(1) J 1807(2) Kläger: Jude Jordan Hertz, St. Goar; 1740 dessen Witwe (3) Beklagter: Graf Simon Henrich Adolf zur Lippe; als Intervenient Josef Isaak (4) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goy 1734 ( Subst.: Dr. Johann Wilhelm Ludolf ( Dr. Georg Melchior Hofmann 1737, 1740...

Verzeichnungsstufe:
Archivale
Vollständiger Titel:
(1) J 1807(2) Kläger: Jude Jordan Hertz, St. Goar; 1740 dessen Witwe (3) Beklagter: Graf Simon Henrich Adolf zur Lippe; als Intervenient Josef Isaak (4) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goy 1734 ( Subst.: Dr. Johann Wilhelm Ludolf ( Dr. Georg Melchior Hofmann 1737, 1740 ( Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer 1737 ( Subst.: Lic. A. F. Spoenla 1740 ( Dr. Johann Albert Ruland 1746 ( Subst.: Lic. Caesar Scheurer Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Friedrich Hofmann (sen.) [1719] 1734 ( Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann ( Dr. Philipp Ludwig Meckel [1734] 1734, [1735] 1735 ( Subst.: Dr. Johann Paul Besserer [1734] 1734 ( Subst.: Lic. Johann Franz Wolff [1735] 1735 ( für den Intervenienten: Lic. Simon Heinrich Gondela 1739 ( Subst.: Lic. Johann Werner (5) Prozeßart: Mandati de solvendo debitum cambiale cum interesse, damno et expensis sine clausula, nunc (spätestens 1737) paritionis bzw. executionis Streitgegenstand: Der Kläger klagt eine Schuld von 5000 T. samt Zinsen aus einem Wechselbrief des Beklagten von 1732 ein, nachdem Mahnungen nicht zur Zahlung geführt hatten. Der Beklagte bemängelt, daß, als er (= Graf) auf die Kündigung hin eine Untersuchung über die Richtigkeit der Forderung angeordnet habe, der Kläger deren Ergebnis nicht abgewartet, sondern sich sofort an das RKG gewandt habe. Im Zusammenhang mit dem Wechsel seien "große mascopeyen und unterschleiffe" zwischen dem Kläger und dem festgenommenen Detmolder Hofjuden Josef Isaak vorgefallen, deren Untersuchung ebenfalls angeordnet sei und deren Ergebnis vor einer Auszahlung abgewartet werden müsse. Antrag, den Kläger mit seiner Forderung an die lipp. Untersuchungskommission zu verweisen. 16. Juli 1734, 28. Januar, 12. April 1737 Einschärfungen, über die Befolgung des Mandates zu berichten. 17. Juli 1737 Exekutionsmandat auf die kreisausschreibenden Fürsten des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises. 1739 Intervention des lipp. Schutzjuden Josef Isaak, der erklärt, in einem unter dem Druck seiner Gefangenschaft (vgl. dazu L 82 Nr. 338 (J 1808)) mit dem Grafen geschlossenen Vergleich u.a. die Bezahlung der 5000 T. übernommen zu haben. Mit der Zusicherung, nach Wetzlar zu reisen und sich dort um Isaaks Freilassung zu bemühen, habe Hertz von ihm (= Isaak) 1000 Dukaten und von seinem Bruder Gerson Isaak in Bückeburg 2000 Rtlr. gegen Schein auf den lipp. Wechsel bekommen. Ob er den 5000-T.-Wechsel aus Bosheit oder um ihm (= Isaak) zu seiner Bezahlung zu verhelfen, eingeklagt habe, sei unbekannt. Seine Witwe aber erkläre nunmehr, von diesen Umständen nichts zu wissen, und beharre auf der Exekution, obwohl er (= Isaak) sie eindringlich um deren Aussetzung gebeten habe, da die Forderung inzwischen weitgehend auf ihn übergegangen sei (durch die Hertz gezahlten Summen). Er bittet nunmehr um Aussetzung der Exekution durch das RKG. Im folgenden Streit in der Hauptsache und um die Zulässigkeit und Berechtigung der Intervention. Mit Urteil vom 5. Dezember 1746 hob das RKG eine am 11. Januar 1740 erlassene Temporalinhibition auf und auferlegte Isaak, die bereits geleisteten Zahlungen an Hertz besser als geschehen zu beweisen. 28. März 1749 Bestellung von RKG-Kommissaren zu der von Isaak beantragten Zeugenvernehmung. (6) Instanzen: RKG 1734 - 1750 (1732 - 1750) (7) Beweismittel: Zeugenverhör vor der schaumburg-lipp. Kanzlei in Bückeburg, 1739 (Q 28), in Herford (Q 30), Minden (Q 33), Sternberg (Q 34). RKG-Kommissionsprotokoll, 1750 (Q 59, 66) und -bericht (Q 64). (8) Beschreibung: 11 cm, 265 Bl., lose; Q 1 - 74 (Q 37 - 45 = Bl. 204 - 265), es fehlen Q 49, 57 (im Protokoll nicht erwähnt), 63 (im Protokoll gestrichen), 72*, Q 64, 67, 69, 70 doppelt, 3 Beil.; Deckblatt des Protokolls nur rudimentär erhalten. Lit.: Guenter, Juden, S. 164.
Archivaliensignatur:
Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe, L 82 Nr. 337
Alt-/Vorsignatur:
L 82 Nr. 367
Kontext:
L 82 Reichskammergericht >> 9 Kläger I, J
Archivalientyp:
Akten
Digitalisat im Angebot des Archivs:
kein Digitalisat verfügbar
Bestand:
L 82 Reichskammergericht