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Reinhard von Gemmingen (Gemmyngen) bekundet, dass er Margarethe von Sickingen (Sigkingen), des verstrobenen Dieter von Gemmingens Witwe, 1000 rheinische Gulden schuldig geworden ist und dieses Kapital richtig erhalten hat. Er verpflichtet sich, der Gläubigerin das Geld innerhalb von zehn Jahren, bis Georgi [= 23. April] 1493, in Heilbronn oder Wimpfen zurückzubezahlen, falls eine Verlängerung des Darlehens nicht vereinbart wird. Zu "rechtem underpfande und in pfandes weise" versetzt und verhaftet er dafür sein Schloss und seine Güter zu Gemmingen, sowohl Lehen als auch Eigen, mit Keltern, Wassern, Weiden, Wäldern, Mühlen, Fischereien, Fischgräben um und bei dem Schloss, Vogtei, Herrlichkeit, Obrigkeit und Gerechtigkeit, Güter und Zehnten zu Stebbach (Stettbach) sowie insbesondere den Zehnt zu Stebbach, den er von Wendel von Gemmingen erlöst hat. Die Lehen rühren von Bischof Ludwig zu Speyer und von Graf Albrecht zu Hohenlohe (Hohenloe) und Ziegenhain (Ziegenheim); die Lehnsherren haben dieser Verschreibung zugestimmt. Die Gläubigerin darf den Zehnt in Stebbach einnehmen und in das Schloss zu Gemmingen ziehen, dort ihre Wohnung nehmen oder jemand anderen hineinsetzen. Von den Zehnteinkünften erhält der Aussteller jährlich zu Georgi 150 Gulden, zahlbar nach Heilbronn oder Wimpfen. Die Instandhaltung des Schlosses obliegt für die Dauer der Pfandschaft dem Schuldner; kommt er seiner diesbezüglichen Verpflichtung nicht nach, darf die Gläubigerin notwendige Baumaßnahmen mit "kuntschaft" durchführen und ihm diese in Rechnung stellen; gegebenenfalls ist sie befugt, entsprechende Kosten mit den 150 Gulden vom Stebbacher Zehnt zu verrechnen oder bei Rückzahlung von der Pfandsumme abzuziehen. Der Aussteller gewährleistet die zur Pfandschaft gehörigen Zinse, Renten und Gülten entsprechend den vorgelegten Registern.

Landesarchiv Baden-Württemberg
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