten Kirchenbücher mit einer Laufzeit von 1568 bis 1774 lagern vor Ort im Pfarramt und sind nicht Bestandteil des Depositums im Landeskirchlichen Archiv. Der Überlieferungsschwerpunkt liegt vor allem auf dem 19. und 20. Jahrhundert.
Der Archivbestand wurde von dem Unterzeichneten geordnet und verzeichnet. Bei den gesamten Verzeichnungsarbeiten wurden alle Akten entmetallisiert und bei Bedarf umgebunden oder in Archivmappen eingelegt und anschließend in 39 säurefreie Archivkartons verpackt. Die Klassifikation beruht auf einer ergänzten und erweiterten Form des "Aktenplans für die Kirchengemeinden der EKKW" (Stand 2007).
Das Findbuch ist mit AUGIAS - Archiv 8.3 erstellt worden. Für jede Akte sind Bestell-nummer, Aktentitel, teilweise ergänzt durch Enthält-Vermerk, Laufzeit und Indexnummer angegeben. Die fortlaufenden Indexnummern verknüpfen die Begriffe von Orts-, Personen- und Sachindex mit den entsprechenden Archivalien.
Für die Benutzung des Pfarrarchivs muss das Archivgesetz der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beachtet, insbesondere auf den Personen- und Datenschutz hingewiesen werden.
Es ist zu zitieren: Landeskirchliches Archiv Kassel, Pfarrarchiv (PA) Rengershausen, Nr. …
Kassel, im Juli 2012
(Thomas Gothe)
II. Geschichte der Kirchengemeinde
Die urkundliche Ersterwähnung der Gemeinde ist aus dem Jahr 1107 belegt. Dorf und Gericht gehörten zur Grafschaft Battenberg und wurden 1350 an die von Viermünden verpfändet. Konrad von Viermünden verkaufte den Besitz 1482 an den Landgrafen von Hessen-Kassel, der seitdem das Patronat übernahm. Braunshausen und Rengershausen waren seit der Reformation bis 1560 vereinigt. Die Pfarrei Rengershausen blieb bis 1886 filiallos und galt demnach als Pfarrstelle mit äußerst geringem Ertrag. Ab 1886 wurden die Gemeinden Wangershausen (zuvor Filial der Pfarrei Röddenau) und Hommershausen (zuvor Filial der Pfarrei Viermünden) von der Pfarrei Rengershausen mitversehen.
Die Evangelische Kirche in Rengershausen, ehemals St. Maria, wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Der dreiseitig geschlossene Chor wird auf 1436 datiert. Der Kirchturm zeigt die Inschrift 1574. In den Jahren 1818 und 1832 wurde die Kirche ausgebessert und teilweise renoviert. Im Jahr 1844 wurde das Chorgewölbe durch eine Flachdecke ersetzt. Im Innern der Kirche befinden sich ein schlichter Altaraufbau mit Altarkruzifix aus der Meitersdorfer Franziskanerwerkstatt von Anfang des 15. Jahrhunderts und ein Pfarrstuhl mit Gitterfenstern aus dem Jahr 1698. Die Farbglasfenster über dem Südportal wurden von dem Glasmalkünstler Erhardt Jakobus Klonk 1991 angefertigt. Die Glocken der Kirche wurden in den Jahren 1585 und 1722 gegossen.
In Hommershausen wurde die Evangelische Kirche 1818 neugebaut. Es handelt sich hierbei um einen breiten Fachwerkbau mit Haubendachreiter. Kunsthistorische Besonderheiten im Kircheninnern sind das Fragment eines spätromanischen Taufsteins und ein reichverzierter Kanzelkorb der um 1600 entstanden ist und wahrscheinlich schon in dem Vorgängerbau, der 1817 abgebrochen wurde, aufgestellt war.
Die Kirche in Wangershausen wurde 1772 erbaut.
III. Pfarrerliste
Die folgende chronologische Auflistung der Pfarrer stützt sich vorwiegend auf die Publikationen von Ulrich Ehrbeck und Helmut Wirwahn. Darüber hinaus wurden zur Vervollständigung diverse Anschriftenverzeichnisse der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck herangezogen.
Conradt Stang 1529-1540
Johann Conradt 1540-1556
Johannes Kahl 1556-1560
Sebastian Kämmerer 1560-1568
Johannes Sprenger 1568-1589
Jodocus Jost Kämmerer 1575
Severin Riemenschneider 1589-1590
Johannes Bange 1590-1598
Simon Knies 1598-1600
Winrich Schnorrbusch 1601-1605
Johann Battenfeld 1605-1611
Daniel Kahl 1612-1614
Hermann Heinrich Reese 1615-1624
David Ehlich 1625-1668
Caspar Stulmann 1668-1690
Heinrich Friedrich Stulmann 1690-1698
Johann Hartmann Kirschgart 1698-1704
Johann Ägidius Ruppersberg 1704-1722
Johann Wilhelm Ruppersberg 1722-1729
Heinrich Hermann Dreitstadt 1729-1755
Johannes Breitstadt 1755-1763
Wilhelm Friedrich Schneider 1763-1770
Ernst Wilhelm Julius Thumius 1771-1784
Georg Matthias Grebe 1785-1804
Justus Christian Peter Scriba 1804-1814
Johann Jakob Funk 1814-1819
Henrich Gottlieb Menche 1820-1823
Karl Friedrich Christian Wahl 1823-1841
Im Jahr 1842 war die Pfarrstelle vakant.
Heinrich Karl Wilhelm Kahler 1843-1884
Versehung der Pfarrstelle von Pfarrer Bürgmann aus Bromskirche.
Gustav Julius Fliegenschmidt 1886-1904
Wilhelm Sommerlath 1905-1906
Ludwig Weinrich 1907-1915
Otto Ebel 1916-1925
Wilhelm Möller 1926-1932
Heinrich Balzer 1933-1948
Adolf Trummel 1948-1956
Georg Kappner 1957-1970
Helmut Hagen 1971-1979
Heinrich Giugno 1983-1986
Helmut Reinke 1987-1997
Jost Häfner 1997-2001
Uwe Hesse seit 2001
IV. Literatur
Bach, Wilhelm: Kirchenstatistik der evangelischen Kirche im Kurfürstenthum Hessen. Cassel 1835.
Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hessen (I) Regierungsbezirke Gie-ßen und Kassel, bearbeitet von Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf (u.a.). Herausgegeben von der Dehio-Vereinigung - Wissenschaftliche Vereinigung zur Fortführung des kunsttopo-graphischen Werkes von Georg Dehio e. V., Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland, München (u.a.) 2008.
Ehrbeck, Ulrich: Oberhessische Pfarrergeschichte ca. 1600-1966, Wiesbaden 1995.
Hochhuth, C. W. H.: Statistik der evangelischen Kirche im Regierungsbezirk Cassel. Kassel 1872.
Reimer, Heinrich: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Marburg 1926.
Wirwahn, Helmut: Leben zwischen Altar und Ackerpflug. Geschichte der Pfarrer im Walddorf Rengershausen, Frankenberg 2004.
Wölbing, Werner (Hg.): Handbuch der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Beschreibungen der Kirchengemeinden und Kirchenkreise, Kassel 1994.
Rechteinformation:
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