Hunderte Tode und ein neues Leben. Der Polizist, die Gewalt und die Hoffnung
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/014 R030014/101
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/014 Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2003
Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2003 >> März 2003
18. März 2003
Die Wunde reicht von der Leiste bis knapp unters Herz. Blase, Magen, Zwerch- und Rippenfell sind durchtrennt. 25 Jahre jung ist Polizist Jürgen H., als die Gewalt in sein Leben einbricht. Es war Routine. Schutzpolizist Jürgen H. und sein Kollege fragen einen vermeintlichen Schwarzfahrer nach dessen Personalien. Doch dieser sticht mit einem langen Messer zu, tötet zwei Polizisten und verletzt zwei weitere schwer - auch Jürgen H. Ihm gelingt es seinerseits in höchster Not und auf dem Boden kniend, den Täter zu erschießen. Der Messerstecher, ein Schwarzafrikaner, hatte offenbar gefürchtet, abgeschoben zu werden. Für den jungen Beamten ist nichts mehr wie zuvor. Bis dahin galt er als Draufgänger, gar als Luftikus. Nun wird er ruhiger, lebt bewusster. Ohne die Hilfe eines Psychologen, gemeinsam mit Kollegen, Angehörigen und seinem Pfarrfer bewältigt der Schutzpolizist das Geschehen, überwindet seinen Schock, arbeitet an seiner Angst. Nach der Genesung bleibt er noch einige Zeit bei der Schutzpolizei. Dann wechselt er ausgerechnet zur Mordkommission. Mehr als 13 Jahre sind seit der Gewalttat vergangen. Seit vielen Jahren hat Jürgen H. nahezu jeden Tag mit ungeklärten Todesfällen zu tun. Er benachrichtigt Angehörige, "macht die Leichschau", ermittelt. Täglich erlebt er die Vergänglichkeit des Daseins, wird konfrontiert mit Unverständlichem, manchmal mit Scheußlichem. Er wandelt auf dem schmalen Grad zwischen Mitleid und Abgebrühtheit. Einfühlungsvermögen und Zynismus, Verantwortung und Abschottung. Jürgen H., der selber Opfer einer Gewalttat gewesen ist, muss die Angst aushalten und manchmal - wie er sagt - auch die Traurigkeit. Doch er möchte sich seine Menschlichkeit bewahren und echte Anteilnahme zeigen können. Die Filmemacherin Irene Klünder hat den Weg des Jürgen H. beobachtet. In ihrem Porträt geht sie den Fragen nach, wie sich seine Einstellung zum Leben verändert hat.
0:38:00; 0'38
Audio-Visuelle Medien
Bartel, Karl-Heinz
Brenner, Briska
Hähnlein, Jürgen
Klünder, Irene
Stuttgart S
Gewalt
Polizei
Tod
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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